Grüne fordern Web-Shop für den Handel

Symbolbild Online-Shop Webshop/ Picabay: Alexandra_koch

20.000 Euro möchte Bündnis 90/ Die Grünen bereitstellen, um einen digitalen Marktplatz für die Erkrather Händler aufzubauen.

„Die lokalen Händler werden bei dem bestehenden Onlineangebot abgehängt“, erklärt Lars Heilemann. Mit den 20.000 Euro soll zunächst ein Konzept erstellt werden, ob und wie der Marktplatz aufgebaut werden kann. „Das Geld soll für einen externen Partner bereitgestellt werden, der dieses Konzept erstellt. Das ist nicht Aufgabe der Verwaltung“, so Heilemann erklärend.

Wirtschaftsförderin Sarah Harden gab an, dass der Marktplatz durch die neue Plattform des Wirtschaftskreises (starke-gemeinschaft-erkrath.de) und den bald startenden Stadtgutschein abgedeckt wird. „Zudem arbeiten die Händler, die eine solche Leistung bieten können, bereits mit Drittanbietern wie Zalando zusammen“, so Harden weiter. „Es ist nicht sinnvoll, ein weiteres Projekt anzugehen.“ Auch Kämmerer Thorsten Schmitz unterstützte die Ausführungen und ergänzte, dass für ein Onlinehandel ein bestimmtes Warenwirtschaftssystem vorhanden sein muss, dessen Anschaffung sich gerade für kleine Händler nicht lohnt. „Als Stadt sowas zu betreiben ist auch nicht zulässig“, so Schmitz.

Marc Hildebrand (CDU) ist in der vergangenen Woche mit mehreren Händlern auf der Bahnstraße ins Gespräch gegangen um ein Stimmungsbild bezüglich des Grünen-Vorhabens zu bekommen. „Der Tenor der Händler ist eindeutig: Die können sowas nicht leisten“, so der CDU-Politiker. Und auch Detlef Ehlert (SPD) sieht in dem Vorhaben nur Erfolg, wenn die Händler einen solchen, digitalen Marktplatz wirklich wollen. „Die Skepsis diesbezüglich ist groß. Die IHK bietet zudem bereits Beratungsangebote an, bei denen auch Förderungen für die Erstellung von Web-Shops angesprochen werden.“

Der Antrag wurde abschließend mehrheitlich von CDU, SPD, BmU, FDP und AfD abgelehnt. Die Linke Erkrath enthielt sich bei der Abstimmung.

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1 Kommentar

  1. Nochmal ein schlauer Artikel zum Thema:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article226530555/Corona-Die-Innenstaedte-sind-fast-tot-nur-so-koennen-sie-ueberleben.html

    Der digitale Marktplatz ist ein pittoresker Gedanke, die Kosten für Erstellung und Betrieb liegen im 6stelligen Bereich. Und damit sind die analogen Dinosaurier in der Innenstadt noch nicht angebunden (Warenwirtschaftssystem).

    Wenn der Forst abstirbt, hat dieses einen Vorteil: Es entsteht neuer, junger und kraftvoller Mischwald. Stichwort Marktwirtschaft.

    Die Läden sterben an/ mit Ihren Kunden, inzwischen auch in Studien wissenschaftlich belegt:

    https://www.rtl.de/cms/junge-leute-kaufen-nicht-mehr-gerne-in-der-innenstadt-ein-4697689.html

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