“Gewalt kommt nicht in die Tüte”

Mit der Aktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte" möchten die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Mettmann wichtige Aufklärungsarbeit leisten Foto:tb

Seit 2011 organisieren die Gleichstellungsbeauftragten der kreisangehörigen Städte sowie die Kreisgleichstellungsbeauftragte die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ findet die bekannte Aufklärungskampagne auch in diesem Jahr am 25. November wieder mit Unterstützung zahlreicher Bäckereien statt.

Die Idee ist einfach: Anstatt der handelsüblichen Brötchentüten werden die Brötchen am Aktionstag in pink leuchtende Informationstüten verkauft. Darauf lassen sich sämtliche Telefonnummern von Hilfe- und Beratungsstellen finden, sowie der QR- Code für die Weiterleitung zu einer Informationsplattform samt Chat- Möglichkeit. Bürgermeister Christoph Schultz zeigte sich bei der Auftaktveranstaltung in den Reihen der Gleichstellungsbeauftragten betrübt, dass solche Aktionen noch immer notwendig sind. „Es ist bedauerlich, dass noch immer auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden muss“, so Schultz, der zeitgleich den Initiatorinnen für ihr Engagement dankte. Jährlich flüchten über 30.000 Frauen mit ihren Kindern in Deutschland vor der Gewalt ihres Partners. 757 Fälle wurden im Vorjahr auch im Kreis Mettmann bekannt, 74 Fälle allein in Erkrath. „Derzeit findet eine Dunkelfeldstudie mit 60.000 anonym befragten Personen statt“, ergänzt Annegret Pollmann. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erkrath ist sich sicher, dass noch wesentlich mehr Fälle im Verborgenen liegen. „Wir rechnen im Sommer kommenden Jahres mit einem Ergebnis der Studie.“

Das Thema „Gewalt an Frauen“ nimmt in der Netzwerksarbeit der Gleichstellungsbeauftragten auch außerhalb der Brötchentütenaktion einen wichtigen Platz ein. So hängen im Kreisgebiet in öffentlichen Toilettenanlagen ebenfalls die notwendigsten Nummern als Abreißzettel aus. Auf Kreisebene wird zudem seit zehn Jahren der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt initiiert. „Ein Netzwerk, in dem auch die Kreispolizei, Opferschutz, Vereine, Institutionen, Fachanwälte und Staatsanwaltschaften vertreten sind“, berichtet Geertje Jescke, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Mettmann. „Zudem wird derzeit das seit 2011 beschlossene Gewaltschutzkonzept überarbeitet.“

Für Christoph Schultz sind die Netzwerkarbeit und die nach außen wirksamen Aktionen ein wichtiges Zeichen für Frauen und Mädchen. „Die Brötchentütenaktion, aber auch die anderen Angebote sind eine wichtige Botschaft für Frauen und Mädchen, sich zu trauen und Mut zu zeigen.“ Trotz der flächendeckenden Aufklärungsarbeit sind die Fallzahlen in den vergangenen Jahren tendenziell gestiegen. „Ob dies an der guten Öffentlichkeitsarbeit liegt oder nicht, können wir allerdings nicht beurteilen“, so Diana Skrotzki, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Langenfeld.

55.000 Brötchentüten werden anlässlich des Aktionstages im Kreis Mettmann in Umlauf gebracht. Die teilnehmenden Bäckereien lassen sich auf den Internetseiten der Städte finden. „Ich werde die Tüten auch bei der Erkrather Tafel verteilen“, versichert Annegret Pollmann.

Die wichtigsten Nummern im Überblick:

Bundesweites Hilfstelefon „Gewalt gegen Frauen“- 0800/116016

Polizei- 110

Frauenhaus für den Kreis Mettmann- 02104/922220

Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt- 02104/1419221

Polizeilicher Opferschutz- 02104/9821067

Uniklinik Düsseldorf, Gewaltopferambulanz- 0211/8106000


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