“Frauenpower” in der Kreispolizeibehörde

Nicht alle Künstlerinnen durften bei der Hängung anwesend sein, da die Abstandsregeln sonst nicht eingehalten werden konnten/ Foto: TB

Es fühlte sich fast wie ein bisschen Normalität an, als die Künstlerinnen der NeanderartGroup gestern Abend in den Räumen der Kreispolizeibehörde in Mettmann ihre Werke in Position rückten.

„Das ist eigentlich noch schöner als Weihnachten“, sind sich die Damen einig. Zu lange war es still um die Künstlergemeinschaft, die ansonsten zahlreiche Ausstellungen im Jahr initiiert. Mit der Ausstellung „Frauenpower“ soll aber einem besseren Jahr entgegengeblickt werden. „Auch wenn die Ausstellung noch niemand besuchen darf“, gibt Vorsitzender Ralf Buchholz zu bedenken. „Erst wenn die Kreispolizeibehörde wieder ihre Türen für externe Besucher öffnet, können auch die Werke besucht werden.“

Warum also jetzt eine neue Hängung? Das hat gleich mehrere Gründe. Zunächst hingen die Bilder des vorherigen Künstlers seit Januar 2020 an den Wänden. „Der Künstler wollte seine Bilder natürlich gerne zurückhaben, das war aber in der Corona-Zeit bisher nicht möglich“, erläutert Ralf Becker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreispolizeibehörde Mettmann. Und auch die neuen Bilder mussten auf dem schnellsten Weg an die Wände kommen. Viel Zeit blieb den insgesamt neun Damen nicht, ihre Bilder in der Umgebung zu bewundern. „Aber ich finde, dass sich die Bilder ganz hervorragend mit der Umgebung korrespondieren“, so Nicole Tenge, der auch von der Architektur der Räumlichkeiten schwärmt. Schlicht sind die gelb/orangen Wände und die geschwungenen Raumformen schließlich nicht. „Die Intensität der Werke verändert sich durch die Räume.

Ich war zu Beginn etwas skeptisch, aber alles fügt sich ganz fantastisch zusammen“, ist sich auch Inge Woeste sicher. Für die Mitarbeiter der Polizei dürfte die neue Ausstellung ein starker Kontrast zu den bisherigen Bildern darstellen. „Zuvor hatten wir eine Fotoausstellung bei uns, jetzt sind es hauptsächlich bunte Malereien““, freut sich Ralf Becker, der mit den Farben den Winter-, aber auch den Corona-Blues vertreiben möchte. Und noch eine Schnittstelle macht er aus: „Seit Mitte vergangenen Jahres haben wir eine weibliche Abteilungsleiterin der Polizei: Ursula Holz. Da passt das Thema Frauenpower gleich in mehrfacher Hinsicht.“

Wie lange die insgesamt rund 40 Werke ausgestellt werden, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. „Wir gehen jetzt erst einmal von drei Monaten aus“, so Buchholz. Als kleine Überraschung veröffentlicht die NeanderartGroup ein Rundgangvideo der Kunstausstellung. „Wir hoffen, dass viele Menschen das Video anschauen und somit schon einmal einen Vorgeschmack bekommen, was hinter der Ausstellung steckt. Einen richtigen Besuch, mit Austausch zu den Künstlern, kann ein solches Video aber natürlich nicht ersetzen“, ist sich der Vorsitzende sicher.

Wissenswertes: Die NeanderartGroup besteht aus 33 Mitgliedern, darunter 18 Frauen. An der Ausstellung nehmen folgende Künstlerinnen teil: Inge Appelgren, Melanie Joosten, Rita Lasch, Bianca Schulz, Nicole Tenge, Gabriele Weide, Inge Woeste und Sonja Zeltner-Müller

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