Hast Du mal ein paar Nüsse?

Foto: Alexas Fotos / Pixabay

In unseren Städten finden Eichhörnchen im Winter oft zu wenig Nahrung, während wir satt sind und auf unseren Weihnachtstellern noch ein Nussvorrat liegt.

Eichhörnchen üben auf uns Menschen eine ähnliche Faszination aus, wie Katzen, obwohl letztere durchaus zu den natürlichen Feinden der Eichhörnchen gehören. Wir finden die possierlichen Tierchen, deren Fell von grau über rot, braun bis hin zu schwarz variieren kann, meist niedlich. Hier bei uns dominieren meist die rötlichen Fellvarianten.

Auch die Eichhörnchen haben uns Menschen inzwischen schätzen gelernt. Sie halten sich gerne in unserer Nähe, in Städten in den Gärten und Parks oder auf Friedhöfen auf, solange sie dort Nahrung und Unterschlupf finden. Aber im Winter wird die Nahrung für sie auch in unserer Nähe oft zu knapp und zwei zu trockene Sommer könnten das Nahrungsangebot noch weiter reduziert haben.

Seien Sie aufmerksam, wenn Ihnen Eichhörnchen hinterher laufen und gar versuchen an ihnen hochzuklettern. Sie könnten in Not sein. Tipps und Anlaufstellen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Halten Eichhörnchen Winterschlaf?

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sind aber dennoch weniger aktiv. Ihr Herzschlag verlangsamt sich und der Energiebedarf sinkt. Sie schränken ihre Aktivität ein und wenn es besonders kalt oder stürmisch ist, bleiben sie auch einmal mehrere Tage in ihrem Kobel. Das ist ihre Schlaf- und Ruhestätte, die sie hoch in den Baumkronen bauen. Der Kobel ist im äußeren Durchmesser 30 bis 50 cm groß. Die Bauzeit beträgt drei bis fünf Tage. Manchmal funktionieren Eichhörnchen auch ein ausreichend großes, verlassenen Vogelnest, zum Beispiel von einer Elster oder einem Habicht, um. Das Innere kleiden die Eichhörnchen mit weichen Materialien wie etwa zarten Zweigen, Federn oder Moos aus. Der fertige Kobel besitzt zwei Ausgänge, damit dem Eichhörnchen Fluchtwege offen bleiben. Neben dem Hauptkobel bauen Eichhörnchen mehrere, etwas einfacher gebaute, Nebenkobel, um im Notfall umziehen zu können, wenn der Hauptschlafplatz nicht mehr sicher erscheint oder von Parasiten befallen ist.

Wovon ernähren sich Eichhörnchen?

Im Frühjahr stehen bei Eichhörnchen Blätter, Knospen und junge Triebe auf dem Speiseplan. Im Sommer und Herbst sind es Pilze, Beeren, reife Früchte, Nüsse und Sämereien von Laubbäumen oder Tannen- und Kieferzapfen. In unseren Städten steht nicht immer die ganze Vielfalt zur Verfügung. Wer im eigenen Garten etwas für die Eichhörnchen tun möchte, sollte Haselnusssträucher, einen Walnussbaum oder auch Obst- und Tannenbäume pflanzen. Der Boden darunter sollte nicht zu sehr gepflegt werden, denn in ihm verstecken die Tierchen ihren Wintervorrat.

Eichhörnchen legen Vorräte für den Winter an. Sie verstecken Samen und Nüsse im Boden. Nicht alle davon finden sie wieder und so mancher Haselstrauch verdankt sein Wachstum einem vergessenen Wintervorrat. Aber die niedlichen Tiere besitzen ein inneres Navigationssystem, mit dem sie sich Verstecke merken können und haben einen guten Geruchssinn, um Nüsse wieder aufspüren zu können.

Tipps zum Zufüttern

Trächtige und säugende Weibchen haben einen hohen Energieverbrauch. Die Tragezeit beginnt bereits im Januar. Bei Frost können die Tiere ihre versteckten Vorräte nicht erreichen und drohen zu verhungern. Aber auch andere Bodenbewohner bedienen sich an die Vorräten der Eichhörnchen, sodass die Vorräte geschmälert seien können. Hinzu kommt, dass Jungtiere des ersten Wurfs bereits im März oder April selbst auf Futtersuche gehen und dann in der Natur in unseren Städten kein ausreichendes Nahrungsangebot finden. Dann kann es sinnvoll sein, auch geschälte Hasel- oder Walnüsse anzubieten.

Passendes Futter für Eichhörnchen enthält Nüsse, Früchte, Sämereien und gern auch Insekten. Wer im Winter zufüttern möchte, kann Hasel- und Walnüsse, getrocknete Mehlwürmer, Rosinen, Maronen oder Bucheckern anbieten. Auf Erdnüsse, die oft mit schädliche Schimmelsporen belastet sind, sollte man genauso verzichten, wie auf Mandeln, denn die sind für Eichhörnchen giftig. Auch sollte man im Winter auf frische Nahrung, wie Apfel, Birne oder Kürbis, die im Sommer und Herbst durchaus willkommen angenommen werden, verzichten. Sie belasten im Winter den Verdauungstrakt der Tiere.

Wenn der Boden gefroren ist, kann es sogar sinnvoll sein, zwischendurch einmal eine Schale mit Wasser anzubieten, weil die niedlichen Baumkönige, die gern aus Pfützen und Wasserlachen trinken, dann nichts zu trinken finden. Am besten wären sowohl Futter, als auch Wasser in luftiger Höhe am Baum angebracht, platziert. Dann wären die Eichhörnchen nicht in Gefahr. Wo das nicht geht, sollte man zumindest darauf achten, dass sowohl Futter als auch Wasser in direkter Nähe von Bäumen deponiert werden, damit die Tiere einen Fluchtweg haben, wenn sie in Gefahr geraten.

Was tun, wenn man ein Eichhörnchen in Not findet?

Manchmal laufen Jungtiere oder auch erwachsene Tiere uns Menschen hinterher, kecken oder schreien und krabbeln an uns hoch. Dieses Verhalten ist so gut wie immer ein Zeichen dafür, dass das Tier in Not geraten ist und wir helfen sollten. Aber Vorsicht: So ein gestresstes, ängstliches Eichhörnchen kann auch schon mal “schnappen”. Man kann es mit einem Tuch oder auch einer Jacke aufnehmen und es warm am Körper halten. Das tut dem Tier meist gut und lindert den ersten Stress.

Eine Anleitung zur ersten Hilfe gibt die Website www.eichhoernchen-schutz.de.
Wer ein verletztes Tier oder ein mutterloses Jungtier findet, kann über die bundesweite Servicenummer 0700 – 200 200 12 erfahren, wo die nächste Auffangstation ist.


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