Haaner Volkszeitung vor 120 Jahren

In Zusammenarbeit mit Johannes Podporowski | Bergischer Geschichtsverein Erkrath

Bild: Gerd Altmann / Pixabay

Zeitreise | Gemeinsam mit Johannes Podporowski vom Bergischen Geschichtsverein Erkrath bringen wir Episoden vergangener Printmedien in die Digitale Zeitung von heute.

Stammtische und Vorträge gibt es bisher Corona-bedingt auch im Jubiläumsjahr des Bergischen Geschichtsvereins Erkrath immer noch nicht. Und so erreicht auch der für den März Stammtisch vorbereitete Vortrag mit einem Blick in die Haaner Volkszeitung von Anfang März 1901 nicht sein Publikum. Mehr als 30 Teilnehmer besuchen den monatlichen Stammtisch, wenn nicht gerade Corona ist. Johannes Podporowski hat uns den Vortrag mit den Worten “Wir schreiben inzwischen das Jahr 2021 und müssen leider aus den bekannten Gründen die Vereinsaktivitäten immer noch aussetzen” geschickt. “Deshalb möchte ich Ihnen erneut ‘Lektüre statt Lesung’ von historischen Zeitungen aus dem Zeitungsportal NRW https://zeitpunkt.nrw/ anbieten”, schreibt er.

Historische Printzeitung goes Digital …

Mit unserer Genossenschaft sind wir im November 2019 angetreten, um Menschen über moderne digitale Lokal-Medien den Zugang zu Bildung und Information zu ermöglichen, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten und die Demokratie zu fördern. Zur Bildung gehört auch das Wissen um unsere Geschichte und dazu gehört auch die Entwicklung der lokalen Medien. Warum also nicht gemeinsam mit dem Bergischen Geschichtsverein und Johannes Podporowski den Blick in die historischen Zeitungen unserer Region einer breiten Leserschaft präsentieren?

Medienzeitreise Teil 1 | Haaner Volks-Zeitung vor 120 Jahren

- Zeitungsausschnitte und Texte von Johannes Podporowski-

Diesmal kommen die Nachrichten aus der „Haaner Volks-Zeitung“. Diese Zeitung erschien (zeitweise auch als „Haaner Zeitung“) von 1896 bis 1941, anfangs drei mal wöchentlich, ab 1927 bis zur Einstellung werktäglich. Verbreitungsorte waren Haan, Gruiten, Millrath, Schöller. Vor 120 Jahren, genauer gesagt am 04. März 1901, wurde im Tal der Wupper die Schwebebahn eröffnet! Dieses Ereignis war natürlich auch für die damaligen Zeitungsleser interessant. Viel Vergnügen bei unserer kleinen Zeitreise und bleiben Sie gesund!

Haaner Volks-Zeitung 05.und 07. März 1901

Der Start war also schwierig und mit Pannen ging es zunächst auch weiter:

Das eigentlich sehr interessierte Publikum war offensichtlich von der mangelhaften Organisation frustriert („Man fragt … mit Recht, ob dazu nicht Zeit genug vorhanden gewesen ist …“). Heutzutage würde so ewas sicherlich besser gemanagt (oder vielleicht doch nicht??).

Der erwähnte kaiserliche Besuch fand einige Monate vor dem offiziellen Betriebsbeginn, nämlich noch während der Bauphase am 24. Oktober 1900 statt. Dieses Ereignis erregte riesiges Aufsehen: das Kaiserpaar weilt im Bergischen Land und besucht im Wupperthale die Städte Barmen, Elberfeld und Vohwinkel!

Bis zum Zusammneschluß 1929 waren Barmen und Elberfeld eigenständige Großstädte. Die Stadt Vohwinkel gehörte zum Kreis Mettmann und war von 1877 bis 1929 sogar Verwaltungssitz dieses Landkreises. Aber lehnen Sie sich jetzt entspannt in Ihrem Ohrensessel zurück und lassen einige Auszüge aus dem umfangreichen Bericht der Haaner Volks-Zeitung in der Ausgabe vom 25. und 27. Oktober 1900 auf sich wirken:

Zunächst ein hymnisches Gedicht…

… und dann sind sie tatsächlich da!

Das Kaiserpaar

Nachdem das hohe Paar die Ruhmeshalle (heute Haus der Jugend und Kunsthalle) eingeweiht hatte ging es mit der vierspännigen Kutsche weiter nach Elberfeld.

Nach Absolvierung des bei kaiserlichen Besuchen üblichen Programms mit Begrüßung, Ansprachen, Ehrentrunk usw. fand nunmehr die noch im Bau befindliche Schwebebahn das Interesse der Majestäten.

Soweit der Zeitsprung in den Herbst 1900. Kehren wir jetzt wieder in den März 1901 zurück.

Was bot die Haaner Volks-Zeitung – außer den Berichten über den Start der Schwebebahn – der interessierten Leserschar noch an? Zum Beispiel das Ergebnis einer Volkszählung. Die Bevölkerungszahl im Deutschen Reich hatte sich geradezu explosionsartig entwickelt:

Thema waren aber natürlich auch eher alltägliche Ereignisse

Kriminelles
Betrübliches

Erstaunliches

Bekanntmachungen
Annoncen aller Art

Zum Schluss noch der Wunsch auf baldiges Frühlingserwachen, dem wir Heutigen uns sicher gerne – wenn auch vermutlich mit weniger poetischen Worten – anschließen.

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