Die Freude am gemeinsamen Singen

Aktuell proben die Hochdahler Chöre im Wechsel (Frauen - Männer) in der Aula des Gymnasiums Hochdahl. Foto: RG

Endlich können die Hochdahler Chöre wieder proben und sie suchen Nachwuchs.

„Wir haben lange nicht regelmäßig gemeinsam geprobt und keine Konzerte gegeben. Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt wieder zusammen proben können“, erzählt uns Claudia Nöcker aus dem Frauenchor am letzten Dienstag. Die Suche nach einem passenden Probenort gestaltete sich immer wieder schwierig. Das letzte Mal öffentlich aufgetreten ist der Chor beim Karnevalsumzug 2020. Dann kamen Corona und der erste Lockdown. Den Kontakt haben alle gehalten. Mal gab es einen musikalischen Adventskalender via Jitsi, bei dem jeden Tag ein anderes Chormitglied einen musikalischen Beitrag leistete, mal gab es Oster-Wichteln oder einen WhatsApp-Contest. „Wir führen eine Chronik und waren selbst erstaunt, dass die Chronik trotz Corona auf 56 Seiten angewachsen ist“, beschreibt Claudia Nöcker die Aktivitäten des Chors.

Im letzten Jahr hatten sich die Hochdahler Chöre einige Male auf dem Bahnsteig des Lockschuppens zu Proben getroffen. Auch eine Indoor-Probe gab es bei geöffneten Türen einmal im Lockschuppen. Die Freude währte nicht lange. Der nächste Lockdown beendete auch die gemeinsamen Proben wieder. Als in diesem Frühjahr die Möglichkeit zusammen zu proben wieder in greifbare Nähe rückte, galt es erst einmal einen passenden Raum zu finden. Das Franziskushaus war zu klein, bot nicht die Möglichkeit, dass alle zusammen mit dem notwendigen Abstand singen. Schließlich erhielten die Chöre die Möglichkeit in der Stadthalle zu proben. Da diese aber während der Sitzungsperioden des Rats benötigt wird, war das nur eine vorübergehende Lösung.

Flut beendete das kurze Gastspiel in der Stadthalle

Die Freude über die Nutzung der Stadthalle währte nur kurz. Sie endete in der Flutnacht. „Wir haben ausgerechnet am Abend der Flut geprobt. Wir haben das alle unterschätzt“, erzählt Claudia Nöcker. Als die Probe beendet war, stand zum Teil schon Wasser in den Straßen. Einigen Chormitgliedern blieb nichts anderes übrig, als Umwege zu fahren, um noch sicher nach Hause zu kommen. Da die Stadthalle selbst im Laufe der Nacht auch überflutet wurde, viel sie gleich wieder als Probenort aus. Als Ausweichort bot die Stadt das Bürgerhaus für die Proben an, aber auch das konnte nun nur außerhalb der Sitzungsperiode des Rats genutzt werden. „Wir waren wirklich sehr erleichtert, als wir dann die Möglichkeit bekamen unsere Proben in die Aula des Hochdahler Gymnasiums zu verlegen“, sagt Kirsten Stein, Vorsitzende des Frauenchors, auch wenn das die Proben zeitlich einschränkt. Proben gewöhnlich der Männer- und der Frauenchor zeitlich leicht versetzt von 19.30 bis 22 Uhr, sind die Proben in der Aula des Gymnasiums nun auf die Zeit bis 20 Uhr in Schulzeiten beschränkt. „Wir haben uns deshalb darauf verständigt, dass Frauen- und Männerchor nun im wöchentlichen Wechsel proben“, erklärt Stein. Geprobt wird aktuell abwechselnd immer dienstags von 18 bis 20 Uhr außer in den Schulferien.

Auf einen öffentlichen Auftritt müssen die Fans der Hochdahler Chöre noch warten. Das November-Konzert wird auch in diesem Jahr ausfallen. Claudia Nöcker und Kirsten Stein erklärten uns, der Chor müsse durch regelmäßige Proben erst wieder zur alten Form zurückfinden. Bei den Proben erweckte eine Hörprobe von ‚Dein ist mein ganzes Herz‘ und ‚Bohemian Rhapsody‘ bei uns den Eindruck, dass da gar nicht viel dran fehlt. Beides nicht gerade die leichtesten Stücke für einen Chor. Aber noch macht die Pandemie größere Auftritte nur schwer planbar. „Wir würden uns freuen, wenn unser Neujahrskonzert stattfinden könnte“, beschreibt Claudia Nöcker das vorsichtige erste Ziel.

Nachwuchs willkommen

Zu großen Galakonzerten stand der Frauenchor mit 50 Mitgliedern auf der Bühne. Wie in jedem Chor scheiden regelmäßig über die Zeit ältere Mitglieder aus, weil es zu beschwerlich wird oder die Gesundheit es nicht mehr erlaubt. „Die Pandemie hat diesen Prozess beim Wiederbeginn der Proben drastisch sichtbar gemacht. Aktuell sind wir ein harter Kern von etwa 25 Frauen, die regelmäßig proben“, sagt Kirsten Stein. Aber auch das jüngste Chormitglied ist gerade ausfallen. „Sie ist Mutter geworden. Wir hoffen sehr, dass sie wiederkommt.“ Aber auch um Zuwachs an neuen Chormitgliedern würden sich die Hochdahler Chöre freuen. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Wer sich fit fühlt und gerne singt, ist willkommen. Von den aktiven Chormitgliedern sind sehr viele bereits geimpft. „Wir liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt“, so Claudia Nöcker. Das ist vielleicht bei einigen dem Wunsch geschuldet wieder gemeinsam singen zu können.

Wer einmal unverbindlich schnuppern, vielleicht sogar spontan mitsingen möchte, kann zu den Proben kommen. Wer speziell zu den Proben der Frauen oder der Männer kommen möchte, kann sich bei Kirsten Stein im Allianz Büro in der Beckhauser Straße 14 (Europa Platz / vormals Hochdahl Arkaden) erkundigen, wann Frauen und wann Männer proben. „Auch meine Mitarbeiterin weiß Bescheid. Einfach nachfragen“, lädt Kirsten Stein ein.

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