Newcomer räumen Musikpreis ab

Bandfoto Uncle Remus/ Foto: Holger Scholl

Die Band Uncle Remus hat mit ihrem ersten Album den Geschmack der Juroren des Deutschen Rock- und Poppreises getroffen. 

Sie sind nicht nur optisch, sondern auch musikalisch genau das, was man sich unter einer Blues-Band vorstellt. Die Rede ist von den fünf Musikern Jeffrey Amankwa (Gesang), Frank Herbort (Gitarre), Tom Plötzer (Keyboards), Sven Hansen (Schlagzeug) und Simon Cohnitz (Bass)- oder ganz einfach: Uncle Remus. Wer jetzt aufhorcht und sich fragt: „Kenn ich doch irgendwo her!?“, der liegt nicht falsch. Uncle Remus ist eigentlich ein imaginärer Geschichtenerzähler aus der Feder des amerikanischen Autors Joel Chandler Harris. Ob Uncle Remus singen konnte, ist nicht bekannt. Dafür können es seine Namensvetter umso besser. Mit ihrem ersten Album „Keep the Devil busy“ haben es die Newcomer, die sich 2017 gründeten, direkt auf das Siegertreppchen des Deutschen Rock- und Poppreises in der Kategorie „Bestes traditionelles Bluesalbum 2020“ geschafft. 

Die Konkurrenz war groß

Stolz sind die Musiker, die im näheren Umland verstreut leben, allesamt. „Wir haben uns beworben, ohne uns große Hoffnungen zu machen“, erinnert sich Wahlerkrather Sven Hansen. Und auch für Sänger Jeffrey Amankwa war die Freude und Überraschung groß. „Bei der Konkurrenz hätten wir mit einem Preis wirklich nicht gerechnet“, verrät er. Neu sind die „Jungs“ aber allesamt nicht auf dem Musikparkett. Vier von fünf Bandmitgliedern sind Berufsmusiker. So auch Bandgründer Sven Hansen, der seine Musikerkollegen für die Blues-Band aus seinem eigenen Netzwerk akquirierte. „Zunächst bestanden wir aus einem Trio, Gesang und Keyboard kamen erst später hinzu“, gibt er im Interview mit Erkrath.jetzt wieder. 
Dass es nicht nur musikalisch, sondern ganz besonders auch menschlich passen musste, das war Sven Hansen für sein „Herzensprojekt“ wichtig. „Ich habe im Gründungsjahr 2017 primär Covermusik im Eventbereich gespielt und wollte einmal was ganz Neues ausprobieren“, so der Schlagzeuger, der damit offensichtlich den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Blues ist für Jeffrey Amankwa eine „echte, rohe und emotionale“ Musikrichtung. „Ich habe schon vor Uncle Remus gerne Blues gesungen. Wenn die Musik anfängt, dann singe ich von ganz alleine“, so der Sänger, der sich sicher ist, dass Blues-Musik in keine Schublade passt. „Wenn ich als Jugendlicher Straßenmusik gemacht habe, dann habe ich die Zuhörer damit immer zum Lächeln gebracht. Da war es egal, ob die die Menschen jung oder alt waren.“ Der reine 12-Takt-Blues ist trotzdem eine Seltenheit im Repertoire der Band. „In unseren Liedern finden sich Einflüsse anderer Musikstile wieder“, so Sven Hansen erklärend.

Corona legt den Tourplan lahm

Uncle Remus live/ Foto: Horst Engels

Im vergangenen Jahr sollte Uncle Remus eigentlich die Bühnen der Bundesrepublik erobern. Corona-bedingt musste der Tourplan und die damit verbundene Werbeaktion aber abgesagt werden. „Das ist wirklich schade, wir wären in ganz Deutschland unterwegs gewesen“, so Sven Hansen. Auch für Proben war auf Grund der Pandemie wenig Zeit. Rumsitzen und die Hände in den Schoß legen, das kommt für die Musikkollegen aber nicht in Frage. „Wir sind wieder dazu übergegangen, Songs zu schreiben und uns diese per Datei hin- und herzuschicken“, verrät Jeffrey Amankwa, dem es allerdings mehr Freude bereiten würde, die Songs gemeinsam zu „kreieren“. „Am PC alleine ist das alles etwas langsamer. Wenn wir zusammensitzen und gemeinsam überlegen, dann sprühen die Ideen wie ein Feuerwerk“, ergänzt Sven Hansen. Wann es endlich wieder losgeht, das steht auch für Uncle Remus noch in den Sternen. Sobald es aber soweit ist, soll der Tourplan wieder neu erstellt werden. Und vielleicht bekommen wir die Musiker dann auch mal live in Erkrath zu sehen. 

Wissenswertes: Wer mehr von der Band Uncle Remus erfahren möchte, der findet Infos auf der eigenen Homepage (uncleremus.de) sowie auf dem gleichnamigen Facebook-/ und Instagramkanal.

Endlich wieder live auf der Bühne stehen, darauf warten die Musiker der Band Uncle Remus/ Foto: Ingo Petramer

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