Landesweiter Kontrolltag gegen Ablenkung im Straßenverkehr

Kreispolizeibehörde Mettmann

Symbolbild: Aktionstag im Kreis Mettmann

Polizei im Kreis Mettmann zieht Bilanz

Telefonieren, Simsen oder Texten während der Fahrt erhöht das Unfallrisiko erheblich und gefährdet das Leben und die Gesundheit der Menschen im Straßenverkehr. Nur “mal eben” eine WhatsApp-Nachricht schreiben, nur “mal eben” den Status checken, nur “mal eben” die Zieladresse am Navi eingeben – es gibt unzählige Möglichkeiten, sich im Auto oder Lkw ablenken zu lassen. Dabei sollte jedem klar sein: Die Augen gehören auf die Straße, denn: Schon bei 50 Stundenkilometern fährt ein Fahrzeug in nur einer Sekunde rund 14 Meter! Der Zwei-Sekunden-Blick aufs Display bei einer Fahrt mit 50 km/h bedeutet also fast 30 Meter Blindflug. Bereits beim einfachen Telefonieren ist das Gefahrenpotential der Ablenkung so hoch, wie beim Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut. Untersuchungen haben ergeben, dass die Nutzung eines Smartphones 164 Mal häufiger zu einem Unfall führt, als Vergleichssituationen ohne die Nutzung eines Handys.

Für die nordrhein-westfälische Polizei ist daher die Ablenkung im Straßenverkehr durch mobile Geräte, wie Smartphones, Tablets oder andere elektronische Geräte, ein Schwerpunkt bei der Verkehrsunfallbekämpfung. Im Rahmen der europäischen “ROADPOL Safety Days” (vom 16. bis zum 22. September 2020) beteiligte sich auch die Kreispolizeibehörde Mettmann am 16. September 2020 am landesweiten Kontroll- und Verkehrssicherheitstag der Polizei NRW zur Bekämpfung von “Ablenkungen im Straßenverkehr”.

Aktionsmaßnahmen im Kreis Mettmann

In der Zeit zwischen 06.00 und 19.00 Uhr führten rund 40 Einsatzkräfte der Polizei, darunter Beamtinnen und Beamte aus der gesamten Kreispolizeibehörde Mettmann, in allen zehn Städten des Kreises gezielte Verkehrskontrollen durch, um über die Gefahren der Nutzung elektronischer Geräte am Steuer aufzuklären, gleichzeitig aber auch entsprechende Verstöße konsequent zu ahnden.

Parallel dazu informierten Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater der Kreispolizei zum gleichen Thema, jeweils von 9 bis 12 Uhr, an zwei Info-Ständen auf örtlichen Wochenmärkten in Hilden und Heiligenhaus. Mehr als einhundert interessierte Bürgerinnen und Bürger ließen sich dann dort auch gerne beraten. Die dabei gezeigten Reaktionen bestätigten ganz eindeutig repräsentative Umfragen im Vorfeld. Danach ist die Haltung zum Thema selbst unter Autofahrerinnen und Autofahrern relativ eindeutig: Insgesamt 85 Prozent der Befragten sprachen sich in einer Forsa-Befragung für häufigere Handy-Kontrollen aus. Und selbst unter regelmäßigen Smartphone-Nutzern sind vier von fünf (79 %) Befragte dafür, dass noch viel öfter kontrolliert wird.

Bilanz in Zahlen

Die repressiven Ergebnisse des kreisweiten Schwerpunkteinsatzes gegen “Ablenkungen im Straßenverkehr” am heutigen Tag im Kreis Mettmann zeigen sich insgesamt wie folgt:

  • 183 Fahrzeugführer wurden an diesem Tag im gesamten Kreisgebiet kontrolliert.
  • 67 Auto- und LKW-Fahrer nutzten während der Fahrt in verbotener Art und Weise ein Handy, Smartphone oder andere elektronische Geräte, weshalb sie nun eine Ordnungswidrigkeitsanzeige erwartet.
  • 13 Fahrrad- und Pedelec-Fahrer, die ebenfalls während der Fahrt Smartphones und Handys nutzten, mussten noch an Ort und Stelle Verwarngelder bezahlen.

Die im Zuge der Ahndung dieser Verstöße immer wieder begleitende Botschaft wurde von nahezu jedem Betroffenen unwidersprochen akzeptiert: “Keine WhatsApp, keine Instagram- oder Twitter-Story, keine Sprachnachricht und kein Anruf kann so wichtig sein, dass man dafür das eigene Leben aufs Spiel setzt oder Andere gefährdet. Das gilt im Auto, im LKW, auf dem Motor- oder Fahrrad und selbst für Fußgänger, bei der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr. Denn alle Tätigkeiten, die physisch, psychisch oder emotional von der Verkehrsteilnahme ablenken, können zu Verkehrsunfällen führen – selbst beim Radfahren oder zu Fuß.”

Unabhängig von den vorgenannten “Handy-Verstößen” gab es zudem auch noch einige weitere Verkehrsvorschriften, die leider ebenfalls nicht beachtet wurden. So waren bei den Kontrollen mehrere Fahrzeuginsassen nicht angeschnallt und mussten dafür Verwarnungsgelder bezahlen. Ein junger Fahrer, erst seit zwei Monaten im Besitz seiner Fahrerlaubnis, transportierte im Fond seines Wagens gleich vier Personen, die alle nicht angeschnallt waren.

Gegen weitere Fahrzeugführer mussten die Einsatzkräfte Anzeigen im Ordnungswidrigkeitsrecht vorlegen, insbesondere wegen der Nichtbeachtung von Ampelanlagen, wegen Überholverstößen, Vorfahrtsmissachtungen und Fehlern beim Abbiegen. Auch der Fahrer eines Schulbusses wurde angezeigt, weil er beim Transport seiner Fahrgäste keinen Mund-Nasen-Schutz benutzte.

Zwei Fahrzeugführer wurden angetroffen, die nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis waren. Vier Strafanzeigen gegen Fahrer und Fahrzeughalter waren die Folge.

Die polizeilichen Maßnahmen insgesamt:

  • 76 Verwarnungsgelder,
  • 83 Ordnungswidrigkeitsanzeigen und
  • 4 Strafanzeigen

Festgestellte Verkehrsverstöße nach Stadtbereichen:

  • Velbert: 17 Verkehrsverstöße
  • Heiligenhaus: 10 Verkehrsverstöße
  • Wülfrath: 11 Verkehrsverstöße
  • Ratingen: 19 Verkehrsverstöße
  • Mettmann: 14 Verkehrsverstöße
  • Hilden: 22 Verkehrsverstöße
  • Erkrath: 11 Verkehrsverstöße
  • Haan: 8 Verkehrsverstöße
  • Langenfeld: 24 Verkehrsverstöße
  • Monheim: 27 Verkehrsverstöße
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