FFF: Emotionale Rede im Umweltausschuss

FFF-Ortsgruppe Erkrath

Enya Sanders spricht vor den Mitgliedern des Umweltausschusses/ Foto: FFF-Erkrath

In Anlehnung an den Änderungsantrag zum Klimaschutzkonzept durch die Erkrather Grünen bekam Enya Sanders von der Fridays for Future-Ortsgruppe zu Beginn der Diskussion das Wort erteilt. Bereits vor der Versammlungsstätte- dem Bürgerhaus Hochdahl- verdeutlichte die junge Aktivisten gemeinsam mit weiteren Mitstreitern, dass die FFF-Mitglieder mit dem Ergebnis der bisherigen Klimapolitik in der Stadt nicht einverstanden sind.

„In diesen Tagen jährt sich die internationale Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ zum 3. Mal. Auch die ansässige Ortsgruppe Erkrath besteht schon seit mehr als 2 Jahren. Seit diesem Jahr sind wir ebenfalls im Umweltausschuss vertreten“, steigt das junge Ausschussmitglied in ihren Redebeitrag ein. „Leider ohne Stimmrecht, aber dafür kann ich ja jetzt reden, obwohl das auch fraglich ist, weil ich eigentlich mein Abitur machen sollte, aber stattdessen hier sitzen und mich dafür einsetzen muss, teils doppelt-, dreifach- oder sogar vierfach so alt Menschen davon zu überzeugen, dass wir bald keine Chance mehr haben, uns aus dieser Notlage zu retten!“

Enya Sanders spart nicht an Kritik und wählt ihre Worte mit Bedacht. „Mittlerweile ist es wenigstens bei dem Großteil aller Parteien angekommen, dass Klimaschutz ein wichtiges Thema ist, aber damit noch nicht genug. Denn: Derweil sind die breite Masse an Totschlag-Argumenten, z.B. „Wir haben kein Geld und kein Personal für ordentlichen Klimaschutz“, „“Klimaschutz muss von oben geregelt werden“, etc.) obsolet geworden. Faktisch gesehen, ist universal nichts passiert, vor allem nicht genug. Die Regierung bemühte sich vergeblich, ein gerecht werdendes Klimaschutz-Paket auf die Beine zu stellen, aber auch das war weder akzeptabel noch vertretbar. Deshalb haben FFF und andere Organisationen das Verfassungsgericht bestrebt, welches ebenfalls festgestellt hat, dass das Klimaschutz-Paket der Regierung nicht angemessen und weitreichend genug ist. Auch der Bericht des Klimarates IPCC, welcher ja nun wirklich für äußerst seriös gehalten werden muss, warnt nochmal deutlich vor den weltweiten Folgen des Klimawandels und betont ausdrücklich, dass es höchste Zeit ist, dagegen vorzugehen, dies noch tatkräftiger und deutlich schneller voranzutreiben.“

Folgen schon jetzt sichtbar

Dass die Folgen des Klimawandelt mittlerweile auch für die letzten Kritiker sichtbar geworden sind, führt Enya Sanders ebenfalls aus. „Die schlimmen Auswirkungen und Folgen sind nicht mehr fern wie klimatisch veranlagte Probleme in der Arktis, im Regenwald, Afrika oder Südost-Asien sondern dass es sich im Fortgang der Erderwärmung um Orkanstürme, Dürreperioden, Waldbrände und Starkregen mit Hochwasser handelt und diese auch europäische Länder sowie Deutschland gefährden und auch Erkrath wie zuletzt gesehen. Wo verbleiben wir also, wenn die Politik vor Ort sich nicht einmal dann gezwungen sieht, zu handeln, wenn ihre und unser aller Heimat desolat bedroht ist? Die Legislative hat das Klimaschutz-Paket erstellt, die Judikative hat es geprüft und für schlecht befunden. Bestandhaft bleiben nicht mehr viel Optionen – die Exekutive muss handeln!“

„Und darum sind Sie als Abgeordnete nach Paragraph 1 der Gemeinde-Ordnung verpflichtet, Ihre Verantwortung gegenüber den auf der Erde wandelnden Generationen und auch denen der zukünftigen gerecht zu werden! Deshalb begrüßen wir als FFF eine bessere Klimaschutz-Anpassung, die durch verschiedene Anträge, auch denen, die heute auf der Tagesordnung stehen, besiegelt werden kann, wenn alle Beteiligten sich um die gerechte Umsetzung kümmern. Heute geht es vor allem um einen Antrag zum Klimaschutz, einen Antrag zum Hochwasser und eben diese Anträge werden von uns begrüßt, wobei es zweitrangig ist, von welcher Partei, da es jetzt darum gehen muss, diese Aufgabe von allen Seiten anzugehen und das kann auch nur gemeinsam funktionieren.“

Die FFF-Ortsgruppe fordert nochmals ein Umdenken, verlangt von der Basis aus zu starten- auf lokaler Ebene- und die Vorhaben nicht zu blockieren. „Daher bitte ich Sie, eher gesagt fordere ich Sie auf, bei den wichtigen Themen in Sachen Klimaschutz noch einmal in sich zu gehen und mit Ihrem Herz und Verstand in Kontakt zu treten und dabei parteipolitische Interessen oder Wahlkampfproblematik zurückzustellen, denn in diesen Fragen geht es um mehr als um Ihre eigene Zukunft, es geht vorallem um die Zukunft der folgenden Generationen, das heißt, es geht um Ihre und auch unsere Kinder und Enkelkinder. Diesen Appell können Sie ebenfalls in ihre Parteiorganisation tragen.“

Die junge Rednerin schließt ihre Rede mit den selben Worten wie Greta Thunberg beim UN Klimaschutz Gipfel (2019): „WE WILL BE WATCHING YOU!“

Mit diesem Plakat machte die Ortsgruppe vor der Ausschusssitzung auf sich aufmerksam/ Foto: FFF-Ortsgruppe

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