Museum im Lokschuppen öffnet auch zu Pfingsten

© LW

Heute war für das Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl eine Premiere: Der Museumsbetrieb unter Corona-Schutzauflagen. Die Bilanz: positiv.

Bis zu 30 Personen hätten sich heute gleichzeitig im Lokschuppen aufhalten können. Der große ‘Run’, der Wartezeiten vor dem Eingang verursacht hätte, blieb aber erfreulicher Weise aus. Ein- und Ausgang waren aufgrund der Abstandsregeln getrennt und die Besucher wurden im Inneren durch eine Einbahnstraßen-Führung gelenkt. Zwischen den Ausstellungswagen war großzügig Platz, sodass sich die Besucher zu keiner Zeit zu nahe kamen. “In den ersten eineinhalb Stunden waren rund 20 Besucher hier. Eine Familie mit vier Kindern ist sogar extra von Opladen hier her gefahren”, berichtete Dr. Ralf Fellenberg. Die überschaubare Besucherzahl hatte Vorteile: “Wir hatten ausreichend Zeit auch auf Nachfragen einzugehen, etwas zu erklären.”

Zwischendurch gab es dann in der Mittagszeit eine dreiviertel Stunde, in der keine Besucher vor Ort waren, bevor es dann am Nachmittag weiterging. Die Corona-bedingten Auflagen zur Öffnung haben die Vorbereitungszeit für die Museumsöffnung mehr als verdoppelt und dabei sind Konzepterstellung, Anfertigung der Schilder und vieles mehr gar nicht eingerechnet. Zu fünft haben die Vereinsmitglieder diese Aufgabe bewältigt. Wir wollten von Dr. Fellenberg wissen, ob sich der Aufwand für den Verein gelohnt hat. “Ja, auf jeden Fall. Mit den Verkäufen hier und im Bahnladen sind wir sehr zufrieden und da aktuell keine anderen Veranstaltungen im Lokschuppen stattfinden, können wir die Aufbauten und Beschilderungen bis Pfingsten stehen lassen. Am Pfingstsonntag und -montag wollen wir aufgrund der positiven Erfahrung von heute auch wieder öffnen”, kündigt Dr. Fellenberg an.

Geöffnet war auch der Bahnladen. Besucherlisten, in die man sich mit Namen, Personenzahl und Telefonnummer eintragen musste, lagen sowohl im Museum, als auch im Bahnladen aus. “Nicht jeder Bahnladenbesucher geht auch ins Museum oder umgekehrt. Wir mussten sicherstellen, dass alle Besucher im Infektionsfall benachrichtigt werden können”, erklärte Fellenberg die getrennte Besuchererfassung. Aufgrund der engen Zugänge und Räumlichkeiten durfte hier aber immer nur jeweils eine Person bzw. ein Paar oder eine Familie eintreten. Die erweiterte Neuauflage von Uwe Berndts Buch ‘Transportbahnen in Hochdahl und Umgebung’ lag auch druckfrisch zum Verkauf aus.

Noch in diesem Jahr, genauer gesagt im September, soll auch Armin Gärtners neues Buch ‘Reisebürosonderzüge – Urlaub von Anfang an’ mit cirka 130 Seiten erscheinen. Sein Buch ‘Die Reise- und Arbeitswelt der 70er Jahre/ Liegewagenbetreuer bei der Deutschen Schlaf- und Speisewagengesellschaft (DSG)’ hat ihm so manch neuen Kontakt beschert.

Armin Gärtner © RG
Eine Vorabansicht des im September erscheinenden Buchs. © Armin Gärtner
Christof Haering
Foto: Lutz Wulfestieg

So auch den zu Christof Haering, der selbst in seiner Jugend als Liegewagenschaffner gejobbt hat. Heute ist er Schulleiter an einem Duisburger Gymnasium, denkt aber gern an diese Zeit zurück. Auch er hat die heutige Öffnung des Museums genutzt und vorbei geschaut, nachdem er vor kurzem ein Gespräch mit Armin Gärtner – mit dem notwendigen Abstand – auf dem Bahnsteig am Lokschuppen hatte. Im Gepäck hatte er ein Foto aus seiner Zeit als Liegewagenschaffner. Mittlerweile haben einige ehemalige Liegewagenschaffner wieder Kontakt. Es gibt einen Stammtisch und voraussichtlich in den Sommerferien soll eine Website mit alten Fotos und Liegewagengeschichten ans Netz gehen.

Liegewagenprospekte sind natürlich, passend zu Armin Gärtners Buch, auch ausgestellt. Foto: LW

Ein unter Einschränkungen gelungener Auftakt der Museumssaison im Lokschuppen

Und so stand die ‘Saisoneröffnung’ im Lokschuppen ganz unter dem Zeichen der persönlichen Begegnung mit dem notwendigen Abstand, aber ohne allzu sehr gezwungen zu wirken. Die Atmosphäre war entspannt, die Besucher nahmen sich ausreichend Zeit die Ausstellung zu betrachten, Fragen zu stellen und eine kleine Besichtigung der Wagenhalle, war für Interessierte unter Führung von Dr. Ralf Fellenberg auch möglich.


Du liest erkrath.jetzt gern und regelmäßig?

Unabhängiger Journalismus kostet Zeit und Geld. Unterstütz uns mit einer Spende, einmalig oder regelmäßig, auf unser Konto, über betterplace.org oder Paypal.
Vielen Dank!

Auf unser Konto spenden:

Freie Journalisten eG
IBAN: DE23 3406 0094 0002 0516 39

Spenden kannst Du auch über betterplace.org oder via Paypal

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*