Hochdahler Hof

Hochdahler Hof um 1930 - Fotograf/Urheber: unbekannt - Foto: Eggerath, Hanna / Bergischer Geschichtverein

Den Hof, der einst Hochdahl seinen Namen gab, gibt es nicht mehr. Geblieben sind eine alte Bruchsteinmauer und ein Denkmal in Form einer Bronzeplatte am Hochdahler Markt.

Unter den Einkünften des Hofes Schlickum um 1370 sind die Abgaben des Hof „ym daill“ aufgeführt. Das ist vermutlich die älteste Erwähnung des Hofes. Es folgen ein Einträge im Schlickumer Zinsverzeichnis 1392 als “Ym Dale” und 1416 als “Uf dem Dahl”. Der Name des Hofes änderte sich im Sprachgebrauch der Jahrhunderte bis zu dem Namen, den das heutige Hochdahl trägt. Auch die Besitzverhältnisse änderten sich in den Jahrhunderten einige Male. 1494 kam der Hof in den Besitz der Bruderschaft Unserer lieben Frauen und verblieb bis 1803 in kirchlichem Besitz.

Wer waren die Menschen, die über die Jahrhunderte auf dem Hochdahler Hof lebten?

1674 heirate Gördt Schirpenbroich, auch Gördt auff’m Hohenthall genannt, Agnes Schneider, die ihm vier Kinder gebar. Offensichtlich ist sie früh verstorben, denn 1683 heiratet Gördt ein zweites Mal. Gertrud Cnot, seine zweite Frau gebar ihm sieben Kinder.

Laut eines geschichtlichen Abrisses des Bürgerverein Hochdahl wurde das Gut um 1700 von der Familie Bruchhaus bewirtschaftet. Ab 1794 pachtete die Familie Birschel aus Gruiten den Hof, die einige Jahre vorher den Feldhof gekauft hatten. 1803 erwarb Johann Christian Birschel den Hochdahler Hof für seinen Sohn Heinrich Birschel, der 1793 Maria Agnes Spieker geheiratet hatte. Ihre Liebe haben sie im Türsturz des neu gebauten Bruchsteinhauses mit den Initialen HB 1810 MAS verewigt. Die beiden hatten sieben gemeinsame Kinder. Heinrichs Sohn Christian übernahm den Hochdahler Hof. Mit seiner Frau Johanna Straßburg bekam er zwei Töchter.

Die jüngere der beiden Töchter, Auguste Birschel, heiratete 1873 Karl Spiecker, der den Hof weiter führte. Bei der Geburt ihres zweiten Kindes starb Auguste. Acht Jahre später heiratete Karl Hulda Selma Wilms. Als er 1915 starb, beerbten ihn sein Sohn aus erster Ehe und drei Kinder aus der zweiten Ehe. Von 1917 an führte der Erstgeborene Ernst Spiecker den Hof, der im Todesjahr seines Vaters Käthe Köttgen aus Mettmann geheiratet hatte. In den folgenden Jahren baute er den Hof weiter aus. Die Milch seiner Kühe lieferte er damals an den Milchhof in Mettmann. Neben der Viehwirtschaft baute er auf den großen Ländereien Getreide- und Zuckerrüben an.

Als Ernst Spiecker im Alter von nur 47 Jahren 1933 verstarb, führte seine Witwe Käthe den Betrieb allein weiter. Ihre älteste Tochter Ruth lernte bereits mit 16 sie zu unterstützen. Insgesamt hatten die beiden fünf Kinder. Carl-Ernst, der älteste Sohn, fiel 1944 als Soldat im zweiten Weltkrieg. Auch der Hof erlitt Kriegsschäden durch Bombenangriffe. In den 50er Jahren übernahm der jüngste Sohn Jochen die Führung des Betriebs. Nach Gründung der Entwicklungsgesellschaft Hochdahl interessierte sich diese auch für den Ankauf des Hochdahler Hofs. Die Erbengemeinschaft entschloss sich mehrheitlich zum Verkauf, sodass Jochen Spiecker 1960 die Landwirtschaft aufgeben musste.

Neun Jahre später riss die EGH den Hof ab. Heute finden sich am Platz des ehemaligen Hofes die Firmen Abschleppdienst GmbH Bleikart und Autoreparaturwerkstatt ASD Bleikart und die eingangs erwähnte alte Bruchsteinmauer.

Quellennachweise:
Heinrich Dittmaier, Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes, Neustadt an der Aisch 1956;

Düsseldorfer Trauregister Band 3, Hrg. Monika Degenhard und Alfred Strahl, zu beziehen über den Düsseldorfer Verein für Familienkunde e.V.;

Bürgerverein-Hochdahl www.bürgerverein-hochdahl.de/pdf/HochdahlerHof.pdf;

„Hof Hochdahl”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-58195-20121212-2 (Abgerufen: 10. August 2016)


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