Erwin Grünschild- Ein Meister der Kunstwelt

Erwin Grünschild mit einem Bronzeplattenmodel aus Hartholz Foto: Tanja Bamme

Eigentlich sollte der Name Erwin Grünschild den Hochdahlern ein Begriff sein. Der Künstler hat in der Vergangenheit das künstlerische Stadtbild zu großen Teilen mitgestaltet.

Die 17 Bronzeplatten auf dem Verdunplatz stammen beispielsweise von dem Hochdahler, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag beging. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Erwin Grünschild auch in den Fokus des Förderkreises Kunst und Kulturraum Erkrath gerückt ist. Ihm zu Ehren veranstaltet der Verein derzeit eine Ausstellung im Kunsthaus an der Dorfstraße. Vereinsmitglied Hyacinta Hovestadt war auf die Idee gekommen, dem Künstler mit seinem Können ein Forum zu bieten. „Wir wohnen zufällig im gleichen Haus“, verrät sie bei ihrem Grußwort anlässlich der Vernissage am Freitagabend.

Und so lag es nah, dass die Werke, die derzeit im Kunsthaus ausgestellt werden, in Gemeinschaftsarbeit zwischen Hyacinta Hovestadt und Künstler Erwin Grünschild, ausgesucht wurden. Schnell wird deutlich, warum der Künstler ein ganz Großer in der Künstlerriege ist. Detailgetreue Darstellungen diverser Hochdahler und im Umland befindlichen Sehenswürdigkeiten zieren den quadratischen Ausstellungsraum.  Der Torbogen am Haus Unterbach, das Gasthaus Kemperdick, die Alte Schule Millrath, das Hotel Am Zault- sie alle wurden bildlich von Erwin Grünschild festgehalten. Der spannendste Höhepunkt war jedoch der Künstler selbst, der in seiner kurzweiligen Rede die Gäste mit auf eine Reise in seine ganz persönliche Vergangenheit entführte. „Die Franziskuskirche war mein erstes Motiv, das ich gemalt habe. Und es ist mir heute noch das Liebste“, erinnert sich Grünschild, der als Dekorateur tätig war. Gemalt hat er eigentlich schon immer. „Ich bin ein Kind aus dem Krieg. Bin durch Trümmer gelaufen und hatte immer nur eines im Sinn: Malen.“ Und so brachte ihn seine Leidenschaft an die Spitze der Kunstwelt. Sein größtes Bild ist 13 Meter lang und hängt in einem Düsseldorfer Schützenverein. „Als ich den Auftrag angenommen habe, gab es erst einmal Schelte von meiner Frau“, erinnert er sich schmunzelnd. Der Liebe hat es trotzdem keinen Abbruch getan, denn im kommenden Jahr wird Erwin Grünschild seine Diamanthochzeit feiern.

„Ich hatte ein tolles Leben“, ergänzt der Künstler, der in der Vergangenheit sogar die Jahresteller für die Stadt Erkrath anfertigte. Jedes Jahr zierte ein anderes Motiv die seltenen Sammlerstücke. Unter Bürgermeister Arno Werner schlief die Tradition ein. „Wir wollen sie aber wieder aufleben lassen“, verrät Regina Wedding, die als Stellvertretende Bürgermeisterin dem Künstler ihre herzlichsten Glückwünsche von Rat und Verwaltung übermittelte. „Demnächst werden wir gemeinsam auf ihrer Couch sitzen und uns darüber unterhalten“, sichert Regina Wedding zu uns weiß, „Erkrath hat noch viele Motive, die gezeigt werden wollen.“

Zurück zu den Bronzeplatten. Diese wurden in den 70er Jahren vom Bürgerverein Hochdahlin Auftrag gegeben. Erwin Grünschild selbst hat die Arbeiten, die rund eineinhalb Jahre in Anspruch genommen haben, komplett ehrenamtlich geleistet. Die Gelder für die Materialien stammten von Sponsoren. „Eigentlich ist es schade, dass die Platten so schnell übersehen werden“, sagt Wolfgang Sendermann. Der Vereinsvorsitzende setzt sich dafür ein, auf die Kunst im Stadtbild hinzuweisen und immer wieder die Aufmerksamkeit auf diese künstlerischen Besonderheiten zu legen. „Ich hoffe daher, dass diese Veranstaltung auch dazu beiträgt, dass sich die Menschen Zeit nehmen und sich die Platten angucken. Sie sind wirklich außergewöhnlich.“

Modell aus Hartholz

Außergewöhnlich war auch der Herstellungsprozess der 17 Unikate. Aus Hartholzplatten hat Erwin Grünschild die Modelle herausgearbeitet. Zwei dieser einzigartigen Modelle lassen sich in der aktuellen Ausstellung finden.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag, 7. und 14. Dezember- 14 bis 18 Uhr/ Sonntag, 8. und 15. Dezember- 11 bis 18 Uhr (und nach Vereinbarung).

Kommentar: Über Erwin Grünschild lässt sich noch viel mehr erzählen. Zum Beispiel, dass Bilder von ihm sogar in New Yorker Kunstgalerien hängen, er das Stadtwappen der Stadt Erkrath für den großen Sitzungssaal im Rathaus angefertigt hat oder er den weltbekannten Düsseldorfer Künstler Joseph Beuys als guten Freund bezeichnen konnte. Es ist beeindruckend, dem heute 80Jährigen bei seinen Ausführungen zuzuhören und ich kann die Ausstellung nur wärmstens empfehlen/ Tanja Bamme


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