Längerer Lockdown: Der richtige Weg?

Lange Warteschlangen vor Banken-diese Bilder werden uns noch länger begleiten/ Foto: Tanja Bamme

Ein verlängerter Lockdown bis Ende Januar. Dafür haben sich die Länderchefs in ihrer gestrigen Sitzung ausgesprochen. Doch was sagen die Erkrather zu diesem Vorhaben? Wir haben uns umgehört:

Für Franz Caron ist die Verlängerung kein Problem. „Wir sollten weiterhin die Zahlen beobachten und besonders auf die Inzidenzwerte der Feiertage warten. Solange die Zahlen noch so schwanken, ist eine Lockerung der Verordnungen das falsche Signal“, ist sich Caron sicher. In den vergangenen Wochen hat er oft darüber nachgedacht, in welchen Bereichen die Ansteckungen am höchsten sind. „Dieser Studie sollte man nachgehen, um beispielsweise die Gastronomen zu entlasten, wenn Restaurants keine Gefahrenquellen darstellen. Das wäre eine Überlegung für die Zukunft.“ Aktuell besucht Franz Caron mehrmals in der Woche seine Mutter in einer Pflegeeinrichtung und muss bei diesem Besuch jeweils einen Corona-Schnelltest machen. Die Bilanz: „Von bisher rund 2.500 getesteten Besuchern war niemand positiv. Das ist für mich ein gutes Zeichen. Unvorsichtig sollten wir trotzdem nicht werden und wenn nötig, auch die Kontrollen und die Geldstrafen verstärken.“

Hajo Fritsch sieht das ähnlich. Sein Appell an die Regierung: „Schafft einheitliche Regelungen! Solange jedes Bundesland eigene Verordnungen trifft, kommen wir niemals zusammen.“ Der Erkrather hat einen Bekanntenkreis, in dem sich die Meinungen bezüglich eines längeren Lockdowns teilen. „Und auch ich bin da geteilter Meinung. Für die Geschäfte, die länger schließen müssen, tut es mir leid. Aber letztlich müssen wir von den Zahlen runterkommen und es gibt keine andere Lösung.“ Lobende Worte findet er hingegen für Angela Merkel, die das Land bisher „gut durch diese Zeit geführt hat“. „Ich möchte kein Entscheidungsträger sein und ziehe meinen Hut vor ihrer Leistung“, so Hajo Fritsch, der diesen Dank auch an Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz richtet. „Wenn man Entscheidungen trifft, dann wird es immer Menschen geben, die diese nicht gut finden. Ich aber finde, dass Christoph Schultz bisher die richtigen getroffen hat um unsere Stadt vor Schlimmerem zu schützen.“

Detlef Ehlert hält eine Verlängerung des Lockdowns ebenfalls für richtig, blickt aber mit Sorge auf die Schulpolitik. „Ich bin sehr gespannt, was Schulministerin Yvonne Gebauer und Ministerpräsident Armin Laschet in Bezug auf die Schulen weiterhin beschließen. Deren Entscheidungen in der Vergangenheit gehen auf keine Kuhhaut“, ist sich der SPD-Politiker sicher und fordert indes klare Kante von der Landesregierung. „Die Schulen sollten bis zum 31. Januar geschlossen bleiben. Danach sollte man weitergucken.“ (Nach dem Interview wurde die Entscheidung, dass die Schulen tatsächlich bis Ende Januar geschlossen bleiben, bekannt gegeben.)

Dass die Digitalisierung noch nicht der Schlüssel zum Erfolg ist, dessen ist sich Ehlert sicher. „Selbst wenn alle Geräte ausgeliefert sind, fehlt das Personal, um diese einzurichten. Daher ist eine längere Schulschließung der richtige Weg.“ Eine begrenzte Zeitschiene möchte der Erkrather in Bezug auf den ausgeweiteten Lockdown nicht setzen. Viel mehr sind es die Zahlen, die Detlef Ehlert im Auge behält. „Und bevor wir nicht wieder bei einer Inzidenz unter 25 sind, sollte auch keine Lockerung stattfinden. Das ist meine Meinung.“

Nils Wolfram ist gerade einmal 15 Jahre jung. Der Zehntklässler wünscht sich, obwohl er nicht zur Risikogruppe gehört, trotzdem eine Verlängerung des Lockdowns. „Mein Ziel ist es, dass wir im Sommer wieder halbwegs normale Bedingungen haben. Und dafür müssen wir jetzt alle gemeinsam vorsichtig sein“, so der Schüler, der sich auch bei den Schulen eine ähnliche Herangehensweise wünscht. „Bei uns am Gym Neander hat das Homeschooling sehr gut funktioniert. Aber ich sehe auch ein, dass es nicht für alle Schüler der richtige Weg ist.“

Was halten unsere Leser von der geplanten Verlängerung des Lockdowns? Schreibt uns Eure Meinung an redaktion@erkrath.jetzt.

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