Der Holzschuh als bleibendes Symbol für Sahle

Katy Schnee Sahle Holzschuh mit Tafel
Künstlerin Katy Schnee mit ihren beiden 'Assistenten', der elfjährigen Leia und ihrem Bruder Eric. Foto: Ria Garcia

In der Schliemannstraße erinnert ab sofort ein bunt gestalteter Holzschuh an das 125-jährige Bestehen des Familienunternehmens Sahle. Am letzten Freitag fand die Enthüllung mit einer kleinen Feier statt.

Sichtlich gut gelaunt ergriff Thorsten Seelig, Geschäftsführer der Parea gGmbH, am vergangenen Freitag das Mikrofon. Uwe Sahle, der Geschäftsführer der Sahle Wohnen konnte nicht vor Ort sein, sodass Seelig stellvertretend für ihn sprach. Seit mehr als 20 Jahren kennt er die Sahle Wohnanlage in Hochdahl. „Hochdahl ist inzwischen meine zweite Heimat“, drückt er seine Verbundenheit aus. „2018 haben wir das 50-jährige Bestehen der Sahle Wohnen gefeiert, heute feiern wir das 125-jährige Bestehen des Familienunternehmens Sahle“, leitet er einen kleinen Rückblick auf die Geschichte des Familienunternehmens ein, die erklärt, was der Holzschuh damit zu tun hat.

Rückblick auf die Geschichte

Holzschuh Sahle Wohnen Hochdahl
Der Holzschuh mit Grundierung
und erster Skizze.
Foto: Katy Schnee

1896 gründete Hermann Heinrich Sahle im westfälischen Greven eine Werkstatt, die ‚Holsken‘ herstellte. ‚Holsken‘ ist Münstlerländer Platt und bedeutet nichts anders als Holzschuh. Nach dem Tod von Hermann Heinrich Sahle übernahm sein gerade erst 17-jähriger Sohn Gerhard Albert 1919 den Betrieb, der mittlerweile neuen Mitarbeiter zählte. Der Betrieb wuchs stetig und verlagerte seinen Produktionsschwerpunkt 1930 auf Lederschuhwerk mit Holzsohle. Nach dem Kriegsende 1945 produzierte das Unternehmen schließlich Hausschuhe aus Leder und Sandalen mit Gummisohlen. Im Alter von nur 48 Jahren verstarb Gehard Albert 1950. Der älteste seiner drei Söhne, Paul August Sahle, übernahm den Betrieb.

1953 beschäftigte Sahle rund 150 Facharbeiterinnen und Facharbeiter, die täglich 700 bis 800 Schuhe produzierten. Inzwischen hatte sich das Unternehmen auf die Herstellung modischer Damenschuhe von der Sandalette bis zur Stiefelette konzentriert. Paul Sahles Frau Wilma entwickelte schließlich gemeinsam mit ihrem Mann ein neues Produktkonzept für preisgünstige Damenschuhe, die ab 1960 unter dem Label ‚Ladystar‘ vertrieben werden. Wilma ist die kreative Schuhmodelleurin und Produktgestalterin, während Paul sich für die kaufmännische Unternehmensleitung verantwortlich zeigte.

1963 kaufte er einen Teil einer Wohnanlage im Hansaviertel in Greven, um seinen Mitarbeitern modernen Wohnraum in unmittelbarer Nähe des Unternehmens zu bieten, das im Zuge des Wachstums mehrmals den Standort gewechselt hatte und nun an der Bismarckstraße in Greven angesiedelt war. Paul Sahle hatte die ‚Rechnung ohne seine Mitarbeiter gemacht‘, denn die wollten nicht umziehen. Dennoch verkaufte Paul Sahle die Wohnungen nicht wieder. Er vermietete einen Großteil der Wohnungen an das niederländische Militär und legte damit den Grundstein für das Wohnungsunternehmen Sahle.

Sahle in der Gegenwart

„Bis heute ist Sahle ein Familienunternehmen, dass inzwischen in dritter Generation fortgeführt wird“, schließt Seelig den Rückblick auf die Geschichte. Fast 23.000 Wohnungen und Häuser habe das Unternehmen, das Wohnen als ganzheitliche Aufgabe mit sozialer Verantwortung sieht, heute. Vom Appartement bis zum Reihenhaus für große Familien bietet Sahle heute freien und öffentlich geförderten Wohnraum. Für den Holzschuh als Skulptur zum 125-jährigen Bestehen, habe man sich entschieden, weil er für die Tradition stehe, ein Symbol für die Solidität sei. An 17 Standorten von Sahle Wohnen seien solche Holzschuhe in Zusammenarbeit mit örtlichen Künstlern und Mieterkindern entstanden. Die kreative Gestaltung habe einen lokalen Bezug. „Mit Katy Schnee arbeiten wir immer wieder gern zusammen“, dankte er der Künstlerin, die die Gestaltung in Haan, Velbert-Neviges und Erkrath übernommen hatte. In Erkrath hatte sie dabei Unterstützung von der die elfjährige Leia von Hagen und zeitweise von deren kleinem Bruder Eric. „Der war kaum zu bremsen. Seine Mutter musste ihm zu Hause gleich Papier und Stifte bereit legen, damit er weiter malen konnte“, schmunzelte Katy Schnee immer noch. Die große Schwester Leia hatte jedem Wetter getrotzt und auch bei widrigen Bedingungen mit Katy an der Skulptur gearbeitet.

„Ich erinnere mich noch an einen Termin vor fünf Jahren, als Katy Schnee als Teil des Künstler Duos ‚Prima Neanderthal!‘ in Zusammenarbeit mit Sahle zum Stadtjubiläum 50 Bäume mit goldener Folie umhüllte“, erinnerte Bürgermeister Christoph Schultz bei seinen Grußworten an andere Einsätze der Künstlerin. „Ihr Bild mit den goldenen Blättern hängt heute im Rathaus und erinnert mich immer daran.“ Er betonte, das Sahle mit seinen 460 Wohneinheiten in Erkrath ein wichtiger und vor allem sozialer Akteur auf dem Wohnungsmarkt sei. Er führt die Großtagespflege für Senioren an und greift das Erzähl-Café auf, in dem immer wieder interessante Persönlichkeiten zu Gast seien. „Das würde ich auch gerne mal machen“, ließ er anklingen, dass er selbst noch nicht dort zu Gast war. Er freute sich darüber, dass Sahle den Holzschuh als Sklulptur gewählt hatte. „Es hätte ja, wie bei solchen Anlässen oft üblich, auch die Statue des Gründers sein können.“ Der Holzschuh erinnere daran, dass es im Leben auch mal unbequem sei und man dennoch bessere Zeiten erreichen könne.

Nachdem Thorsten Seelig mit Christoph Schultz, Katy Schnee und Leia von Hagen die Skulptur enthüllt hatte, gab es noch ein geselliges Beisammensein im Gemeinschaftsraum mit Musik und einer Tombola, bei der es Preise und Gutscheine zu gewinnen gab. Für kleine und große Kinder stand ein Eiswagen vor der Tür.

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