Innovationsimpulse für den Strukturwandel

Regionalmanagement Düsseldorf – Kreis Mettmann

Symbolbild. Foto: Michal Jarmoluk / Pixabay

aus der Landeshauptstadtregion

Neue aufstrebende Technologien und Innovationsfelder – von klima- und ressourcenschonenden Produktionsverfahren bis hin zu digitalisierten Wertschöpfungssystemen – verändern ganze Branchen und stellen etablierte Marktpositionen auf den Prüfstand. Für Unternehmen wird die Beherrschung aufstrebender Zukunftstechnologien zum wettbewerbsbestimmenden Faktor und gleichzeitig Basis für neuartige Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen.

Um eine Basis für zukünftige Strukturwandelprojekte auch über die Regionsgrenzen hinaus zu schaffen, hat das Regionalmanagement Düsseldorf – Kreis Mettmann das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW mit der Erarbeitung einer Analyse beauftragt, die die Herausforderungen zukünftiger Innovationsfelder und die mit ihnen verbundenen Entwicklungschancen in den Blick nimmt. Teil dieser Analyse ist eine Unternehmensbefragung zu den Potenzialen des regionalen Innovationssystems, an der sich knapp 300 Unternehmen beteiligt haben. Die befragten Unternehmen haben eine sehr hohe Innovationskraft erkennen lassen. Lediglich 14,2 % gaben an, in den letzten drei Jahren keine Produkt-, Prozess- oder Geschäftsmodellinnovationen eingeführt zu haben.

In der Befragung wurden insbesondere auch die Innovationsfelder in den Blick genommen, die bei den Transformationsmaßnahmen im Kontext des Ausstiegs aus der Kohleverstromung im Rheinischen Braunkohlerevier eine Rolle spielen. Die Landeshauptstadtregion, selbst nicht Teil des eigentlichen Reviers, ist jedoch in vielfältiger Hinsicht funktional mit ihm verflochten. 22,4 Prozent der Unternehmen mit Innovationskooperationen arbeiteten in den letzten drei Jahren mit Partnern aus dem Rheinischen Revier zusammen in Forschung, Entwicklung und Innovation.

Neben dem in der Region traditionell starkem Forschungs- und Innovationsfeld der Life Sciences, (z. B. Biopharma, Bioökonomie, Umweltmedizin) sind Unternehmen der Region vor allem in den Feldern »Zukunftsfähige Industrie« (19,3 %), »Energiesystem der Zukunft« (15,0 %) und »Alternative Antriebstechnik« (11,8 %) bereits aktiv, wie die Befragung zeigt.

So werden zum Beispiel in dem Innovationsfeld »Zukunftsfähige Industrie« neue Technologien zur Digitalisierung der Produktion erforscht und eingesetzt. In dem Innovationsfeld »Energiesystem der Zukunft« betätigen sich die Unternehmen an neuen Technologien und Systemen, welche den Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung ermöglichen. Zur Transformation des Energiesystems und Erreichung der Klimaziele wird dieses Innovationsfeld zukünftig essenziell sein.

Ganz überwiegend geben die Unternehmen der Region an, die Potenziale dieser Innovationsfelder aktuell zu sichten (64,7 %). Zur intensivierten Betätigung in den Innovationsfeldern führen Unternehmen der Region darüber hinaus Forschungsprojekte durch (36,8 %), stellen neue Fachkräfte ein (32,4 %) und engagieren sich in der Qualifizierung von Mitarbeitenden (36,8 %).

Allerdings ergeben sich bereits heute Engpässe bei der Einstellung qualifizierter Mitarbeiter, wie die Befragungsergebnisse der regionalen Wirtschaft zeigen. Auch geben die Unternehmen der Region an, dass die hohen Kosten und beträchtlichen Investitionen wesentliche Hürden für ihre Innovationsaktivitäten sowie den Einstieg in neue Innovationsfelder darstellen. Insbesondere lässt die Umfrage erkennen, dass Finanzierungsangebote für technologieintensive Gründungen, wie auch die hohen Innovationskosten für bestehende kleine und mittelständische Unternehmen, als Hürden am Standort wahrgenommen werden.

Eine weitere sich in diesem Zusammenhang ergebende Herausforderung für Unternehmen der Region besteht in der Identifizierung von geeigneten Kooperationspartnern zur Umsetzung von Innovationsvorhaben und Transformationsprojekten.

 „Die große Resonanz zur Befragung und auch die Ergebnisse zeigen, dass der innovationsbasierte Strukturwandel ein wichtiges Thema für die strategische Ausrichtung der Unternehmen in unserer Region darstellt. Dabei spielen Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung eine zentrale Rolle. Die hohe Attraktivität des Standortes bietet sehr gute Rahmenbedingungen, von denen die Unternehmen auch rege Gebrauch machen.“ So bewertet Paul Stertz, Geschäftsführer des Regionalmanagements Düsseldorf – Kreis Mettmann, die Ergebnisse der Unternehmensbefragung.

Insgesamt wird deutlich, dass die Jahrhundertaufgabe des Strukturwandels starke Partnerschaften der Region sowohl mit dem Rheinischen Revier, aber auch darüber hinaus, voraussetzen wird.  So können eine hinreichende kritische Masse und vor allem eine verbesserte Sichtbarkeit der großen Potenziale und Stärken im Rheinland geschaffen werden. Die Ergebnisse der Analyse zeigen konkrete thematische Ansätze für mögliche Kooperationen in der Region und mit zentralen Akteuren aus dem Rheinischen Revier auf. Gemeinsam mit Verantwortlichen aus dem Revier wird das Regionalmanagement daher u.a. Prozesse zur intensiveren Vernetzung anstoßen.

Befragung als PDF zum Download.

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