Nachbarschaftshilfe legt blühenden Beet-Streifen an

Gemeinsam für ein buntes Hochdahl/ Foto: Susann Krüll

Entlang der Grünstraßen an der Schildsheider Straße tut sich seit März etwas Großes: Beginnend von der Haaner Straße bis zur Kurve am Eichendorffweg sind die Vorbereitungen in vollem Gang, damit hier im nächsten Frühjahr Bienen, Schmetterlinge & Co. reichhaltig Nahrung finden.

„Begonnen hat alles, als ich mir die wenig ansehnlichen Beete am Parkplatz bei ‚Moni’s Backtreff‘ angesehen und beschlossen habe, sie zu verschönern“, erzählt Initiator Lars Busch. Lange blieb er nicht allein bei seinen Bemühungen die Umgebung zu verschönern, in der er lebt.

Als alle kleineren Beete entlang der Schildsheider Straße mit Erlaubnis der Stadt Erkrath auf diese Weise verschönert und zum Blühen gebracht und Insektenhotels aufgestellt worden waren, rückten die wenig attraktiven Rasenflächen links und rechts der viel bewohnten und ebenso befahrenen Straße in den Focus der Hobby-Gärtner. „Doch, um diese mit einem breiten Blühstreifen in der Mitte zu versehen, mussten wir natürlich die Gestattung der Verwaltung einholen“, erzählt er.

Die Treffen mit dem Grünflächenamt verliefen nicht nur sehr kooperativ, sondern auch erfolgreich. „Die Mitarbeiter waren sehr zuvorkommend und wir haben einen Vertrag geschlossen, der uns die Bepflanzung und Pflege erlaubt. Alles lief völlig problemlos“, lobt der engagierte Hochdahler, der es genießt, nach einem Arbeitstag im Büro einer Spedition, sich zum Ausgleich körperlich zu betätigen.  

Damit auch alle Anwohner und Besucher wissen, was an der Schildsheider Straße auf den Rasenflächen passiert, haben Busch und seine Helfer Baumstämme aufgestellt, in denen Infotafeln ihren Platz gefunden haben, die über das Projekt informieren.

Grasnarbe wurde mit „schwerem“  Gerät und Körperkraft aufgebrochen

Zur Vorbereitung fing Busch an, mit einem Motor-getriebenen Pflug die Grassohle in den Bereichen aufzubrechen, in denen die Beete entstehen sollen. „Nach Feierabend und am Samstag haben wir die Bereiche umgepflügt und die Grassohle mit Wurzeln abgetragen“, erzählt er weiter. Hilfe hatte er dabei öfter von Barzan Khalaf Ali, der ebenfalls an der Schildsheider Straße wohnt. „Ich finde, das ist ein super Projekt. Ich freue mich schon auf das nächste Frühjahr, wenn hier alles blüht“, so der junge Mann, der gerade eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und wie Lars Busch froh ist, sich nach der Arbeit körperlich betätigen zu können.

Ein Nachbarschaftsprojekt im wahrsten Sinne des Wortes

„Auf allen Pflanzstreifen haben wir erst Muttererde eingebracht und das mit Schaufel und Harke“, erzählt der „Projektleiter“, zu dem ihn seine Mitstreiter erkoren haben: eine rund 12-köpfige Helfertruppe bestehend aus unmittelbaren Nachbarn wie dem Ehepaar Vergin mit ihren Kindern Julian, 11, und Lia, 8, den Fischers, den Strachs sowie Karin Gail und ihrem Mann Hartmut Mischalowski.

Einige Nachbarn aus der weiteren Umgebung haben sich angeschlossen, als sie sahen, welch ein „buntes“ Projekt direkt vor ihrer Haustür entsteht. „Ich kann mich immer darauf verlassen, dass Helfer auftauchen, wenn ich in unsere WhatsApp den Termin für einen weiteren Arbeitseinsatz schreibe“, so der gelernte LKW-Fahrer Busch. Eine, die bei allen Arbeitsschritten dabei war, ist Karin Gail: „Ich war direkt begeistert von der Idee, denn auch ich liebe es, zuhause im Garten zu werkeln“, verrät sie, warum sie auch heute wieder die schweißtreibende Arbeit mit viel Spaß verrichtet. Lars Busch ist froh, seine Nachbarin zu haben. „Sie kennt sich super aus, ich habe mir das Wissen ja erst nach und nach angeeignet“, grinst er und schmeißt das elektrische Hilfsgerät ein. 


Sandhügel entlang der Schildsheider Straße

Am vergangenen Donnerstag traf sie der „Hobby-Gartenbau-Trupp“ zum vorerst letzten Mal. Dank der Spende eines Unternehmers, der nicht genannt werden wollte, hatte ein LKW in jedem der vorbereiten Pflanzstreifen Sandhaufen abgekippt. Diese galt es, unter die Muttererde zu mischen: „Die Insekten-freundliche Mischung, die wir von einer ökologischen Gärtnerei beziehen, würde mit der reinen Muttererde nicht zurechtkommen. Daher müssen wir den Sand untermischen, um sie entsprechend nährstoffarmer zu machen“ erklärt „Bauleiter“ Busch.

Direkt um 17 Uhr sind Verena Vergin und Karin Gail sowie die achtjährigen Zwillinge Jonas und Ronja zur Stelle: „Unsere Mama hat im Internet gelesen, dass es heute weiter geht“, erzählt Jonas und schnappt sich eine Schaufel, um den Sand zu verteilen, während seine Schwester beginnt, ihn mit einer Harke auf dem Pflanzsteifen zu verteilen. Nach und nach treffen immer weitere Helfer ein und nehmen sich die restlichen vorbereiteten Streifen entlang der Schildsheider Straße vor.

Die abschließende Arbeit mit dem Motorpflug, der nach dem Pflügen die Erde auch gleich festklopft, teilen sich Lars Buch und Barzan Khalaf Ali. Zwischendurch stärkt sich die Truppe mit kalten Getränken, die sie in der Schubkarre neben dem Arbeitsgerät von Pflanzstreifen zu Pflanzstreifen mitführen. Am Ende des Tages heißt es für alle Beteiligten zunächst abwarten, bis sich das Gemisch aus Muttererde und Sand gesetzt hat. Im September folgt dann der (vorerst) letzte Schritt: das Aussäen der Samen-Mischung!

Weitere, „bunte“ Pläne für die Sandheide

Da Lars Buch ebenfalls Mitglied des Vereins „Sandheide 4 You“ ist, hat er vorgeschlagen, auch entlang der Sandheider- und der Immermann Straße mit der Aktion „Hochdahl – schön bunt“ fortzufahren. Peter Urban, SPD-Ratsmitglied und Vorstand des Vereins, sowie alle übrigen Mitglieder „waren sofort begeistert“. So stehen Gespräche mit dem Grünflächenamt und auch der Verwaltung von GrandCity, der Vermietungs- und Verwaltungsgesellschaft der anliegenden Wohnbauten an, um die geeigneten Flächen zu bestimmen.

„Hochdahl wird bunt“ – eine Aktion, die die Anwohner gemeinsam, mit viel Spaß und Einsatzfreude in die Tat umsetzen, geht also weiter!

Infos zum gemeinnützigen Projekt „Hochdahl – schön bunt‘ findet man auf der gleichnamigen Facebook-Seite. Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies auf der Plattform von „betterplace.me“ erledigen.


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