Erkrather Firma Cutall spendet Masken für Stadt Erkrath

Cutall Geschäftsführer Joachim Nöthen erklärt den Vertretern der Stadt Erkrath die Cutall-Produktion. Foto: Susann Krüll

4.000 Visiere spendet die Erkrather Firma Cutall, die sie in ihrem Firmensitz unter dem Markennamen Vizzii produziert und vertreibt, der Stadt Erkrath

Damit sollen laut Bürgermeister Christoph Schultz die städtischen Angestellten in Schulen, Kitas und in den Teilen der Verwaltung, die direkten Bürger-Kontakt haben, ausgestattet werden.

Bei einem Besuch vor Ort führte Geschäftsführer Nöthen den Bürgermeister sowie Sarah Harden, Leiterin der Wirtschaftsförderung, und Pressesprecher Thomas Laxa durch seinen Betrieb im Gewerbegebiet Steinhof. Nachdem Nöthen seine Besucher je mit einer Vizzii ausgestattet hatte, ging es zunächst in die Konfektionierung und den Versandbereich.

„Als der Shutdown kam, habe ich angefangen zu tüfteln, denn schlagartig sind natürlich alle Aufträge, die wir für die Ausstattung von Messeständen und anderen Events oder für Schaufensterwerbung hatten, weggebrochen“, so der Geschäftsmann, der 25 Angestellte hat, die auf die Produktion von 3D-Buchstaben und andere Werbemittel spezialisiert sind. „Da ich meine Leute nicht in Kurzarbeit schicken wollte, habe ich mir gedacht, alternativ Visiere und auch so genannte ‚Spukschutze‘ aus Acryl herzustellen“, so Nöthen. Was seine Vizzii von anderen Fabrikaten auf dem Markt unterscheidet, demonstriert er an zahlreichen Produkten anderer Mitbewerber, die er sich im Laufe der letzten Wochen zum Vergleich hat kommen lassen. „Die genügen alle entweder von der Materialstärke, der Länge – unsere reichen über das Kinn hinaus – der Polsterung auf der Stirn oder allgemein der Verarbeitung nicht meinen Qualitätsansprüchen“, so Nöthen.

Geschäftsführer zeigt sich enttäuscht von politischer Unterstützung

„Wir verwenden Acryl, das für medizinische Zwecke zugelassen ist, haben ein CE-Zertifkat und erfüllen auch sonst noch alle möglichen Anforderungen, die an Material und Verarbeitung gestellt werden. Ich habe sonst ja auch mit der Berufsgenossenschaft oder anderen Behörden zu tun. Aber das ist eine ganz andere und neue Herausforderung“, erzählt er leicht frustriert. „Ich muss Ihnen aber ganz ehrlich sagen, dass ich von der Unterstützung von Bundes-, Landes- und auch kommunaler Seite enttäuscht bin. In einigen Bundesländern sind Visiere wie unser Produkt als Ersatz für anderen Mund-, Nasen-Bedeckungen z. B. in Schulen, in Restaurants oder im Handel zugelassen (erst vor Kurzem hat die Landesregierung NRW diese für Verkäuferinnen und Verkäufer zugelassen, Anm. der Redaktion). Wir bieten ein tolles Produkt und uns werden beim Vertrieb solche Steine in den Weg gelegt“, so der Unternehmer, der aber von seinem Produkt so sehr überzeugt ist, dass er mit einer neuen Idee einen neuen Markt erschließen möchte: „Für Menschen, die Kontrollen, z. B. im öffentlichen Nahverkehr oder anderswo durchführen müssen, haben wir klappbare Visiere produziert, die sich an Cappy klipsen lassen“, erzählt er und führt an dem, das er während des Rundgangs trägt, das Prinzip vor. „Das wird einschlagen wie eine Bombe“, ist sich Nöthen sicher. „Gerade führt mein Mitarbeiter ein Gespräch mit einem potenziellen Kunden“, erzählt er dem Bürgermeister, der Wirtschaftsförderin und dem Pressesprecher der Stadt.

Alle Maschinen selbst ge- oder umgebaut

Nicht ohne berechtigten Stolz führt Nöthen auch die Maschinen in der Produktion vor, die er entweder gleich selbst gebaut hat oder so umgebaut hat, dass sie genau für seine Produkte und Abläufe passen. Dies führt er an seiner neuesten Errungenschaft vor, die zeitgleich zwei Visiere aus den großen Acrylrollen schneiden kann, und sie im nächsten Schritt mit Schutzfolie bezieht. „Die gibt es so nicht zu kaufen“, so der Chef. Wie auch die anderen Maschinen, die zum Schneiden – sei es mit Messern oder Wasserstrahl – der verschiedenen Materialien, die für den Messe- und Ladenbau in die entsprechende Form gebracht werden, zumindest von ihm optimiert wurden. „Nur die Maschine habe ich so in China gekauft. Und nun warte ich schon seit Wochen auf Ersatzteile. Nicht noch einmal mache ich das“, so Nöthen, während er auf ein Ungetüm in der anderen Ecke der Halle zeigt.

Die meisten Maschinen bei Cutall sind um- oder selbst gebaut. Foto: Susann Krüll

Wirtschaftsförderin verspricht sich für Vizzies einzusetzen

Nach der Führung durch die Produktion im Erdgeschoss ging es über den ersten Stock, wo die Marketing- und Vertriebsmitarbeiter ihre Büros haben, bis in den obersten Stock. Hier im Chefbüro, das außer mit stylischer Loft-Atmosphäre und einer riesigen Dachterrasse mit einer spektakulären Aussicht über die geschwungenen Hügel Richtung Gerresheim punkten kann, entwickelt der Firmenchef seine Ideen und Visionen.

Mit dem Versprechen, das Vizizii-Visier bei ihrem Anschlusstermin, der sie zu einem Treffen mit dem „Wirtschaftskreis Erkrath“ führte, vorzustellen und auch sonst für das Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, verabschiedete sich Wirtschaftsförderin Sara Harden. Bürgermeister Christoph Schultz dankte noch einmal für die großzügige Spende und sicherte seine persönliche Unterstützung ebenfalls zu. „Ich bin immer wieder fasziniert, welche innovativen Firmen es in unserer Stadt gibt und freue mich, diese bei einem Rundgang kennenzulernen“.

Geschäftsführer Joachim Nöthen mit Bürgermeister Christoph Schultz und Wirtschaftsförderin Sarah Harden. Foto: Susann Krüll

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