Erkrath.jetzt- Sommergespräch: Teil 4

Foto Wolfgang Jöbges

Heute im Erkrath.jetzt- Sommergespräch: Wolfgang Jöbges, Fraktionsvorsitzender der CDU Erkrath.

Sommerferienzeit ist politikfreie Zeit. Wir möchten trotzdem eine Tradition einläuten und in den Sommerferien erkrath.jetzt- Sommergespräche mit der kommunalen Politik führen, Rückblicke in das vergangene Jahr liefern und einen Blick in die Zukunft wagen.

Bewegende Diskussionen

Einige Bauprojekte haben die kommunale Politik in diesem Jahr bewegt. „Die Verwaltung hat eine Prioritätenliste erstellt, die sie nach und nach abarbeitet. Auf Grund der Personalsituation sind die Bauprojekte natürlich nicht gleichzeitig zu bewältigen“, so Jöbges, der weiß, dass diese Liste in der Vergangenheit durch die beiden Brände der Kita Lummerland und der Grundschule Sandheide durcheinander geraten ist. „Jetzt haben diese beiden Projekte natürlich Vorrang.“ Besonders der Campus Sandheide, der künftig die Grundschüler sowie die Schüler des Förderzentrums aus Alt Erkrath an einem Standort bündelt wird, ruft bei der CDU Freude hervor. „Das ist ein prima Konzept und einmalig in ganz NRW. Es macht Sinn, diese Schulformen räumlich an einen Standort zusammen zu legen.“ Und auch der Schulneubau des Gymnasiums am Neandertal wurde von der CDU Erkrath schon lange fokussiert. „Wichtig ist nur, dass wir Schülern und Eltern verständlich vermitteln, dass ein solcher Schulneubau Zeit kostet. Das Gelände wird nicht von heute auf morgen fertig sein.“

Zeit hat auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Anspruch genommen. „Erst waren wir uns über den Standort nicht einig, dann musste mit dem Eigentümer der Fläche verhandelt werden. Das war zwar zeitintensiv, hat sich im Nachhinein aber gelohnt. Und so wird es auch beim Gym Neander sein. Wir können uns auf ein tolles Schulgebäude freuen, dass den Anforderungen der Zukunft Stand halten kann. Dabei gilt aber auch: Wir nehmen aber alle Schulen in den Blick, denn wir sind allen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen verpflichtet!“

Auch das Finanzthema bewegt

„Aus diversen Gründen verzeichnet die Stadt Erkrath hohe Ausgaben. Und auch die Einnahmen sind mal besser, mal schlechter. Wichtig ist jedoch, dass wir kein Geld aus dem Fenster werfen“, so Jöbges, der den Blick über die Stadt schweifen lässt. „Wir leisten uns einiges, was andere Städte in der Form nicht vorhalten. Darunter zählen zwei Bürgerbüros und auch zwei Büchereien.“ Und auch die anhaltende Corona-Situation wird dem Haushalt nochmals schaden. „Die wirtschaftlichen Folgen sind erschreckend und für uns noch nicht komplett absehbar.“ An der Steuerschraube möchte die CDU aber nicht drehen. „Das wäre das falsche Signal. Die Einkommenssteuer ist schon massiv hoch. Und die Gewerbesteuer können wir nicht weiter anheben, wenn wir in Zukunft auf die Ansiedlung neuer Unternehmen hoffen.“

Abhilfe könnte die Digitalisierung schaffen. „Bürgerservice in den Bürgerbüros könnte somit unkomplizierter werden und Prozesse optimieren“, ist sich der Fraktionsvorsitzende sicher. Die Digitalisierung hat auch fraktionsintern zu Optimierungen geführt. So setzt die CDU Erkrath seit Ausbruch der Pandemie verstärkt auf digitale Fraktionssitzungen. „Das hat die Teilnahme an diesen Sitzungen gesteigert. Selbst aus dem Urlaub können Fraktionsmitglieder an den Sitzungen teilnehmen“, verrät Wolfgang Jöbges, der diesen Trend auch nach der Corona-Pandemie fortsetzen möchte.

„Der Wohnraumnachfrage müssen wir nachkommen“

Hitzig war die Diskussion um das geplante Wohngebiet Wimmersberg. Der Investor plante zunächst 900 Wohneinheiten, ließ sich schlussendlich auf eine Reduzierung auf 750 Wohneinheiten ein. „Die Nachfrage nach geeignetem Wohnraum in jeder Preiskategorie steigt stetig. Dieser Nachfrage müssen wir nachkommen“, so Jöbges, der darauf hinweist, dass sich die Diskussion um den Standort Wimmersberg bereits seit zwei Jahren hinzieht. „Die Lage ist hervorragend. Mit der Bahn ist man in acht Minuten am Hauptbahnhof in Düsseldorf. Zudem würde der Zuzug der Neubürger die Kaufkraft des Stadtteils erheblich erhöhen. Ein echter Gewinn für die Bahnstraße.“ Auch die Infrastruktur hält laut Wolfgang Jöbges den Anforderungen stand. „Eine Kita soll gebaut werden, die Schulen können den Mehraufwand ebenfalls bewältigen.“ Der Fraktionsvorsitzende plädiert dafür, dem Investor zu vertrauen. „Immerhin ist die Catella weltweit tätig und hat in der Vergangenheit auch die Bürger mit diversen Veranstaltungen am Prozess beteiligt.“

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Aktuell besitzt die CDU Erkrath 16 Ratsmandate. „Dieses Ergebnis wollen wir auch halten oder uns noch weiter verbessern.“ Da die CDU keine absolute Mehrheit im Rat besitzt, war die vergangene Amtsperiode von Kompromissen bestimmt. „Beispielsweise sind wir bei der Neanderhöhe immer eine klare Linie gefahren, die schlussendlich gemeinsam mit der BmU zu einer „kleineren“ Lösung geführt hat“, erklärt Jöbges, der damit auf die zu versiegelnde Flächengröße abzielt.

Lobende Worte

Abschließend richtet Wolfgang Jöbges seine Worte noch an das Erkrather Sozialamt, bedankt sich bei den Mitarbeitern für die geleistete Arbeit. „Einen wichtigen Bereich dürfen wir nicht vergessen: Die Altersarmut. In Erkrath wird sich diesem Thema angenommen. Und auch das Thema „Gewalt gegen Frauen“ wird in Erkrath nicht totgeschwiegen sondern immer wieder durch Aktionen publik gemacht. Ebenso haben wir großartige Arbeit im Flüchtlingsbereich geleistet. Daran war die Stadt, aber auch zahlreiche private Organisationen und Vereine beteiligt.“


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1 Kommentar

  1. “Da die CDU keine absolute Mehrheit im Rat besitzt, war die vergangene Amtsperiode von Kompromissen bestimmt.”

    Na ein Glück hat die BmU das Schlimmste in den Plänen der sog. “Zerstörer” der CDU verhindert. Erkrath ist als Kommune schon mehr als genug abgehängt in sämtlichen Bereichen.

    Die verlorenen Jahrzehnte der CDU in Erkath seit 1999 sind inzwischen auch für die Verwaltung kaum mehr aufzuholen in Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung, Wohnen, Stadtbild usw.

    Die (C)D(U)emografie wird es regeln, der Letzte macht das Licht aus! 😏

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