Ein “Zuhause” auf Zeit

Sofia Merkel (links) ist angehende Grundschullehrerin und sammelt als Übungsleiterin der Kunstwerkstatt wichtige Praxiserfahrungen, Lilija Zhimarin- Schlothauer (rechts) ist glücklich über die "Zwischenlösung" der neuen Räumlichkeit(en) Foto:tb

Gut zehn Jahre war der Verein „Integration- Kulturzentrum im Kreis Mettmann“ (IKZ) an der Schmiedestraße angesiedelt. Mit dem Brand der Grundschule Sandheide und dem Umzug der gesamten Einrichtung in die ehemaligen Schulräume an der Schmiedestraße fiel die Fläche für das IKZ kurzerhand weg. „Es ist schrecklich, was mit der Schule passiert ist und natürlich geht der Schulbetrieb vor“, so Lilija Zhimarin- Schlothauer. Trotzdem stand die Sozial- und Kulturpädagogin erst einmal vor einem großen Fragezeichen. „Wohin mit unseren ganzen Angeboten und dem Büro?“

Die Sommerpause wurde intensiv für die Suche nach neuen Flächen genutzt und mittlerweile schätzt sich der Verein mit seinen rund 17 ehrenamtlichen Helfern glücklich, am Hans-Sachs-Weg 9 am Sandheider Markt ein neues Domizil gefunden zu haben. Hell und freundlich wirkt der große Raum, der durch Stellwände optisch ein wenig aufgeteilt wurde. „Wir haben die Schlüssel für den neuen Hauptsitz Mitte September übernommen und am 1. Oktober, nach zwischenzeitiger Renovierung, den Betrieb wieder aufgenommen“, erinnert sich die hauptamtliche Koordinatorin, für deren Tätigkeit eine halbe Stelle geschaffen wurde.

Unterstützung bei der Vermittlung gab es von vielen Seiten. Nicht nur SPD- Ratsmitglied Peter Urban, der seinen Wahlbezirk in der Sandheide angesiedelt hat, machte sich für den Zuzug stark. Auch die städtische Wirtschaftsförderung bemühte sich um die Vermittlung zwischen den neuen Mietern und dem Vermieter. Und obwohl inmitten der Sandheide im neuen Büro die Kunstwerkstatt, offene Beratungsangebote, die Integrationsagentur, Vorschul- und Russischkurse sowie etliche Elternseminare angeboten werden, hat längst nicht jedes Angebot dort Platz gefunden.

„Wir mussten ausweichen und sind unendlich dankbar, dass wir an so vielen Stellen unentgeltlich Räume nutzen dürfen“, freut sich Lilija Zhimarin- Schlothauer. So lassen sich beispielsweise seit der Umstrukturierung die Theatergruppe sowie der Frauentreff im Johanniter- Haus finden. Im Roncalli- Haus wiederum ist das Tanzprojekt des Vereins angesiedelt. Bei der nah gelegenen Sozialpädagogischen Familienhilfe ist die Krabbelgruppe untergekommen und der TSV Hochdahl öffnete seine Räume für das Programm „Griffbereit“, welches in Kooperation mit dem Kreisintegrationszentrum angeboten wird. „Im Paul-Schneider-Haus haben wir zudem unser Kinderentwicklungsangebot unterbringen können“, so die Koordinatorin weiter, die auf keines dieser Projekte verzichten möchte.

Lediglich die Hausaufgabenbetreuung mit den Schwerpunkten Mathe und Deutsch musste zwischenzeitig ausgesetzt werden. „Die Nachfrage ist aber sehr groß. Wir hoffen, nicht lange darauf verzichten zu müssen“, so Lilija Zhimarin- Schlothauer, die sich in Zukunft wieder einheitliche Räume wünscht. „Die aktuelle Situation ist eine Übergangslösung und eigentlich sollen wir irgendwann mit in das neue Forum Sandheide ziehen. Wann es soweit ist, kann man aber noch nicht sagen.“

Finanziert wird der Verein übrigens größtenteils durch Projekt- und Kooperationsförderungen. „Wir wollen daher einen Antrag an die Stadt stellen, uns künftig anteilmäßig bei der Miete zu unterstützen“, erklärt die engagierte Koordinatorin, die um den Kontostand ihres Vereins weiß. „Wir haben an der Schmiedestraße keine Miete zahlen müssen und konnten ein bisschen sparen. Dieser Puffer ist aber bald aufgebraucht.“

Wissenswertes: Im Januar startet das IKZ mit zwei neuen Projekten: Das Tanztheaterprojekt wird von der „Aktion Mensch“ gefördert und soll in Kooperationen mit Schulen realisiert werden.

Mit den Umweltdetektiven sollen künftig kleine Umweltsünden aufgedeckt werden- ein Film dokumentiert das Projekt.

Am 9. Dezember findet zudem ab 17 Uhr ein kostenloser Abend zum Thema „Naturkosmetik“ in den Räumen am Sandheider Markt statt. (Das Angebot findet in russischer Sprache statt).

Der Verein Integration- Kulturzentrum im Kreis Mettmann wurde im Dezember 2006 in Erkrath ins Leben gerufen. Der Großteil der heutigen Angebote basiert auf dem Wunsch der Teilnehmer.

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