Immer ‚eine Reise wert‘: Lokschuppen

Armin Gärtner mit einem Original-Schild der Deutschen Schlaf- und Liegewagengesellschaft. Foto: Susann Krüll

Der Lokschuppen Hochdahl freute sich am vergangenen Sonntag über viele Besucher zur Sonderschau „Urlaub – Sonderzüge – Koffer – Fahrkarten“.

Zusammen mit zehn weiteren Museen hat sich der am Hochdahler Lokschuppen beheimate Verein dem Verband „Bergische Museen“ angeschlossen und am vergangenen Sonntag seinen Beitrag zum Themenjahr „Alles in Bewegung“ präsentiert.

Armin Gärtner hatte an diesem Sonntag eine Bildschirm-Präsentation zu seinem bereits in zweiter Auflage erschienen Buches „Reisebüro Sonderzüge – Urlaub von Anfang an“ vorbereitet. Gärtner ist Mitglied des Eisenbahn- und Heimatvereins Erkrath-Hochdahl und Autor von bereits zwei im Eigenverlag des Vereins erschienen Büchern. Interessierte Zuschauer erfuhren vom ihm Anekdoten rund um die Geschichte der Urlaubsfahrten mit Liege- und Schlafwagen. Diese führten Deutsche Urlauber in den 60er Jahren in beliebte Urlaubsorte, wie Österreich, die deutsche See, nach Italien oder auch nach Schweden. Infos gab es auch zu den Reiseveranstaltern, wie die „Touropa“, die vom „Touristik-Pionier“ Dr. Degener gegründet wurde. Zusammen mit Scharnow Reisen und Hummel gründete sich1968 die TUI. „Übernachteten in den 50er-Jahren die ersten Zugreisenden noch in Hängematten, wurden die nächsten Generationen der Liegewagen im Laufe der Jahre mit immer komfortableren und auch breiteren Betten oder besser Liegen ausgestattet“, weiß Armin Gärtner zu berichten, der sich während seines Studiums als „Zugbegleiter“ auf diesen Nachtverbindungen etwas dazu verdient hat. „Gerade bin ich mitten in der Recherche für mein neues Buch“, berichtet er enthusiastisch. „Es geht darin um die Geschichte der Bundesbahn-eigenen Liegewagen,“ erzählt er und zeigt ein Schild, das ihm ein 84-Jähriger pensionierter „Bundesbahner“  aus Hamburg geschickt hat. Auf ihn war er während seiner Recherche im Internet gestoßen und erhielt jede Menge Infos für sein drittes Buch von ihm. „Mich kontaktieren auch Eisenbahn-Fans, die meine Bücher gekauft haben“, freut er sich über die Hilfe beim Sammeln von Infos oder auch Originalen, wie dem besagten Schild oder Prospekten und Werbepostern aus den 50er, 60er und 70er Jahren. Die sind sowohl selten als auch nur Dank vieler Nachforschungen und Kontakten, die er und seine Vereinskollegen im Laufe der Jahre gesammelt haben, zu bekommen.

Messwagen – der neue „Sanierungsfall“

Auf dem Gleis zwischen Bahnsteighalle und Reparaturhalle steht das „aktuelle Projekt“ der Vereinsmitglieder. „Es wird uns noch zahllose Stunden Arbeit kosten, diesen besonderen Wagen wieder in ‚alten Glanz‘ zu versetzen“, sind sich Dr. Ralf Fellenberg, 1. Vorsitzender des Vereins, und Armin Gärtner einig. Gemeinsam mit noch zwei weiteren Mitgliedern sind bereits zahlreiche Arbeitsstunden in die Aufbereitung des Wagons geflossen, der einmal – unter anderem – als Standort für die Modelleisenbahn dienen soll. Diese erfreut sich besonders bei den jüngeren Besuchern großer Beliebtheit. „Wir haben den Wagen und das Gleis drumherum vor Kurzem mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt und vom Dreck der letzten Jahre befreit. Dabei sind allerdings auch zahlreichen Roststellen erst richtig zu Tage getreten“, so Gärtner, der weiter berichtet, dass die Aktiven sich gerade der Aufarbeitung der Fenster widmen. „Da könnten wir gern noch die Hilfe von Handwerkern wie Schreiner oder auch Sattlern gebrauchen, die einen Bezug zu Eisenbahn und Spaß am Mitarbeiten haben“, so Fellenberg, der versichert, dass jeder den zeitlichen Einsatz selbst bestimmt. „Wir treffen uns samstags am Vormittag und meist auch noch Mittwochabend. Aber es ist keine Verpflichtung regelmäßig und immer da zu sein. Wir freuen uns über jeden, der stundenweise anpacken mag.“ Auch wer lieber Archiv-Arbeiten macht, ist dem Verein willkommen, der seines im ersten Stock des Gebäudes an der Bahnsteighalle betreibt.

Kaffee und Kuchen mit Fachgesprächen

Nicht alle, die an diesem Sonntag schon direkt nach Öffnung um 11 Uhr durch die Ausstellung im Lokschuppen schlenderten, sind „ausgewiesene“ Eisenbahnfans. Ein Ehepaar, das gerade seine Fahrräder anschließt, gesteht, dass es ihnen auch um den leckeren selbst gebackenen Kuchen und eine Tasse Kaffee geht, die es im Restaurantwagen zu erwerben gibt. Natürlich wolle man sich auch die Ausstellung ansehen, versichern beide auf Nachfrage.

„Durch die Zusammenarbeit mit den Touristik-Verantwortlichen des Kreises Mettmann, die die Übernachtungspakete ‚Neandertal Quickies‘ aufgelegt haben, können Touristen zu ihrem Übernachtungspaket auch eine Führung bei uns buchen“, berichtet Uli Schimschock, der vor Kurzem erst vier Besucher durch die Ausstellung und das Archiv geführt hat. So erschließt sich der Verein auch immer wieder neue Zielgruppen.

Nächster Öffnungstermin: 22. august 2021 von 11 bis 18 Uhr. Unter der Bahnsteighalle wird an diesem Tag das Bundes Bahner Orchester aus Wuppertal spielen. Auch das Zug Café  ist wieder geöffnet.
Infos zum Lokschuppen und Heimat-Museum Erkrath-Hochdahl e. V., Ziegeleiweg 1-3: www.lokschuppen-hochdahl.de | Infos zu den Übernachtungspaketen „Neandertal Quickies“: www.neanderland.de/quickies

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