Die ’sicherste Hausnummer‘ in Erkrath

Mit dabei bei der Einweihungsfeier der umgebauten Wache in Erkrath: Dr. Christian Untrieser (MdL), Bürgermeister Christoph Schultz, Abteilungsleiterin Ursula Tomahogh, Polizeiinspekteur Michael Schemke, Innenminister Herbert Reul, Landrat Thomas Hendele, Polizeibeirat Rainer Schlottmann und Polizeihauptkommissar Wolfgang Nellen.

Am vergangenen Freitag hatte sich hoher Besuch versammelt, um die Erkrather Polizeiwache nach Umbau in Rekordzeit einzuweihen. Die Wache ist nun nicht nur barrierefei, sie ist auch mit modernster Technik ausgestattet.

Eines der nettesten ‚Ad-ons‘ der Polizeiwache in Erkrath ist die Hausnummer 110, dem Sitz der Wache in der Sedentaler Straße. Macht die Hausnummer es doch jedem Bürger leicht, sich an die richtige Notrufnummer für die Polizei zu erinnern und sie nicht mit der 112 des Feuerwehr- und Rettungsdienstes zu verwechseln.

Bürgermeister Christoph Schultz. © LW

Darüber, dass der Umbau am bereits vorhandenen Standort erfolgen konnte, freute sich auch Bürgermeister Christoph Schultz: „Als Stadt sind wir froh, dass der Standort an der gut zu merkenden Hausnummer 110 erhalten geblieben ist. Die Sedentaler Straße hat sich in den vergangenen Jahren als hervorragend zu erreichende Anlaufstelle für die Erkratherinnen und Erkrather etabliert. Das optisch ansprechende Gebäude trägt zudem dazu bei, den gesamten Standort rund um die Sedentaler Straße aufzuwerten.“ Die Präsenz der Polizeiwache in Hochdahl gäbe den Bürgern darüber hinaus ein Gefühl von Sicherheit. „Die Bürger wissen: Da ist jemand wenn ich Hilfe brauche“, führt er aus.

„Die neue Wache am ‚alten‘ Standort kann sich nicht nur optisch sehen lassen. Im Herzen von Erkrath gelegen, bietet sie den Bürgerinnen und Bürgern rund um die Uhr kurze Wege, um persönlich Kontakt zur Polizei aufzunehmen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Projekt in so kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden konnte“, erklärte Landrat Thomas Hendele. Die Kernsanierung im Bestand habe sich gelohnt.

Besuch aus dem Innenministerium

Innenminister Herbert Reul © LW

Zur Einweihung war auch Innenminister Herbert Reul nach Hochdahl gekommen. „Ich komme immer wieder gerne in den Kreis“, gewinnt er bereits zu Beginn seiner Ansprache Sympathiepunkte bei den Zuhörern. Er erzählt, wie er 2017 nach seinem Amtsantritt, feststellen musste, in welch desolaten Zustand viele Polizeidienststellen waren. „Da fehlte an allen Ecken und Enden Geld. Es gab Wachen, in denen Ratten durchs Gebäude liefen und Polizisten, die zum Duschen nach Hause fahren mussten“, schildert er die unhaltbaren Zustände, auf die er aufmerksam wurde. „Das ist für mich mandelnde Wertschätzung durch des Arbeitgebers.“ Er bedankte sich bei den Mitgliedern des Landtags, dass diese schließlich 1,2 Milliarden Euro für die Sanierung und Modernisierung der Wachen in den Haushalt des Landes einstellten. Stellvertretend für die Mitglieder des Landtags nahm Dr. Christian Untrieser an der Einweihung der Polizeiwache in Erkrath teil. Reul machte deutlich, dass die Polizei vor 20 Jahren noch ganz andere Aufgaben hatte, als heute. „Wenn wir höchste Professionalität von unseren Polizisten erwarten, muss es selbstverständlich sein, dass wir ihnen auch die bestmögliche Ausstattung und Liegenschaften zur Verfügung stellen“, betont er.

Viele Gäste aus Politik und Polizei waren zur Einweihung gekommen. Auch Vermieter Rolf Heitmann von der Linea Due Projektentwicklung war unter der Gästen. Mit dem Verlauf und Abschluss des Umbaus zeigt er sich sehr zufrieden. Er hatte das Gebäude 2014 von der Stadt übernommen. Von der Antragstellung am 4. Oktober 2018 über die Genehmigung des Innenministeriums des Landes NRW, bis hin zu der Unterzeichnung des Mietvertrags mit seinem Unternehmen Linea Due Projektentwicklung im Mai 2020 und dem darauf folgenden Baubeginn sowie der Fertigstellung in der letzten Woche, sind insgesamt nicht einmal ganz drei Jahre vergangen.

Was die umgebaute Polizeiwache bietet

Die fast 500 Quadratmeter große Wache hat sich in dieser Zeit zu einer der modernsten und für den Publikumsverkehr barrierefreien Wache gemausert. Der Eingang wurde in den vorderen Teil verlegt. Helle Beleuchtung gestaltet den Eingangsbereich auch in den Abendstunden hell und freundlich. Eine lange Rampe erlaubt es, die Wache auch mit dem Rollstuhl oder mit Rollatoren zu erreichen. Eine taktile Führung leitet auch Sehbehinderte und Erblindete. Der Eingang ist über ein Schleusensystem mit drei Türen gesichert, von denen sich die nächste Türe immer erst öffnet, wenn sich die dahinter liegende wieder geschlossen hat. Das bedeutet mehr Sicherheit für Wachhabende. Sollten sich Randalierer auf den Weg in die Wache machen, könnten diese vorübergehend abgeschottet werden, bis weitere Beamte zur Hilfe gerufen wurden. Zusätzliche Sicherheit bietet der Empfangsbereich selbst. Die ‚Theke‘ ist deutlich höher, als früher, sodass jemand schon äußert sportlich sein müsste, wollte er diese überwinden. Sie ist auch nicht kantig, sondern stark abgerundet. Hinter der Theke bietet diese viel Platz zur Unterbringung von technischer Ausstattung, wie etwa Bodycams. Das dahinter liegende Büro des Wachleiters bietet durch eine Verglasung Durchblick bis zum Eingangsbereich, was zusätzliche Sicherheit für diensthabende Beamtinnen oder Beamte bietet.

Der jeweils diensthabende Beamte hat über vier Monitore alles im Blick. Die Wache ist mit neun Kameras und einer 4K Überwachung ausgestattet, die sich über eine zentrale Bedieneinheit steuern lassen. Von dort wird auch das Schleusensystem der Türen bedient. Einzug für die Nachtschaltung gibt es einen Schalter, der nur außerhalb der IT-Systeme funktioniert. Bei aller Technik hat man nicht vergessen eine ‚Durchreiche‘ zu installieren, die es erlaubt im vorderen Eingangsbereich – auch ohne Betreten der Wache – zum Beispiel Aktenordner abzugeben.

Die Arbeitsplätze in der Wache sind höhenverstellbar, um optimale Arbeitsbedingungen zu bieten. Außerdem sind sie klimatisiert und mit Human Centric Lighting ausgestattet. Neu in der Erkrather Wache sind der Blutprobenraum und eine kleine Asservatenkammer. Das spart Zeit, weil die Beamten im Dienst nun nicht mehr extra nach Mettmann oder Hilden fahren müssen. Auch eine gesicherte Waffenkammer gehört zum Umfang. Gesicherte Räume, wie die Waffen- oder Asservatenkammer können nur mit einer persönlichen Codierung geöffnet werden, sodass jederzeit nachvollziehbar ist, wann welcher Beamte die Räume betreten und wieder verlassen hat.

In der oberen Etage befinden sich Räume, die nicht barrierefrei sind, aber auch nicht für den Publikumsverkehr vorgesehen sind. Dort sind weitere Büros, Umkleiden, Spinds, Duschen und WCs für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein moderner Raum für die IT-Technik, mit umfangreicher Ausstattung. Zwei Klimaanlagen kühlen die Technik, von denen jeweils eine im Vollbetrieb läuft. Die Systeme sind über Notstrom gesichert, die bei einem Stromausfall überbrücken und mit einem Notstromaggregat im Keller für einen längeren Ausfall gesichert sind. Ausfälle gibt es so nicht und das ist wichtig, da auch der Digitalfunk darüber läuft. „Das wir Ihnen den Raum heute so zeigen können, ist schon eine Leistung. Normaler Weise dauert es vier Wochen, dass alles so aufzubauen“, berichtete Frank Böger vom Technik Dezernat. Dies sei gelungen, weil alle Kollegen mit angepackt hätten und die Kollegen in Mettmann unterstützt hätten.

Einblicke in die neue ‚High-Tech-Wache‘

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