Erfolg ist keine Altersfrage

Startups #3

Samuel Pemsel, Chef von SharpenMarketing - Foto: RG

Seine Generation fällt unter den Begriff “Digital Natives”. Er selbst macht dieser Definition alle Ehre. Ich traf den Jungunternehmer zum Gespräch.

Wir sind in einem Café verabredet. Ich bin neugierig auf den jüngsten Unternehmer im “digitalen Business”, den ich je kennengelernt habe. Dann ist er da. Gut gekleidet und mit ebenso guten Manieren ausgestattet. Vor gut einem Jahr ist er mit seinem Unternehmen an den Start gegangen und schlägt sich immer noch mit Bürokratie herum, weil es auf dem Weg zum Jungunternehmer einige Hürden zu nehmen gilt. Es dauert keine fünf Minuten, da sind wir als quasi “Startup-Kollegen” beim Du angelangt.

Bevor wir bei seiner eigenen Gründungsgeschichte anlangen, hat er schon sein Notebook aufgeschlagen und zeigt mit im Eiltempo einige Analysen unserer Digitalen Zeitung erkrath.jetzt. Ich erfahre, dass wir gut da stehen, zum eigenen Start sehr viel richtig gemacht haben. Tipps für Verbesserungspotential gibt es auch gleich noch ein paar. Samual Pemsel ist Fachmann für SEO (Suchmaschinenoptimierung), Social Media und Online Marketing. Dafür ist er sogar von der Google Zukunfswerkstatt zertifiziert. Er wirft mit Fachbegriffen und Analysen um sich und ich bin froh, dass ich nicht ganz ahnungslos auf dem Gebiet bin. Samy, so nennen ihn Freunde und seit kurzem auch ich, wirkt im Gespräch, als wenn er seit 15 Jahren nichts anderes macht …

Das Startup SharpenMarketing

Mit seinem Unternehmen SharpenMarkting (iG) berät Samuel Pemsel Kunden rund um die Themen Social Media Marketing und Management, Influencer Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO), denn schließlich ist die beste Website wenig wert, wenn sie nicht gefunden wird. Für die perfekte Website hat SharpenMarketing auch die Leistungen Webdesign und die Verwaltung der Kundenhomepages im Programm. Projektbezogen arbeitet er mit Freelancern zusammen. Darunter sind ein Kameramann, ein Wegdesigner und zwei Content Creators (Texter im Bereich Web und SEO).

Auf der Unternehmenshomepage finden sich bereits fünf Unternehmensreferenzen, die für die Erfolge von SharpenMarketing sprechen.

Ist Samys Alter ein Problem?

Als Samy das Café betrat und mir gegenüber Platz nahm, konnte er sein Alter – trotz gepflegter Kleidung und der Ausstrahlung, dass er genau weiß, wovon er redet – nicht verbergen. Er ist 16 Jahre alt, besucht noch das Gymnasium und macht im kommenden Jahr sein Abitur. Das ist auch der Grund, warum er bei der Unternehmensgründung deutlich mehr Bürokratie zu bewältigen hat, als andere. “Ich wollte nicht nur Hobby-Unternehmer sein und auch nicht durch meine Eltern vertreten werden”, erklärt er die Umstände. Die Möglichkeit mit 16 Jahren Unternehmer und Geschäftsführer zu werden, besteht grundsätzlich in Deutschland, aber die Hürden sind hoch. “Ich muss unter anderen eine Referenz von der Schulleitung beibringen”, beschreibt er nur einen der formalen Schritte.

Die Schule vernachlässigt Samy nicht. Seine Eltern lassen ihn gewähren, sagen ihm aber “Die Schule ist wichtig”. Damit Schule und Unternehmen nicht zu kurz kommen, schläft der Jungunternehmer oft nur vier bis fünf Stunden. Er ist diszipliniert. Hat klare Ziele. Zumindest was sein Unternehmertum betrifft. “Ich bin noch nicht sicher, ob ich nach dem Abitur studiere oder mich voll auf mein Unternehmen konzentriere”, gesteht er. Entspannung von Schule und Arbeit findet Samy in der Natur, manchmal bei der Jagd und meistens bei seiner Golden Retriever Hündin, die ihn immer wieder erdet. Und er liest gerne Biografien erfolgreicher Unternehmer.

Samuel Pemsel hat zwei Geschwister. Seine Schwester ist 18 und sein Bruder 12 Jahre. Sie finden das Unternehmertum ihres Bruders “crazy”. Von Mitschülern hört er manchmal “Hey Sam, mit welchem alten Sack triffst Du Dich denn heute Abend?”. Darüber hinaus nehmen sie seine Aktivitäten gelassen hin.

Wie alles begann

Ich will von Samy wissen, wie das eigentlich alles angefangen hat, wie er sich dieses ungeheure Fachwissen erarbeitet hat. Bei der Erinnerung lacht er. “Es war 2017 in einem Urlaub. Mein Vater erklärte mir einiges zu ETF (Exchange Traded Fund – Investmentfonds). Er ist Banker”, erzählt er. Neugierig geworden, begann er sein Wissen zu erweitern, durfte auf den Namen seines Vaters sogar selbst Geld anlegen. Wie viele seiner Altersgenossen, sog er einen Teil seines Wissens aus YouTube-Videos. “Eines Tages ploppte in der Schleife immer neuer Lehrvideos eines zur Gestaltung von Websites hoch, das mich neugierig machte.”

Samy begann seine ersten Websites zu gestalten und immer weiter zu optimieren, sich mit SEO, Keywords und Marketing Tools auseinanderzusetzen. Dann folgten Websites für Freunde und schließlich kam der Tag, an dem ihn jemand für geleistete Arbeit bezahlen wollte und er sich mit der Frage auseinandersetzte, ein Unternehmen zu gründen und für seine Einkünfte Steuern zu zahlen. Da sitzt er mir nun Anfang 2020 gegenüber, immer noch mit notwendiger Bürokratie befasst. Gleichzeitig hat er inzwischen auch schon Websites von Unternehmen auf Erfolgskurs gebracht, für die diese in der Vergangenheit schon viel Geld an “selbsternannte SEO-Spezialisten” gezahlt hatten, ohne dass sich der erwartete Erfolg einstellt hatte.

Wir liefern!

Mit 16 von Geschäftspartnern ernst genommen werden, ist eine Herausforderung, vermute ich. Die Chemie muss stimmen, eine Vertrauensbasis muss sich entwickeln. Ging bei mir recht schnell, aber ich verstehe zumindest was Samuel da tut, weil ich mich selbst lange damit beschäftigen musste. “Ich bin nicht hier, um Welpenschutz zu genießen”, sagt Samuel gern, um deutlich zu machen, dass er seine Arbeit ernst nimmt. “Wir liefern!”, sagt er über die Arbeit von SharpenMarketing und meint es ernst, denn er kann seinen Kunden jederzeit anhand seiner Auswertungen und Analysen zeigen und belegen, was er tut und welche Erfolge dadurch sichtbar werden. Bei allem Geschäftssinn, den er an den Tag legt, ist ihm das Zwischenmenschliche in geschäftlichen Beziehungen genauso wichtig, wie die Leistung, die am Ende des Tages steht. “Ich hasse es, wenn Dinge unausgesprochen bleiben”, beschreibt er das Transparenz und Ehrlichkeit für ihn nicht einfach nur Nomen sind, die er auf dem Weg zum Abitur irgendwann gelernt hat.

“Zum Start musste ich mich auch mit dem Thema Kaltakquise befassen. Anfangs bin ich zum Teil noch recht naiv an die Dinge herangegangen”, erzählt Samy aus dem Startup-Alltag. Unwillkürlich schaltet meinen Gehirn auf die Einstufung ‘vor ein paar Jahren’, was ja so nicht richtig ist. Samy macht seine Lernschritte im Turbo-Modus und ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Jahren noch einiges von ihm hören werden.

Wer mehr über das Startup erfahren möchte, kann die Unternehmenshomepage von SharpenMarketing besuchen.

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