“Der Sedentaler Park wirkt verwahrlost”

Schlingpflanzen schaden den umliegenden Bäumen, ist sich Volker Lahnstein sicher Foto: Tanja Bamme

Volker Lahnstein ist gerne Hochdahler. Der an der Schildsheider Straße wohnhafte Pensionär verbringt viel Zeit in der Natur, besonders im Sedentaler Park. Dass die Grünfläche in seinen Augen „verwahrlost“, möchte Volker Lahnstein nicht mehr hinnehmen und wandte sich daher mit einer Bilderdokumentation sowie einem Anschreiben an die Verwaltung.

Diese nahm das Anliegen zum Anlass, sich persönlich mit den 80jährigen Anwohner in der Parkanlage zu treffen. Bürgermeister Christoph Schultz sowie Sarah Rick vom städtischen Beschwerdemanagement und Sven Wernke vom Fachbereich 66 (Tiefbau/ Straßen/ Grün) nahmen sich ausgiebig Zeit, die von Volker Lahnstein angedachten Routen durch den Sedentaler Park zu laufen. Bereits an der Hochdahler Polizeidienststelle wurde das erste Ärgernis deutlich. „Seit Monaten ist der Treppenaufgang zum Gebäude defekt. Eine Sanierung kann doch nicht so lange dauern“, ist sich Lahnstein sicher. Dass die Immobilie allerdings nicht der Stadt gehörte, gab Bürgermeister Schultz postwendend zu bedenken. „Das ist Sache des Eigentümers“, so Schultz.

Nur wenige Meter weiter präsentierte sich bereits die zweite Unmutsstelle. Nicht nur, dass die Sedentaler Quelle vor Jahren versiegt ist, auch der Zulauf zum Stadtweiher sickert an manchen Stellen so stark in den Unterboden ein, dass schlussendlich kaum mehr Wasser den Weiher erreicht. „Mit dem Wasserzulauf habe ich mich schon an mehreren Stellen beschäftigt. Ob jemand Wasser illegal abführt“, fragt sich Volker Lahnstein laut. Eine umfangreiche Untersuchung seitens der Stadt hat sich bereits mit ebendiesem Thema befasst. „Wir werden mache Stellen versiegeln, damit das Wasser wieder bis zum Weiher durchlaufen kann“, weiß Sven Wernke, der nicht von einer illegalen Abführung ausgeht. „Damit starten wir allerdings erst, wenn die Entschlammung des Stadtweihers abgeschlossen ist. Aktuell wollen wir das Wasser aus dem Weiher raushalten.“

Die umliegenden Grünflächen stellen für Volker Lahnstein das größte Ärgernis dar. Wild wachsende Rasenflächen, umgekippte Bäume, Totholz. „Das hat für mich nichts mehr mit einem Park zu tun. Hier sieht es aus wie im Urwald“, macht Lahnstein seinem Ärger Luft. Auch Anwohner Hans-Josef Kock, der sich dem Rundgang anschloss, pflichtete Lahnstein zu. „Eigentlich wohnen wir in der Grünen Lunge Düsseldorfs, aber selbst Gästen von außerhalb fällt dieser unschöne Zustand auf.“

Verständnis seitens der Verwaltung gab es bedingt. „Manche Bäume lassen sich sicher entfernen, letztlich verfolgt die Stadt aber mehrere Schutzziele. Darunter zählt auch der Insekten- und Klimaschutz und die Artenvielfalt“, argumentiert Schultz mit Blick auf die Grünanlage. Dass der Sedentaler Park letztlich auch nicht als reine Park- sondern als Grünfläche- ausgewiesen ist, verrät Sven Wernke. „Es darf hier ruhig wild aussehen. Wir wollen gar keinen englischen Rasen.“ Der Sedentaler Park lässt sich für Christoph Schultz nicht mit beispielsweise dem Bavierparkt vergleichen. „An diese Fläche setzen wir einen ganz anderen Anspruch.“

Im Zuge des Handlungskonzepts „Soziale Stadt“ wird aber auch der Sedentaler Park eine optische Aufwertung in Form einer neuen Spielfläche erhalten. Rund 600.000 Euro kostet der Spielplatz, der demnächst in Dschungel- Optik für die Kinder zur Verfügungen stehen soll. Dieser befindet sich dann an Volker Lahnsteins selbst getauften „Rotmatschweg“. „So nenne ich den Weg entlang des Weihers, der vor 40 Jahren angelegt wurden und heute nur noch eine große Matschfläche darstellt. Zudem fehlen dem Rentner Bänke, die Rasenränder sehen unansehnlich aus und etliche Stolperfallen lassen sich auf angrenzenden Wegen finden.

„Solche Anregungen sind für uns sehr wichtig, schließlich können wir nicht jeden Weg persönlich begehen“, ist sich Sarah Rick vom Beschwerdemanagement sicher. Akribisch erfasst sie jede Stolperfalle und weitere Anliegen Lahnsteins. „Gemeinsam werden wir die Punkte besprechen und an die Fachbereiche weiterleiten“, erläutern Sarah Rick und Sven Wernke das weitere Vorgehen.

Letztlich zeigte sich Volker Lahnstein mit dem Ergebnis des gut einstündigen Rundgangs zufrieden. „Wir haben in manchen Bereichen unterschiedliche Ansichten, aber ich bin guter Hoffnung, dass sich im Sedentaler Park bald etwas Gutes regen wird.“  


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1 Kommentar

  1. Nicht nur der. Die Grünanlage millrath Ost bis wilbecker Straße ist im kompletten etten Verfall. Verwahrloste Treppen und Anlagen, verrostete und teils gefährliche Zäune an den hoch gelegenen Gehwegen, Verletzungsgefahr für Tier und Mensch.

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