Möbelkreislauf für mehr Nachhaltigkeit

v.l. Berthold Santjer und Reinhold Hurtz stehen in der gut gefüllten Kleidungsabteilung des SKFM. Zweimal im Jahr findet dort ein Saisonwechsel statt/ Foto: Tanja Bamme

Das Secondhand Kaufhaus „Rundum“ ist eine tragende Säule des SKFM Erkrath. Die rund 800 Quadratmeter große Verkaufsfläche an der Helena-Rubinstein-Straße in Alt Erkrath hält zahlreiche Angebote bereit, die für kleines Geld erworben werden können.

Im Sinne der Nachhaltigkeit kommen auch größere Möbelstücke dem Kreislauf zu Gute und können sich einer neuen Wirkungsstätte erfreuen. Die Möbel, aber auch die Kleidungsstücke, Spiel- und Haushaltswaren, die das Kaufhaus bereithält, sind allesamt gespendet worden und in einwandfreiem Zustand. „Wenn sich Kunden melden, die etwas spenden möchten, dann bitten wir diese zunächst um ein bis zwei Bilder“, erklärt Fachanleiter Reinhold Hurtz. Gemeinsam mit seinem Team ist er für den Angebotsmix in den Verkaufsräumen zuständig. „Helle und moderne Möbel laufen sehr gut, Eiche rustikal hingegen findet kaum Absatz“, so seine Einschätzung. Auch werden die Möbelstücke auf Vollständigkeit und Zustand kontrolliert. Kaputte oder fehlerhafte Stücke erreichen das Rundum-Kaufhaus nicht. „Denn wir haben keine Schreinerei, um die Möbelstücke aufzuarbeiten“, ergänzt Fachbereichsleiter Berthold Santjer.

Qualität zu kleinem Preis

In der Regel sind die Möbelstücke innerhalb von sechs Wochen verkauft, wechseln manchmal sogar schon am ersten Tag den Besitzer. Die Preise sind dabei erschwinglich. Für ein Doppelbett wird zwischen 80 und 220 Euro verlangt. Ebenso sieht es bei Schränken und Schrankwänden aus. Sollte sich ein Stück als Ladenhüter abzeichnen, wird zunächst der Preis reduziert. „Wenn wir das Möbelteil aber gar nicht verkauft bekommen, müssen wir Platz für Neues schaffen und das Stück entsorgen“, so Reinhold Hurtz, der nur sehr ungerne zu dieser Maßnahme schreitet. „Letztlich müssen wir aber auch wirtschaftlich denken und den Platz nicht für neue Ware verbauen.“

Mehr als nur ein Kaufhaus

Mit den Einnahmen aus dem Kaufhaus werden zahlreiche Angebote des SKFM refinanziert. Neben dem Kaufhaus-Angebot beinhaltet die SKFM-Angebotspalette noch die Kinder- und Jugendhilfe, sowie die Sozialberatung und die Beschäftigung und Qualifizierung von Arbeitslosen. Letztere lassen sich auch im Betrieb des Rundum-Kaufhauses finden. 33 Mitarbeiter zählt das Kaufhaus. Zusätzlich sind nochmals sieben gesondert geförderte Beschäftigte im Einsatz. Schließlich ist die Arbeitsvielfalt um ein solches Secondhand-Angebot nicht zu unterschätzen. Im Kleiderlager kommen säckeweise Kleidungsstücke und Schuhe an. „Diese werden im Vorfeld sortiert. Was wir behalten, wird ausgestellt. Alle anderen Kleidungsstücke werden an eine Firma weitergereicht, die daraus beispielsweise Putzlappen herstellen“, erklärt Reinhold Hurtz.

Der besondere “Rundum” – Service

Die Möbel und Haushaltswaren müssen teilweise bei den Kunden abgeholt werden. Dafür stehen dem SKFM zwei Transporter und nochmal sechs Mitarbeiter zur Verfügung. „Wir liefern die Ware auch im Radius von 20 Kilometer aus“, versichert Berthold Santjer, der auf diese Besonderheit künftig gesondert aufmerksam machen möchte. Mit kleinen Infobroschüren im Handtaschenformat möchte sich der Fachbereichsleiter gemeinsam mit weiteren Kollegen auf den Wochenmärkten präsentieren. „Wir sind auch im Gespräch mit Möbelhäusern, die ihren Kunden beim Neukauf den Flyer mitgeben können und somit auf die Weiterverwertung der Altmöbel hinweisen“, hofft der Fachbereichsleiter.

Umzug nach Hochdahl wird sehnlichst erwartet

Nur mit einer funktionierenden Spendenbereitschaft aus der Bürgerschaft ist die Zukunft des SKFM gesichert. Wie wichtig der kontinuierliche Nachschub an Möbeln und Kleidungsstücken ist, zeigte ein Ereignis in kürzerer Vergangenheit. Durch Löcher im Dach ist das Kaufhaus flächendeckend mit Wasser vollgelaufen. Sogar die Feuerwehr musste vor Ort helfen, die Wassermassen zu beseitigen. Zwar sind die insgesamt 26 Löcher im Dach wieder geflickt, ein großer Teil der Möbel musste aber auf Grund von Wasserschäden entsorgt werden. „Das hat uns ordentlich zugesetzt. Über einen Tag konnten wir keine Kunden reinlassen“, erinnert sich Berthold Santjer, der dankenswerterweise schon wieder auf gut gefüllte Möbelreihen blicken kann. „Die Leute haben in dieser Zeit nicht davor zurückgeschreckt, uns weiterhin Möbel zu spenden.“

Dabei ist die Bilanz auf Grund der anhaltenden Corona-Pandemie noch immer nicht rosig. „Auf 100 Prozent sind wir noch lange nicht“, versichern die beiden Herren, die alle Hoffnung auf einen schnellen Umzug ins Forum Sandheide setzen (wir berichteten). Obwohl die Verkaufsräume in Hochdahl minimal kleiner sind, setzt das SKFM-Team dort jedoch auf rege Laufkundschaft. „Wir hoffen, dass wir spätestens im Sommer 2022 umziehen können. Solange finden die Kunden uns aber zu den bekannten Öffnungszeiten noch in Alt Erkrath“, weiß Berthold Santjer.

Öffnungszeiten:

Montag bis Mittwoch: 7.30-16.30 Uhr

Donnerstag: 7.30-18 Uhr

Freitag: 7.30-12.30 Uhr

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