Mettmanner Händler von Ver.di enttäuscht

Cora Fuchs in ihrem Laden 'Miss Fox' (Tees, feine Mitbringsel, Außergewöhnliches). Archivbild: RG

ShopKultur ME, ein Verbund von Einzelhändlern der Mettmanner Innenstadt und die Galerie Königshof nehmen Stellung zu abgesagten verkaufsoffenen Sonntagen.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hatte den Städten in NRW zugesagt, in diesem Jahr bis zu vier verkaufsoffene Sonntage pro Stadt veranstalten zu dürfen, auch ohne Rahmenveranstaltungen, wenn eine wirtschaftliche Gefährdung der Geschäfte durch Corona besteht.

Nach einer positiven Abfrage unter Mettmanner Einzelhändlern wollten ShopKultur ME und die Galerie Königshof am 6. Dezember 2020 einen einzigen verkaufsoffenen Sonntag nach dieser Sonderregelung in der Mettmanner Innenstadt in Anspruch nehmen und ihre Geschäfte öffnen. Sie erhofften sich dadurch nicht nur zusätzliche Einnahmen, mit denen die Existenz der Läden gesichert werden sollte. Sie wollten die Vorteile des stationären Handels präsentieren und damit auch noch einmal an die Menschen appellieren die Händler vor Ort zu unterstützen.

“Wir Händler haben uns durch die Sonntagsöffnung einen kleinen Schritt zum Schutz vor der weiteren Abwanderung der Kunden zum Onlinehandel versprochen”, sagt Cora Fuchs, die in der Mettmanner Innenstadt ‘Miss Fox’ führt, einen Laden für unterschiedlichste Teesorten und Geschenkideen. Gerade in diesem Jahr schien es den Mettmanner Händlern darüber hinaus sinnvoll an einem Sonntag im Dezember zu öffnen und eine Alternative zu den überfüllten Einkaufsstraßen der Großstädte zu bieten, in denen sich in Corona-Zeiten viele nicht wohl fühlen.

“Eine kleine, heimelige Fußgängerzone mit einer angrenzenden attraktiven Galerie wie in Mettmann, bilden da eine gute Alternative”, ist sich Cora Fuchs sicher.

Auch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche in NRW hatten entgegen ihres sonstigen Schulterschlusses mit Ver.di bereits signalisiert, dass sie die für dieses Jahr geplanten Sonntage akzeptieren, wenn es bei der Corona begründeten Ausnahmeregelung bleibt. 

“Leider hat Ver.di diese Dringlichkeit nicht verstanden und hat gerichtlich ein Verbot der Sonntagsöffnung bewirken lassen. Dies ist aus unserer Sicht ein sehr bedauerlicher Schritt und ein nicht nachzuvollziehendes Handeln”, zeigen sich die Mettmanner Händler enttäuscht. Sie könnten verstehen, wenn Ver.di ein Verbot erwirkt hätte, wenn Händler monatlich verkaufsoffene Sonntage einfordern würden, dass aber über einen einzigen Sonntag im ganzen Jahr ein Verbot verhängt wird, ist für die Händler nicht nachvollziehbar.

“Was möchte Ver.di mit dieser Maßnahme bezwecken?”, fragen sie sich. “Steht der Schutz eines einzigen freien Sonntags wirklich über der Sicherung der Arbeitsplätze im Einzelhandel?” Der Online-Handel erziele gerade an Sonntagen gute Umsätze. Es sei zu befürchten, dass er weiter stark zulegt und so stelle man Ver.di die Fragen: “Was ist, wenn in Mettmann weitere Geschäfte wegen dieser Konkurrenz schließen müssen? Was empfiehlt Ver.di dann dem arbeitsuchenden Verkaufspersonal?”

In langen und guten Gesprächen mit dem Mettmanner Ordnungsamt habe man gemeinsam geprüft, ob es dennoch eine Möglichkeit gibt am 6. Dezember 2020 die Läden zu öffnen, aber man sah dafür keine Chance. Da auch der Mettmanner Blotschenmarkt in seiner gewohnten Form voraussichtlich wegfallen werden, sähe man sich vor die zusätzliche Herausforderung gestellt, wie man nun die Vorweihnachtszeit in der Mettmanner Innenstadt besonders gestalten könne.

“Wir hoffen sehr darauf, dass wir trotzdem unter Erfüllung aller Sicherheitsvorkehrungen mit vereinten Kräften gute Alternativen finden werden, um den Mettmannern eine schöne Adventszeit bieten zu können.” Dem Ordnungsamt der Stadt Mettmann danken die Händler für die gute Zusammenarbeit.


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