EVK Krisenstab rüstet um

Besuche sind nur noch in fest definierten Ausnahmen erlaubt. Foto: Tanja Bamme

Krankenhäuser nehmen in solch schwierigen Zeiten eine tragende Rolle in der Gesellschaft ein. „Wir stellen die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicher“, so Bernd Huckels. Der Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Mettmann hat gemeinsam mit seinem Krisenstab zur kurzfristigen Pressekonferenz geladen.

Hintergrund war die dynamische Entwicklung des Corona-Virus, die auch im Krankenhausalltag weitreichende Wellen schlägt. Um die Sicherheit von Patienten, aber auch von Angehörigen und Mitarbeitern zu gewährleisten, gilt seit Freitag eine neue Besucherregelung im EVK. „Wir lassen pro Patient nur noch einen Besucher pro Tag zu, der möglichst zwischen 18 und 60 Jahre alt sein sollte“, erläutert Huckels die Vorsichtsmaßnahmen.

Besucherlisten sollen an der Zentrale geführt werden. Auch sind die Eingänge des Krankenhauses lediglich auf den Dialyse- und den Haupteingang beschränkt. „Ausnahmen stellen frisch gewordene oder werdende Väter sowie Angehörige von sterbenden Patienten dar“, ergänzt Chefarzt und Ärztlicher Direktor Dr. med. Clemens Stock.

Gemeinsam mit weiteren ärztlichen Kollegen, Vertretern der Pflege, der Zentralen Notaufnahme sowie der Geschäftsführung und Pflegedirektion bildet Stock den Krisenstab des EVKs, der seit Bekanntmachung der Virusverbreitung tattäglich tagt. Zehn Personen gehören diesem Gremium an, welches in enger Zusammenarbeit alle anfallenden Änderungen abstimmt.

So wurde auch der OP-Plan im Mettmanner Krankenhaus deutlich nach unten gefahren. „Um Kapazitäten in der Intensivmedizin vorzuhalten“, erklärt Bernd Huckels. Nicht nur die personellen Ressourcen sollen zu Gunsten der eventuellen Corona-Patienten mit Versorgungsbedarf zur Verfügung stehen, auch die Intensivbetten (derzeit 11 Betten mit der Möglichkeit auf Aufstockung um weitere fünf Plätze) stehen im Fokus der OP-Änderung. Abgesagt werden jedoch nur Operationen, die keine gesundheitlichen oder gar lebensbedrohlichen Folgen hätten. „Beispielsweise in der HNO-Abteilung oder in der Beckenbodendiagnostik“, so Dr. med. Clemens Stock.

Einen Appell richtet das EVK-Team ganz klar an die Bürgerschaft, die Maßnahmen zu befolgen und ernst zu nehmen. „Hier hoffen wir auf das Verständnis der Besucher, aber auch unserer Patienten“, sagt Jessica Llerandi Pulido. Die Kaufmännische Leiterin leitet ihre Hoffnung auf Akzeptanz und Verständnis aber auch in die politische Richtung weiter. „Wir hoffen, dass wir auch von Seiten der Regierung mit finanziellen Hilfsmaßnahmen bedacht werden.“ Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Minimierung der OP-Pläne für das Krankenhaus schädlich. Auch die Angebote des Institutes für Gesundheitsförderung sowie der Elternschule wurden auf Erlass des NRW Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales vorerst eingestellt. Nur therapeutisch notwendige Angebote hält das EVK weiterhin vor.

Leer findet man auch die Brasserie 904, die Gastronomie des Krankenhauses, vor. „Wir möchten die Kontaktregionen verringern, darunter zählt auch die Brasserie“, erklärt Dr. med. Clemens Stock.

Der Prozess entwickelt sich weiterhin dynamisch. Trotzdem ist das EVK mit den Krisenmanagement und allen zu Verfügung stehenden Kompetenzen für die ungewisse Zukunft gut gewapnet. „Wir sind der Situation voraus“, bestätigt der stellvertretender Ärztlicher Direktor Chefarzt Dr. med. Oliver Hofer. In einem Netzwerk arbeitet das EVK eng mit den anderen, kreisangehörigen Krankenhäusern zusammen. Die Leitstelle ist über alle vorhandenen Intensivplätze informiert. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt läuft seit Beginn der Pandemie- Bekanntmachung vorbildlich und reibungslos. Über das ausgesonderte Diagnosezentrum haben wir bereits in diesem Artikel berichtet.

Wissenswertes: Im EVK lässt sich derzeit kein Corona-Fall finden, alle bekannten Verdachtsfälle oder Erkrankten befinden sich in ambulanter Absonderung.

Auch die Krankenpflegeschule verzichtet derzeit auf den theoretischen Unterricht. Die Auszubildenden sind im praktischen Betrieb untergebracht.


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