EVK-Mitarbeiter werden Pflege-Modells

Bunte Plakate sollen für die Pflege werben/ Foto: SK

Ab Mitte Juni werden sechs verschiedene Motive Plakatwände in Mettmann, Erkrath, Unterbach und Gerresheim schmücken, mit denen neue Pflegekräfte für das Evangelische Krankenhaus in Mettmann gesucht werden.

Auch ein im Mettmanner Busdepot an der Seibelstraße deponiertes Fahrzeug wird ein Plakat der Kampagne zieren, die in drei Monaten Arbeit komplett inhouse entstanden ist, wie Hannah Lohmann, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bei der ersten „Präsenz-Presse-Konferenz“ nach langer Zeit verriet. „Wir haben unter unseren Pflegenden gefragt, ob sie unser Recruiting-Kampagne ‚ihre Gesichter leihen‘ würden, damit sie so individuell und besonders wird, wie wir uns es wünschen. Schließlich suchen wir neue Pflegerinnen und Pfleger, die genauso viel Freude an ihrem Beruf haben, wie wir alle hier“, ergänzt Dorothea Sandhäger, Pflegedienstleiterin, die für die rund 350 in der Pflege angestellten Mitarbeiter verantwortlich ist.

Denn auch das EVK hat immer wieder mit Personal-Fluktuation zu kämpfen. Da dies nicht am Arbeitsklima liege, darin ist sie sich mit ihren „Modell-Kollegen“, Jennifer Levin und Fwasi Hodgson, einig. Vielmehr sei dies darin begründet, dass immer noch die überwiegende Anzahl der in den Pflegeberufen arbeitenden Kräfte weiblich und jung sind. „Da scheiden viele Mitarbeiterin auf Grund von Schwangerschaften aus und kommen später zumeist in Teil- statt in Vollzeit zurück, so dass sich der Bedarf entsprechend erhöht“, so die Pflegedienstleiterin. Wie Jennifer Levin, die im Intensivbereich des Krankenhauses arbeitet. So ermögliche es gerade der Schichtbetrieb, dass zumindest ein Elternteil zuhause sein könne, wenn die Kinder aus Kita und Schule nach Hause kommen.

Die erste Präsenz-Pressekonferenz nach vielen Monaten/ Foto: SK

Eine Vielzahl an Möglichkeiten

Doch das sei lange nicht alles, was den Pflegeberuf für junge und auch ältere Menschen so interessant mache. „Die große Anzahl an Möglichkeiten, die man nach einer Ausbildung zur Pflegekraftkraft hat, hat mich überzeugt, diesen Beruf zu ergreifen“, begründet Fwasi seine Berufswahl. „Man kann mit unserer Ausbildung im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in Tageseinrichtungen arbeiten. Und dort seinen Bereich wählen, der einen am meisten anspricht. Ich habe mich vor zwei Jahren extra hierher beworben, weil ich im Palliativ-Bereich arbeiten möchte“, so der Pfleger, der sich wie seine Kollegin Levin und neun weitere Kollegen sofort als Modell gemeldet hat.

Jennifer Levin hat nach ihrem FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) ihre Ausbildung im EVK absolvierte und sich zur Intensivpflegerin weitergebildet hat. „Ich liebe meinen Beruf und es ist mir wichtig zu zeigen, dass das Bild von der Pflege, wie es besonders seit Corona auch durch die Medien geht, zurechtzurücken, damit wir neue Kolleginnen und Kollegen motovieren, zu uns ins Team zu kommen,“ so die sympathische junge Frau, die ihre Arbeit nicht zuletzt der Abwechslung wegen so viel Freude bereit. „Ich arbeitet am Menschen und in einem großartigen Team. Der Job ist nicht nur anstrengend und man verdient auch besser, als in der letzten Zeit so durch die Medien ging“, so die engagierte Pflegerin, der beim Pressegespräch die Liebe zu ihrem Beruf anzumerken ist.

Sowohl sie als auch ihr Kollege möchten gerade jungen Leuten zeigen, wie erfüllend ihr Beruf ist. Und nach Tarif werden sie natürlich auch bezahlt. „Wir sind ein kirchlicher Träger. Und für uns sind alle Mitarbeiter, vom Chefarzt über die Pflegenden bis zum Reinigungspersonal wichtig. Denn ohne das gesamte Team könnten wir unsere Arbeit, die gesundheitliche Versorgung als regionales Krankenhaus zu erfüllen, nicht leisten“, bringt Geschäftsführerin Jessica Lierandi Pulido die Personalpolitik des EVK auf den Punkt. „Und weil es bei uns so persönlich zugeht, wollten wir auch keine Werbekampagne mit Berufsmodells, von einer Agentur geplant und umgesetzt“, so Lierandi Pulido, die sichtlich stolz auf das im Team erarbeitet Ergebnis ist. Sprüche wie „Jeden Tag einen Geburtstag feiern“, auf dem Bild eine als Partylöwe verkleidete Hebamme einen Geburtstagskuchen in der Hand hält, bis zum Hauptslogan: „Wir pflegen unsere Pflege“. Auf diesem wie allen anderen orangen unterlegten Motiven, sind vier Mitarbeiter in einen überdimensionierten Cremetopf montiert und mit Gurken- und anderen Schönheitsmasken zu sehen.

Jeder ist im Team willkommen

Ansprechender lässt sich die Key-Message nicht visualisieren, die das EVK bei der Personalsuche nach Außen tragen möchte: „Hier lässt es sich in einem motivierten Team, das Spaß an seiner Arbeit und miteinander hat, gut arbeiten.“ Für das Team werden Pflegekräfte aller Altersgruppen und mit den unterschiedlichsten Qualifikationen gesucht. „Besonders für die Pflege am Bett brauchen wir immer Zuwachs. Denn wenn wir dort den Personalschlüssel nicht einhalten können, dann würden wir auf Dauer die Zulassung verlieren und unsere Aufgabe, die Gesundheitsversorgung in unserer Region zu gewährleisten, nicht mehr erfüllen können“, heißt es von der Geschäftsführung. Dass es so weit nicht kommen möge, wird sich hoffentlich auch durch die kunterbunte, auffallende Recruiting-Kampagne verhindern lassen.

Wissenswertes: „Wir pflegen unsere Pflege“ – so der Hauptslogan der Kampagne des Ev. Krankenhaus Mettmann: Ab 15.6. wird ein Bus mit einem der sechs verschiedenen Motive beklebt und bis Mitte Dezember auf seinen Fahrten werben. Plakatwände in Mettmann, Erkrath, Unterbach und Gerresheim werden ab 18. Juni plakatiert. Außerdem schmückt die Werbung gut 25.000 Tüten in Bäckereien und bei Metzgern in der Region. Mit einem QR-Code auf der Rückseite wird man auf die Website www.team-evk.de geleitet. Hier kann eine Kurzbewerbung ausgefüllt und per Mail abgeschickt werden. Bewerber erhalten dann einen Rückruf, um einen Termin zum Bewerbungsgespräch zu vereinbaren.

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