GGS Willbeck: Kita-Parkplätze anstatt Elternhaltestelle

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Birgit Ehlert kann nicht nachvollziehen, warum nach beinah 20 Jahren Parkplätze für den Kita-Anbau geschaffen wurden, ihre Forderung einer Elternhaltestelle aber nicht nachgekommen wird/ Foto: Tanja Bamme

Vielerorts sind Schulen, gerade in den Morgenstunden, Gefahrenstellen für Unfälle mit zumeist jüngere Schüler. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor den Schuleingang fahren, blockieren nicht nur die Zufahrten, sondern stellen auch für Lehrer, Schüler und andere Eltern ein Ärgernis dar.

Um dem entgegenzuwirken, sprach sich Birgit Ehlert, stellvertretende Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Willbeck, bereits vor über einem Jahr für eine Elternhaltestelle vor ihrer Schule aus. Die links neben dem Haupteingang befindliche Rasenfläche hätte als solche genutzt werden können. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Fläche als Haltebucht umgebaut worden wäre und der Verkehr dann besser abfließen kann“, berichtet Ehlert, die ebenso bei der SPD Erkrath als Sachkundige Bürgerin aktiv ist. Dass es an der GGS  Willbeck bisher noch zu keinem Unfall kam, grenzt für die Pädagogin an ein Wunder. „Unseren Stromkasten hat es aber schon zweimal erwischt“, ergänzt sie.

Im Januar vergangenen Jahres fand nach Aussagen der stellvertretenden Schulleiterin eine Begehung mit der Politik und der Verwaltung an besagter Rasenfläche statt. „Wir haben uns schon gewundert, warum man uns nicht dazu bittet. Aber letztlich sind wir davon ausgegangen, dass man unserer Forderung nachkommt“, erinnert sich Birgit Ehlert, die jedoch eines Besseren belehrt wurde. „Im Sommer vergangenen Jahres rückten die Bagger an. Wir sind zu diesem Zeitpunkt noch immer davon ausgegangen, dass dort eine Elternhaltestelle hinkommt. Jetzt wissen wir jedoch, dass es Parkplätze für die angrenzende Kita sind“, ärgert sich Birgit Ehlert, die diese Maßnahme nicht nachvollziehen kann. „Es soll sich dabei um Parkplätze handeln, die im Zuge des Kita-Anbaus nötig waren. Der Anbau erfolgte jedoch im Jahr 1992. Warum man jetzt an eben dieser Stelle Parkplätze bauen muss, erschließt sich mir nicht.“

Auch glaubt Birgit Ehlert nicht, dass die Parkplätze, die zwar durch ein Schild für die Nutzung der Kita ausgewiesen sind, auch wirklich ausschließlich von Besuchern dieser Einrichtung benutzt werden. „Auch wir haben nur neun Parkplätze vor der Tür. Wenn alle Kollegen da sind, dann sind wir 17 Personen. Ogata- und Mittagsbetreuung nicht mitgerechnet“, erklärt die Politikerin und stellvertretende Schulleiterin. „Außerdem wissen wir nicht wie man es verhindern möchte, wenn sich dort Anwohner oder Eltern hinstellen.“

Aus dem Rathaus heißt es, dass es sich „bei der Schaffung der Stellplätze für die Kita Willbeck um die Umsetzung einer Forderung aus der ursprünglichen Baugenehmigung von 1974, die sechs Stellplätze für die Kita vorsah, handelt. Mit der Erweiterung der Kita wurde diese Anzahl (gemäß Baugenehmigung von Dezember 1992) um zwei weitere Stellplätze auf insgesamt acht erhöht.“

Bis dato war die Stadt als Bauherrin dieser Pflicht nicht nachgekommen, was bei weiterer Nichtbeachtung das Erlöschen der Baugenehmigung zur Folge gehabt hätte. „Insofern bestand kein Ermessen in der Erfüllung dieser Auflage. Die Maßnahme wurde bereits 2018 geplant – unabhängig von der aktuellen Forderung einer „Elternhaltestelle“ für die GGS Willbeck – und aufgrund von Personalwechseln erst kürzlich umgesetzt. Ausschlaggebend für den Standort der Stellplätze waren die Topographie und Nähe zur Kita. Angesichts der knappen Platzverhältnisse war eine andere Lösung nicht möglich“, so die Stellungnahme der Stadt. Eine weitere, günstige Fläche zur Schaffung einer Elternhaltestelle hält der Bereich um die Schule jedoch nicht vor. „Und das ist wirklich ärgerlich“, so Birgit Ehlert abschließend.

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