‘Makerspace’ in der Stadtbücherei

Symbolbild - 3D-Drucker - Foto: mebner1 / Pixabay

Nähmaschinen-Führerschein und Raum für mehr

Die Stadtbücherei Erkrath startet ein neues Angebot: Der ‘Makerspace’ ist ein kleiner Arbeitsraum, in dem verschiedene selbstständige Einzel- oder Gruppenaktivitäten möglich sind.

Zum Start können kreativ Interessierte unter erfahrener Anleitung in der Stadtbücherei einen Nähmaschinen-Führerschein machen. Zugänglich ist das eintrittsfreie Angebot allen Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren unter den üblichen Pandemie-Auflagen. Die erste Möglichkeit besteht am Donnerstag, den 17.09.2020, um 19:30 Uhr in der Stadtbücherei im Kaiserhof. Die Anmeldung oder Informationen über weitere Termine kann ab sofort in der Bücherei erfolgen – entweder telefonisch unter 0211 2407-4015 oder per Mail an stadtbuecherei@erkrath.de.

Die Bücherei als externes Arbeitszimmer

Mit dem Angebot soll der Aufenthaltsort Bücherei eine Bereicherung erfahren: Die städtische Institution ist schon lange nicht nur Ausleihort für Medien, sondern wird zunehmend als Lernort und Arbeitszimmer genutzt. Menschen mit gemeinsamen Bildungsinteressen verabreden sich dort: „Manchmal ist es gar nicht so einfach, die ruhesuchenden Zeitungsleser und lebhaft diskutierende Lerngruppen voneinander abzuschirmen“, weiß Büchereileiterin Anne Heimansberg-Schmidt. Ein umgestaltetes, ehemaliges Büro im Standort Kaiserhof eröffnet jetzt neue Möglichkeiten der Nutzung, bei denen es auch mal etwas lebhafter zugehen darf. Der Nähmaschinenführerschein ist dabei nur der Anfang. Langfristig soll die kreativ orientierte Bürgerschaft in der Bücherei einen Platz zum Austausch, voneinander Lernen und Ausprobieren finden.

Kooperation mit der Abfallberatung

Der Ursprung der Idee zum Makerspace war das in beiden Büchereistandorten gut genutzte Kreativregal der Abfallberatung – die nachhaltige Weiterverwendung von nicht mehr gebrauchten Kreativmaterialien sollte weiter gestärkt werden. Wer Interesse daran hat, kreative Upcyclingideen für Familien auszuprobieren oder das „Nadelwerk“, also stricken und häkeln zu lernen oder gemeinsam zu praktizieren, kann sich für entsprechende angeleitete Termine ab sofort in der Bücherei vormerken lassen. In Kooperation beider Stellen wurden zwei Nähmaschinen angeschafft, die zukünftig zusammen mit dem kleinen Werkraum im Rahmen einer Bücherei-Mitgliedschaft gebucht werden können. Der Raum befindet sich im hinteren Teil der Stadtbücherei im Kaiserhof und soll den Büchereinutzenden langfristig nicht nur für kreative Arbeiten, sondern auch für Treffen von Lerngruppen zur Verfügung stehen. Dies ist aktuell aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen nicht möglich. Der Raum wird zudem mit einem Plotter, einer Bügelmöglichkeit sowie mit einer Flipchart und einem großen Arbeitstisch ausgestattet.

Alle mitnehmen ins digitale Zeitalter

Ein Makerspace steht für Angebote, die selbstbestimmtes Lernen durch Ausprobieren alleine oder in der Gemeinschaft ermöglichen und wird in vielen Bibliotheken als Servicebestandteil gepflegt. Vorreiter sind große Stadtbibliotheken im anglo-amerikanischen und skandinavischen Raum. Oft liegt der Fokus auf neuen Technologien und auch dieser Bereich wird im Erkrather Makerspace berücksichtig: In Kooperation mit dem Verein „Die Werkstatt e.V.“ k ein 3D-Drucker in der Stadtbücherei ausprobiert werden können. Diverse Werkzeugtaschen zur Do-it-Yourself-Reparatur von digitalen Geräten stehen ebenso ab sofort unter dem Begriff „Toolkits“ zur Ausleihe zur Verfügung.

Im Rahmen des Makerspace-Angebots werden vom Büchereiteam mit medienpädagogischer Verstärkung auch Fachtage für pädagogisch Interessierte angeboten. Dort sollen Ausleihmaterialien wie etwa der MINT-Koffer mit Codingwerkzeugen vorgestellt und unter Anleitung ausprobiert werden können.

Anschub durch Landesförderung

Die finanzielle Unterstützung mit Landesmitteln ermöglicht, das Makerspace-Angebot sowohl materiell als auch in Form von personeller Unterstützung in Erkrath zu etablieren. Langfristiges Ziel ist allerdings, dass sich Interessierte selbstständig mit den Inhalten beschäftigen und die Stadtbücherei als Gastgeberin lediglich Rahmenbedingungen schafft, die vielleicht nicht jeder zuhause vorfindet. Da bauliche Veränderungen nicht realisierbar sind, soll mit der Bereitstellung von Lärmschutzmöbeln auch ruhesuchenden Nutzerinnen und Nutzern eine Rückzugsmöglichkeit zum ungestörten Lesen geboten werden – denn dieses Bedürfnis bleibt selbstverständlich ein „Kerngeschäft“ der Stadtbücherei.


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