“Die salzige Heimat”

Samer Al Najjar trat mit seinen Büchern schon vermehrt in Erkrath auf Foto: Archiv/tb

Samer Al Najjar hat eine bewegende Vergangenheit. 2012 floh der heute 24 jährige von seiner Heimat Syrien in den Libanon. Als Flüchtling war der gerade erwachsene, junge Mann nicht willkommen. Eine Zeit der Isolation für ihn, seine vier Geschwister sowie seine Eltern begann. „Eine Zeit, die ich mit Schreiben überbrückt habe“, erklärt Samer Al Najjar.

Bereits in frühen Kindheitstagen verfasste der heutige Autor Gedichte und Kurzgeschichten. Eine Leidenschaft, die auch bei seiner Übersiedlung nach Deutschland im Jahr 2014 nicht verloren ging. Heute studiert der Syrer bereits im dritten Semester Politikwissenschaften und Germanistik an der Uni Düsseldorf. Mit seinem ersten eigenen Werk „Die salzige Heimat“ gibt er sich und weiteren Freunden eine Stimme, berichtet von Fluchterfahrungen und schildert detailgetreu, was für Vergangenheiten hinter einzelnen Schicksalen stecken. Mit einer Lesung in der Begegnungsstätte Hand in Hand des Freundeskreises für Flüchtlinge Erkrath e.V. stellt sich Samer Al Najjar auch dem Erkrather Publikum. Der heute in Velbert wohnende Student präsentierte neben seinen Geschichten zudem zahlreiche Werke des Künstlers Adnan Ahmad. „Seine Bilder haben meine Geschichten in dem Buch hervorragend ergänzt“, erklärt der junge Autor. Für Dieter Thelen vom Flüchtlingskreis grenzt die Vergangenheit des Autors an ein Wunder. „Er ist erst seit vier Jahren in Deutschland und studiert bereits. Wir möchten mit der Lesung ein positives Zeichen setzen.“ Das Buch „Die salzige Heimat“ wird kostenlos verteilt. Bereits in der zweiten Auflage begeistert es noch immer hunderte Menschen. Finanziert wurde das Buchprojekt vom Ministerium für Kinder, Familien und Flüchtlinge des Landes NRW, dem Ministerium für Schule und Bildung sowie dem Landesprojekt „Komm-an“. „Die Idee zu diesem Buch hatte allerdings Sandra Hecker des Fachbereichs Integration des Kreises Mettmann“, erinnert sich Samer Al Najjar.
Auf die einzigartigen Geschichten des Autors wurde die Velberter Integrationsbeauftragte Helena Latz aufmerksam. „Sie hat meine Leidenschaft zu den Geschichten gefördert und mich ermutigt, weiter zu schreiben.“ Auch in der Düsseldorfer „Schreibszene“ hat sich der junge Student einen Namen gemacht. Gemeinsam mit der Gruppe „Schreiben ohne Grenzen“ schreibt der Autor ein Buch anlässlich des bevorstehenden Jubiläums des Deutschen Grundgesetzes. Die Kombination aus Politik und seinen geschriebenen Wörtern beflügelt Samer Al Najjar auch in seinen Berufswünschen. So möchte der Velberter gerne künftig interkulturelle Beziehungen fördern und sich weiterhin für seine Heimat Syrien einsetzen. „Wir haben die Hoffnung noch nicht verloren, dass wir alle gemeinsam dieses Land aus der Diktatur und hin zur Demokratie führen können.“


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