Küken-Projekt: So entsteht Leben

Die beiden Fachkräfte André Stumpf und Jenny Gartenbröker (links) sowie Gabi Gründker von "Wohnen mit Service" freuen sich schon jetzt auf die flauschigen Küken/ Foto: TB

In der Johanniter Kindertagesstätte an der Hildener Straße entsteht neues Leben. Die insgesamt 87 Kinder brüten derzeit mit Hilfe eines Brutkastens Küken aus.

Neu ist das Projekt in der Einrichtung nicht. Bereits vor zwei Jahren haben sich die beiden Fachkräfte Jenny Gartenbröker und André Stumpf dem Küken-Brüten zum ersten Mal angenommen. Vier kleine Nestflüchter haben es damals aus dem Ei geschafft. „Wie viele Küken jetzt schlüpfen, wissen wir noch nicht“, so Jenny Gartenbröker, die mindestens genauso neugierig wie die Kinder ist. „Wir haben elf Eier im Brutkasten und warten jetzt ab.“ Bevor sich die Einrichtung an das spannende Projekt gewagt hat, war für die beiden Initiatoren zunächst Recherchearbeit notwendig. Sensibel ist das Thema nicht nur, weil es sich um Lebewesen handelt, sonders es einzelne Tiere auch nicht schaffen aus dem Ei zu schlüpfen. „Zunächst mussten wir klären, wohin mit den gebrüteten Küken. In unserer Einrichtung können sie schließlich nicht dauerhaft leben“, erklärt André Stumpf, der mit dem Hof Lamberti aus Wülfrath einen naturnahen Kooperationspartner gefunden hat. „Von dem Hof haben wir den Brutkasten und die Eier bekommen. Außerdem nehmen sie die Küken zurück“, ergänzt er.

Vogel-Kunde in der Johanniter-Kita

Dass zum Leben auch der Tod dazugehört, das haben die Kinder bereits vor zwei Jahren erfahren müssen. „Denn ein Küken hat es leider nicht geschafft und ist gestorben“, erinnert sich Jenny Gartenbröker, die diese Situation mit den Kindern aufgearbeitet hat. „Wir haben das Küken beerdigt und ihm gemeinsam einen Grabstein gebastelt. Das hatte, trotz der traurigen Situation, etwas Tröstendes an sich.“ In Zusammenhang mit dem Küken-Projekt sind die Vögel generell in den Fokus des Interesses der Einrichtung gerückt. „Auf die Idee sind wir überhaupt nur gekommen, weil ein Junge ein leeres Nest mit in die Einrichtung gebracht hat. Dabei ist uns aufgefallen, dass viele Kinder gar nicht wissen, wofür ein Netz überhaupt da ist. Das wollten wir ändern“, berichten die beiden Fachkräfte, die in diesem Zusammenhang eine Menge Informationen über Greif-, Lauf- und Nutzvögel zusammengetragen haben. Sogar ein Falkner war zu Gast, um über seine Tiere zu sprechen und den Kindern einmal einen echten Mäusebussard zu präsentieren.

Partizipieren konnten davon auch die Senioren der angrenzenden Anlage „Wohnen mit Service“ . „Und auch das aktuelle Küken-Projekt hat wieder für beide Genartionen- Alt und Jung- Vorteile“, erklärt Einrichtungsleiterin Gabi Gründker. In ihrem aktuellen Wochengruß hat sie die Senioren auf die Küken aufmerksam gemacht. „Der Brutkasten steht gut sichtbar am Fenster und kann durch die Fensterscheibe gut eingesehen werden. Das ist spannend, nicht nur für die Kleinen.“ 21 Tage brauchen die Eier, bis sie komplett ausgebrütet werden. Dass die Eier direkt nach dem Eierlegen gebrütet werden müssen, ist dabei ein reiner Irrglaube. „Denn die Küken werden dann ausgebrütet, wenn sie die richtige Wärme erhalten. Da können sie auch schon eine Woche alt sein“, verrät Jenny Gartenbröker weiter. Nach drei Tagen bilden sich sichtbar im Ei die ersten Adern. Nach einer Woche sieht man bereits Leben unter der Schale. „Und drei Tage vor dem Schlüpfen kann man aus dem Ei schon das erste Piepen vernehmen“, erklärt André Stumpf.

Axolotl leben auch in der Kindertagesstätte

Nach dem Brüten bleiben die flauschigen Küken der Rasse Appenzeller übrigens für drei Wochen in der Kita. Anschließend werden sie ihr neues Zuhause in Wülfrath finden. „Die Küken halten wir in einem großen Terrarium mit Wärmelampe“, beschreibt Jenny Gartenbröker das Leben mit den Küken nach der Brut. Tierisch geht es in der Kita aber auch an anderer Stelle zu. Drei große Axolotl (Wassermonster) leben in der Einrichtung dauerhaft in einem Aquarium. Spannend sind die Tiere in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass ihre Gliedmaßen bei Verlust nachwachsen, sie legen auch immer wieder hunderte Eier, deren Entwicklungsstadien gut einsehbar sind. „Das liegt daran, dass die Hülle der Eier, ähnlich wie bei Fröschen, durchsichtig sind“, erklärt André Stumpf, der die ersten Wassermonster nach Hochdahl gebracht hat. „Die Tiere sind in der Natur vom Aussterben bedroht und leben primär in Mexiko. Bei uns haben sie ein sicheres Zuhause gefunden und mit der Nachbrut funktioniert es auch super“, gibt er mit Blick auf das Nachwuchs-Sammelbecken lächelnd wieder. Dort tummeln sich aktuell schließlich annähernd hundert kleine Axolotl.

Wissenswertes: Wir werden das Projekt in den nächsten drei Wochen begleiten und immer wieder spannende Updates liefern. Bleibt also neugierig!

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