Nächster Stopp Vogeltod?

© Sebastian Hansen

Sebastian Hansen schickte uns Bilder einer Bushaltestelle, deren Wartehäuschen mit auffallend roten Zetteln beklebt war.

Auf den DIN A4 großen Zetteln war zu lesen: „Stoppt den Vogeltod an ‚verglasten‘ Bus- und Straßenbahnhaltestellen!“ Wer diese Aktion gestartet hat, ist an den Zetteln nicht zu erkennen. Entdeckt hat Sebastian Hansen die Zettel an den Haltestellen Eichenstraße, Tannenstraße und Stolls.

Ich wollte wissen, was es damit auf sich hat. Schließlich leben wir alle in Wohnungen mit verglasten Fenstern und zumindest ich selbst hatte noch keine verendeten Vögel auf der Fensterbank. Ich habe ein wenig recherchiert und bin fündig geworden. Laut NABU verenden in Deutschland jährlich 100 Millionen Vögel durch den sogenannten Vogelschlag (Zusammenstoß mit Glas). Eine erschreckende Zahl, wenn man bedenkt, das die Artenvielfalt seit Jahren abnimmt und andere Maßnahmen zum Erhalt der Arten durch Vogelschlag noch einmal konterkariert werden.

Warum sind diese Zahlen nicht bekannter?

Nun, auch ich war ja im ersten Moment überfragt. Ich habe es an meinen Fenstern noch nicht erlebt, was aber offensichtlich nur daran liegt, dass in meiner Wohnung keine Zimmer sind, in denen sich Fenster direkt gegenüber liegen. Die Fenster sind einseitig oder über Eck – da aber so angeordnet, dass sich keine Durchsicht ergibt – platziert. Für Vögel ergibt sich deshalb kein Durchblick. Hier hat der Architekt offensichtlich gute Arbeit geleistet. Anders dürfte das bei verglasten Geschäftshäusern, privaten Häusern, in denen sich Fenster oder Verglasungen gegenüberliegen oder eben an Haltestellenhäuschen mit klaren Glasscheiben aussehen.

Was kann man tun, um Vögel vor Vogelschlag zu schützen

Nachträglich Fenster anders anzuordnen dürfte kaum möglich sein. Dennoch kann man auch in Einfamilienhäusern oder Wohnhäusern etwas tun, damit Vögel nicht in Gefahr geraten. Der NABU empfielt an der Außenseite der Fenster Folien aufzukleben, die senkrechte Linien oder Punktmuster haben. Außen, damit mögliche Spiegellungen reduziert werden. Die Farbe Orange wird laut NABU besonders gut wahrgenommen. Schaut man sich die Fotos der Haltestelle Eichenstraße an, hat man hier die Empfehlungen bereits umgesetzt. „Horizontale Linien müssen mindestens drei Millimeter breit sein, bei maximal 4,7 Zentimetern Kantenabstand“, heißt es auf der Seite des NABU.

Wenn einige unserer Leser schon einmal verendete Vögel vor der Balkontür, dem Wintergarten oder auf der Fensterbank gefunden haben, finden sie beim NABU wertvolle Hinweise, wie sich der Tod durch Vogelschlag vor dem eigenen Heim, der Wohnung, künftig verhindern lässt.

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