Ein Ehrenamt fürs Ehrenamt

Hauptamtliche Koordinatorin Tamara Jaskula sowie die Ehrenamtler Joachim Heischkamp, Christel Bresink und Petra Herfurtner/ Foto: Tanja Bamme

2014 wurde die Erkrather Ehrenamtsbörse gegründet. Seitdem konnten weit über 100 Personen von der zentralen Koordinationsstelle in ein Ehrenamt ihrer Wahl vermittelt werden.

Dabei ist auch die Tätigkeit bei der Ehrenamtsbörse selbst ein lohnendes Ehrenamt. Christel Bresink ist bereits seit 2015 an Bord. „Als ich damals in den Ruhestand ging, habe ich nach einer Beschäftigung gesucht“, erinnert sich die Seniorin. Zunächst saß sie zweimal in der Woche im Büro der Ehrenamtsbörse im Bürgerhaus. Später nur noch einmal. „Weil ich nebenher auch noch bei der Tafel Erkrath helfe“, erklärt sie. Aktuell liegen aber beide Ehrenämter auf Eis. Corona hat ein Weitermachen zunächst verhindert. „Im April möchte ich bei der Tafel wieder anfangen. Ich bin jetzt zweimal geimpft worden und fühle mich wieder sicher.“

Petra Herfurtner ist Gründungsmitglied der Ehrenamtsbörse. Ihr Steckenpferd ist die Betreuung der Homepage. „Das kann ich gut von Zuhause aus bewältigen, auch in der Pandemie-Zeit“, erklärt sie. Viele Neuigkeiten gab es auf der Seite in den letzten Monaten allerdings nicht zu verkünden. Auch Petra Herfurtner hilft seit drei Jahren bei der Tafel Erkrath mit. „Und bei der Kulturliste Düsseldorf. Die vermittelt übriggebliebene Veranstaltungskarten an Bedürftige“, erklärt sie und ergänzt, dass auch diese Tätigkeit derzeit ins Stocken gerät. „Es finden schließlich keine Veranstaltungen statt.“

Joachim Heischkamp ist im September 2016 zum Team der Ehrenamtsbörse dazu gestoßen. „Ich übernehme derzeit den Telefondienst von Zuhause aus, weil wir keine Präsenztermine mit Interessierten vereinbaren können“, erklärt er seinen aktuellen Corona-Alltag im Ehrenamt. Mit den Menschen ausschließlich telefonisch in Kontakt zu kommen, gestaltet sich aber schwierig. „Denn man muss die Menschen persönlich kennenlernen, um sich einen richtigen Eindruck machen zu können. Telefonisch ist das schwer.“ Die Interessenten lassen in der Pandemie-Zeit allerdings ebenfalls auf sich warten. Sieben Personen haben sich seit Januar bei der Ehrenamtsbörse gemeldet, vier konnten vermittelt werden. „Das ist ein Einbruch von rund 60 Prozent“, so Joachim Heischkamp, der aber auch von den sozialen Organisationen ähnliche Signale erhält. „Die haben gerade alle Hände voll zu tun, um die Pandemie-Situation gut zu überstehen. Da bleibt wenig Zeit, um neue Ehrenamtler einzuarbeiten.“

Großen Bedarf sehen die Mitglieder der Ehrenamtsbörse derzeit an zwei Stellen. „Wir benötigen beispielsweise dringend Fahrer für die Tafel“, erklärt Christel Bresink. „In der Corona-Zeit sind uns einige ehrenamtliche Fahrer verloren gegangen.“ Und auch Paten für Flüchtlingsfamilien werden noch immer gesucht. Wer sich für eines der Ämter interessiert, kann sich telefonisch oder per Mail an die Ehrenamtsbörse wenden. „Ich frage neben den persönlichen Daten auch die Vorkenntnisse ab und zu welchen Zeiten sie einsatzbereit sind“, erklärt Joachim Heischkamp das übliche Vorgehen. „Wichtig ist auch, dass Menschen die mit Kindern umgehen möchten, ein Führungszeugnis vorlegen.“

Eigentlich ist die Ehrenamtsbörse aufs Netzwerken angewiesen. „Wir haben schon auf Wochenmärkten gestanden und uns an Veranstaltung beteiligt, damit die Menschen mitbekommen, dass es uns gibt“, berichtet Tamara Jaskula. Seit 2016 ist sie als hauptamtliche Koordinatorin Teil des Teams. „Und das Miteinander mit anderen Trägern ist eine Kernaufgabe, die ich gerne wieder angehen möchte, wenn es die Situation zulässt.“ Im April, sollten es die Verordnungen erlauben, sollen wieder Präsenztermine angeboten werden. „Dann vielleicht, wenn das Wetter mitspielt, im Außenbereich“, schlägt Tamara Jaskula vor. Und dann soll auch das Miteinander im Team wieder mehr gefördert werden. „Eigentlich veranstalten wir einmal im Jahr eine Kaffeetafel mit allen Ehrenamtlern. Die musste aber in diesem Jahr leider ausfallen. Im Vorjahr waren wir alle gemeinsam bei der Feuerwehr und haben eine Führung bekommen, das war ein toller Tag“, so die drei ehrenamtlichen Koordinatoren, die sich solche Aktionen auch für die Zukunft wüschen.

Dass Erkrath mit seiner Vielzahl an ehrenamtlichen Helfern aber gut aufgestellt ist, dessen sind sich die Mitglieder der Ehrenamtsbörse sicher. „Viele Interessierte melden sich gar nicht bei uns, sondern fragen direkt in den Vereinen und Organisationen an, weil sie genau wissen, was sie machen möchten. Für die Unentschlossenen sind wir da. Denn ohne Ehrenamtler würde eine Stadt nicht funktionieren“, ist sich Petra Herfurtner abschließend sicher.

Wissenswertes: Die Erkrather Ehrenamtsbörse ist telefonisch unter 0157/37270343 montags und dienstags von 10.30-12.30 Uhr sowie donnerstags von 10-12 Uhr erreichbar (und nach Vereinbarung). Näheres auf der Homepage.

Zum Team der Ehrenamtsbörse gehört auch noch Stephan Frank, der bei dem Interview leider nicht persönlich anwesend sein konnte.

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