Kluge Kinder hat die Stadt

Die Amtsperiode des Kinderparlaments wird verlängert Foto: Archiv/Tanja Bamme

Zum ersten Mal in diesem Jahr lud Bürgermeister Christoph Schultz Erkrather Kinder zur Kindersprechstunde ins Rathaus ein. Die Resonanz der kleinen Bürger war enorm. Von zunächst angemeldeten 27 Kindern fanden sich schlussendlich 37 Kinder im kleinen Sitzungssaal an der Bahnstraße wieder.

Bevor sich die Kinder auf eine kurze Exkursion durch das Rathausgebäude machen durfen, begrüßte Bürgermeister Christoph Schultz diese zunächst. Schnell wurde deutlich, dass bereits die Kleinsten großes Fachwissen über ihre Stadt vorweisen konnten. Sie erkannten auf Anhieb die vier Flaggen im kleinen Sitzungssaal (Europa-, Deutschland-, NRW- und Erkrathflagge), wussten warum das Rathaus Rathaus heißt (weil dort eigentlich der Rat der Stadt tagt) und kannten zahlreiche Aufgaben der Verwaltungsmitarbeiter („kümmern sich um Straßen“, „stellen Reisepässe aus“, „sorgen sich um die Umwelt“).

Wie sieht es im Büro des Bürgermeisters aus? 37 Kinder wissen das jetzt.
Foto: Tanja Bamme

Sichtlich begeistert von der guten Vorbereitung der Kinder führte Bürgermeister Schultz die kleinen Besucher im Anschluss in sein privates Büro. Auch hier gab es eine Menge zu entdecken. Besonders die persönlichen Sachen des Stadtoberhauptes wurden interessiert unter die Lupe genommen. So lassen sich auf dem Schreibtisch von Christoph Schultz beispielsweise ein kleiner Esel und ein Modell des Düsseldorfer Rheinturms finden. „Beides Zeichen meiner früheren Heimat Düsseldorf. Der Esel steht für Unterbach, wo ich früher gewohnt habe“, berichtet Schultz. Auch die kreativen Bilder seiner fünfjährigen Tochter, die Geschenke verschiedener Städte und Länder (alle in einer alten Vitrine aufgereiht) und die übergroße Karte der Stadt Erkrath wurden in den Fokus des Besuches gestellt.

Ein Besuch im Sitzungssaal des Rathauses entlockte den Kindern zahlreiche Fragen.
Foto: Tanja Bamme

Weiter ging es mit einer Stippvisite im großen Sitzungssaal. „Hier trifft sich die Politik“, hieß Schultz die Jungen und Mädchen willkommen. Eine Flut an Fragen strömte aus den kleinen Bürgern heraus: „Dürfen hier alle Leute sprechen?“ „Wer sitzt wo?“ „Warum sind so große Lautsprecher an der Wand?“ Nachdem die Neugierde mit den passenden Antworten gestillt wurde, nahm Ordnungsamtsleiter Rolf Bennemann die muntere Truppe in Empfang. Anhand eines falsch geparkten (Dienst-) Fahrzeugs veranschaulichte dieser den Kindern, wie ein Knöllchen gedruckt wird. „Als kleine Verwarnung dafür, dass man an dieser Stelle nicht parken darf“, verriet Bennemann mit Hilfe eines mobilen Erfassungsgeräts.

Warum bekommen Falschparker ein Knöllchen? Das hat Rolf Bennemann vom Ordnungsamt verraten.
Foto: Tanja Bamme
Schnell war der Fragebogen ausgefüllt, die Kinder waren super vorbereitet.
Foto: Tanja Bamme

Zurück im kleinen Sitzungssaal wartete ein kleiner Frage-/Antwortbogen auf die Kinder und Jugendlichen. Dieser war für die klugen Köpfe jedoch kein Problem. Schnell wurde herausgefunden, wie viele Mitarbeiter die Verwaltung hat (rund 800 Mitarbeiter), wie die drei Erkrather Stadtteile heißen (Alt Erkrath, Unterfeldhaus und Hochdahl), wie viele Einwohner die Stadt hat (rund 45.000) und wo das Büro des Bürgermeisters ist (im Rathaus).

Anschließend durften die Kinder das Fragefeuer auf Bürgermeister Christoph Schultz eröffnen. Und so sah sich dieser zahlreichen Fragen, sein Amt betreffend, gegenübergestellt. „Warum wollten sie überhaupt Bürgermeister werden?“, fragte sich ein Schüler. „Ich bin eigentlich gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, Bürgermeister zu werden. Unser vorheriger Bürgermeister hat mir diese Frage gestellt“, erinnert sich Schultz, der im Zuge der Fragerunde zudem über anstehende Projekte sprach und versicherte, dass ihm der Job deswegen Spaß macht, weil kein Tag wie der andere ist. „Und was passiert, wenn sie mal die falsche Entscheidung treffen?“, informierte sich eine Schülerin. „Dann haben alle Erkrather ab dem 16. Lebensjahr die Möglichkeit, sich bei der nächsten Wahl für einen anderen Bürgermeister zu entscheiden“, gab Schultz wieder.

Jedes Kind durfte sich abschließend in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Direkt hinter die Seite des Generalkonsuls aus Japan. Foto: Tanja Bamme

Fragen zu Schulen und Spielplätzen brannten den Kindern ebenfalls unter den Nägeln. Der Wunsch nach neuen Spielplätzen für größere Kinder wurde laut. „Wir planen in jedem Stadtteil einen Leuchtturmspielplatz zu bauen“, versprach Bürgermeister Christoph Schultz, der den Spielplatz im Bavierpark bereits als solchen betitelte. „Ebenso werden wir am Stadtweiher in Hochdahl einen Themenspielplatz mit dem Motto Dschungel bauen. Dieser wird 500.000 Euro kosten.“

Weitere Wünsche waren Spielgeräte am Neuenhausplatz, mehr Bänke auf dem Parkfriedhof in Millrath und saubere Straßenschilder, die man lesen kann.

Wissenswertes: Die Kindersprechstunde soll künftig in einem regelmäßigen Rhythmus fortgeführt werden. Ein Großteil der anwesenden Kinder ist derzeit auch im Kinderparlament aktiv.


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