Jedem Mensch ein Zuhause!

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Symbolbild Wohnung/ keresi72/ Pixabay

Ein Zuhause zu haben, das ist leider nicht selbstverständlich. Noch immer sind zahlreiche Menschen wohnungslos oder von einer baldigen Wohnungslosigkeit bedroht.

Im Kreis Mettmann gibt es gleich mehrere Kooperationspartner, die sich dem Projekt „Endlich ein Zuhause“, das vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales finanziert wird, angeschlossen haben und genau diesen Menschen helfend unter die Arme greifen möchten. Für die Städte Erkrath, Haan und Mettmann hat sich der Caritasverband mit dem neuen Fachbereich des Wohnraummanagement dieser Aufgabe angenommen. „Gegründet wurde das Wohnraummanagement im November 2019“, berichtet Immobilienfachwirtin Marlene Biernat, die von der ersten Stunde mit von der Partie ist und von einem weiteren Kollegen unterstützt wird. Die Aufgabe, die sich zunächst einfach anhört, nämlich Vermieter und mögliche Mieter zusammenzubringen und Verträge zu knüpfen, ist allerdings gar nicht so einfach. „Bisher ist es nicht ohne Grund erst zu 14 Vermittlungen gekommen“, berichtet Marlene Biernat, die auch die anhaltende Corona-Situation als Schuldfaktor ansieht. „Denn es werden gerade weniger Wohnungen frei. Die Menschen wollen lieber erst einmal die Krise abwarten, das ist nur verständlich. Für unsere Klienten ist das jedoch nicht von Vorteil, weil sich kein neuer Wohnraum auftut“, erklärt die Immobilienfachwirtin, die gleich auf einen ganz konkreten Fall eingeht.

Das Logo der Landesinitiative “Endlich ein Zuhause”

Wer kann helfen? Gesucht wird eine Wohnung in Haan oder in der angrenzenden Umgebung!

In der Betreuung hat sie gerade eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern, die derzeit in Haan in einer Vierraumwohnung untergebracht sind. Und obwohl die junge Mutter den Kindern sämtliche sozialen und musischen Fort- und Weiterbildungen ermöglicht, ist es am Ende die Enge der Wohnung, die das Lernen in den eigenen vier Wänden unmöglich machen. „Auch schläft die Mutter selbst im Wohnzimmer. Das ist keine optimale Lösung“, ist sich Marlene Biernat sicher, die nach Alternativen sucht. Finanziert wird die Miete vom Jobcenter. Doch hier scheint für viele Vermieter bereits die erste Hürde zu liegen. „Dabei ist die Bezahlung durch das Jobcenter gesichert, wenn sich die Wohnung preislich von der Größe eignen“, kann die Immobilienfachfrau bestätigen. Coaching-Bedarf gibt es aber auch auf Klientenseite. Nicht jeder künftige Mieter weiß sich bei einer Besichtigung richtig zu verhalten. „Oft sind unsere Klienten zu ehrlich“, ist sich die Fachfrau sicher, die bereits vor der Corona-Zeit mit Trainingseinheiten für Klienten begonnen hat. Derzeit werden diese Angebote nur in der 1:1-Betreuung fortgeführt.

Kreis Mettmann: Trauriger Spitzenreiter

Nach erfolgreicher Vermittlung hört für das Wohnraummanagement der Caritas die Arbeit nicht auf. „Denn wir sind auch in der Nachbetreuung im Einsatz“, so Marlene Biernat, die mit positiven Erfahrungen eine Strahlwirkung erzielen möchte. „Oft haben Vermieter nicht nur eine Wohnung. Wenn sie mitbekommen, dass wir uns einsetzen und auch passende Mieter finden, können wir vielleicht noch mehr Wohnungen für unsere Klienten bekommen. Zukünftig wäre es schön, wenn sich eine Eigendynamik entwickeln würde.“ Mit Blick auf die aktuelle Statistik wird deutlich, wie wichtig der Erfolg des Projektes „Endlich ein Zuhause“ für zahlreiche Schicksale ist. „Im Kreis Mettmann verzeichnen wir hinter den Städten Köln und Düsseldorf die größte Zahl an wohnungslosen Personen in ganz NRW“, berichtet Caritas-Bereichsleiter Thomas Rasch, der von dem Erfolg und der Notwendigkeit des Projektes überzeugt ist. 1.805 wohnungslose Personen zählte der Kreis allein im Jahr 2018. Im Jahr 2019 waren in ganz NRW rund 45.000 Menschen ohne einen festen Wohnsitz.

Ein paar Daten und Fakten:

  • 1-Personen Haushalt 437,50€ Brutto-Kaltmiete (Miete einschließlich aller Betriebskosten) Wohnungsgröße etwa 25-50m²
  • 5-Personen Haushalt 885,50€ Brutto-Kaltmiete (Miete einschließlich aller Betriebskosten) Wohnungsgröße etwa 95-110m²
  • Jahresbericht Caritas Wohnungslosenhilfe 2020: 531 Klienten in Mettmann-Erkrath-Haan, davon 249 wohnungslos
  • Stichtag 31.03.2021: allein im ersten Quartal 2021 sind im gesamten Kreis Mettmann (10 Städte) 258 Personen wohnungslos und 280 Menschen unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht
  • Derzeit gibt es landesweit 32 Projekte der Landesinitiative ENDLICH EIN ZUHAUSE

Wissenswertes: Der Caritasverband arbeitet im Kreis Mettmann in einem Netzwerk, gemeinsam mit dem SkF Ratingen und Langenfeld sowie mit der Bergischen Diakonie (für die Städte Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus). Sie möchten gerne Kontakt mit dem Wohnraummanagement aufnehmen, suchen dringend eine Wohnung oder sind sogar Vermieter und möchten sich beraten lassen? Der Kontakt ist per Mail unter wohnraummanagement@caritas-mettmann.de oder telefonisch unter 02104-92 62 95 möglich.

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