Erkrath feiert bunt und friedlich

Das Erkrather Prinzenpaar fuhr im Mercedes-Cabrio den Zugweg entlang Foto: Tanja Bamme

Die Erkrather Jecken hätten sich keinen besseren Tag aussuchen können, um in ihrer Stadt Karneval zu feiern. Bei strahlendem Sonnenschein zog es die verkleidete Narrenschar bereits in den Vormittagsstunden unter die Markthalle zum traditionellen Biwak der Karnevalsgesellschaft „Die Letzten Hänger“, die schon vor dem eigentlichen Zoch für ordentliche Stimmung sorgten.

„Gegen 12 Uhr war es richtig voll“, freut sich der stellvertretende Vorsitzende Franz Caron, der diesem Zustand nicht zuletzt dem hervorragenden Programm seines Vereins zuschreibt. Befreundete Karnevalsgesellschaften und Tanzgarden gaben sich die Klinke in die Hand, um den närrischen Tag gebührend zu begrüßen.

Und auch das diesjährige Prinzenpaar Udo I und Sabine I sowie die Tanzgarde Hoppedötze ließen es sich nicht nehmen, dem jecken Treiben beizuwohnen, bevor sie auf den benachbarten Gerberplatz übersiedelten. Von dort rollte klassischerweise um 14.11 Uhr der närrische Lindwurm in Richtung Innenstadt los. „Es haben sich 46 Truppen angemeldet“, so Franz Caron, der somit ungefähr die gleiche Anmeldezahl wie im Vorjahr vorweisen kann. „Zwei Gruppen haben abgesagt, ein paar neue Gruppen sind dazu gekommen“, so Caron, der in diesem Zusammenhang einen besonderen Dank an die zahlreichen Helfer der Erkrather Feuerwehr, der Stadt Erkrath, der Polizei sowie den Unternehmen Kunz und Bleikart ausspricht. „Ohne deren Hilfe wäre der Zug nicht zu realisieren.“

Die Sechseckschule hatte in diesem Jahr “Zirkus” zum Thema
Foto: Tanja Bamme

Ideenreich ging es bei den zahlreichen Truppen zu. Politisch wurde es bei der CDU, die samt Bauleiter Bürgermeister Christoph Schultz und sämtlichen Bauarbeitern in Erkrath „weiter anpacken wollen“. Die Rebellen der BmU hingegen starteten mit ihrem Wagen in den Kampf gegen das Imperium „Innogy“ und die Erkrather Grünen verwiesen auf den „Bahn-Wahn“. Bunt wurde es bei der Sechseckschule, die sich in diesem Jahr ganz dem Thema „Zirkus“ verschrieben hat und mit zahlreichen Zirkustieren, Dompteuren und Zirkusdirektoren aufwarten konnten.

Die Schützen hingegen verzauberten mit phantasievollen Kostümen im Wüsten-Stil samt Pharao und Königin. Prinz Udo I und Prinzessin Sabine I fanden sich in einem Mercedes-Cabrio wieder und jubelten der Menge aus der schicken Nobelkarosse zu. Es gab zudem Marsmenschen, Sonnenkönige, das Unterbacher Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar samt Gefolge, den Tante Emma-Laden aus Gerresheim und viele Zugteilnehmer mehr. Und auch die Narren am Straßenrand überzeugten mit Ideenreichtum: Einhörner, Schokobonbons, Glücksbären, Fische, Zauberer, edle Ritter, Vögel und etliche weitere tolle Verkleidungsideen säumten den Zugweg. Zu Störungen oder gar Verletzungen kam es nicht. „Wir sind alle mit dem Ablauf der Zuges sehr zufrieden“, schließt Franz Caron sein Resümee.

Einen kleinen Wehmutstropfen gab es in Bezug auf die Stadthalle, deren Toiletten im vergangenen Jahr für die Zugteilnehmer zur Verfügung standen, in diesem Jahr aber verschlossen waren. „Das ist eine Frechheit, denn die Zugteilnehmer erleichtern sich unerlaubter Weise in die Büsche und in die Düssel“, ärgert sich Sabine Börner (Grüne). Und auch Bürgermeister Christoph Schultz zeigte sich von der Schließung der Stadthalle überrascht. „Leider kann ich niemanden telefonisch erreichen, eigentlich sollte die Stadthalle geöffnet sein“, gab dieser auf Nachfragen wieder. Kurzerhand sprang der Gastronom des Erkrather Hofes ein und überlies zumindest den Damen das WC.

Die Stadthalle rückte auch zu späterer Stunde nochmals in den Fokus der Jecken, dann allerdings im positiven Sinne. Zum mittlerweile dritten Mal veranstaltete die Große Erkrather KG ihre After-Zoch Party. „Wir sind vom Zulauf begeistert, die Stimmung ist super und alle feiern friedlich zusammen“, so der zweite Vorsitzende Wolfgang Cüppers. „Das ist ein krönender Abschluss für einen tollen Tag!“

Wissenswertes: Jeck geht es am kommenden Dienstag ab 14.11 Uhr im Joachim Neanderhaus weiter. Dann laden Die Letzten Hänger alle Erkrather Senioren zum traditionellen Seniorenkarneval ein. Der Eintritt ist frei.

Tanja Bamme
Foto: Dennis Bamme

Kommentar: Wer braucht schon Düsseldorf oder Köln, wenn er Karneval in Erkrath feiern kann? Die Stimmung war- egal ob beim Biwak, Zoch oder der anschließenden Party in der Stadthalle- zu jeder Zeit ausgelassen und fröhlich. Ein herzliches Dankeschön an die Initiatoren und natürlich an all die Menschen, die zum Gelingen des “Zochs” beigetragen haben. Liebe restliche Welt: In Erkrath steht die Welt zwar- getreu dem diesjährigen Sessionsmotto- manchmal “Kopp”, aber trotzdem feiern wir alle zusammen. Friedlich und bunt! Herzlichst, Eure Tanja.

Unterstützen Sie den verlagsunabhängigen Journalismus von erkrath.jetzt

erkrath.jetzt ist verlagsunabhängig und nicht gewinnorientiert. Mittel- bis langfristig kann unsere digitale Zeitung, die genossenschaftlich herausgegeben wird, nur mit vielen Abonnenten - unsere ideellen Mitherausgeber - existieren, denn nur so können wir die Arbeit mitarbeitender Journalisten fair honorieren und unsere Infrastruktur- und Fixkosten decken. Aktuell sind für erkrath.jetzt zwei Redakteure und mehrere freie Journalisten im Einsatz.

Sie lesen erkrath.jetzt gern und regelmäßig?

Dann unterstützen Sie unsere Arbeit - einmalig oder mit einem freiwilligen und freiwählbaren Abonnement regelmäßig. Möglich ist das ganz einfach über Steady, Paypal oder direkt auf das Konto der Genossenschaft.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*