Consultants vs Corona – Hilfe in der Krise

Foto: Gradify e.V.

Eine studentische Unternehmensberatung bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen auch in Erkrath kostenlose Unterstützung in der Corona-Krise.

Aber wer sind die jungen Consultans, die im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten aktuell kostenlose Unterstützung anbieten?

Sie sind jung und brauchen die Paxiserfahrung, dass sie damit in der Regel auch ein wenig Geld verdienen ist ein angenehmer Nebeneffekt. Die Rede ist von Gradify einer jungen Management- und Strategieberatung aus Düsseldorf, die aktuell etwa 35 Mitglieder zählt und sich der Initiative Consultants vs Corona angeschlossen hat. Hier bieten sie Unternehmen, die von der Krise stark betroffen sind, vor allem Strategieberatung und Prozessoptimierung. Betroffene Unternehmen können sich direkt bei Gradify bewerben. Die Auswahl erfolgt nach freien Kapazitäten in der Beratung und einem Kriterienkatalog, der sicherstellt, dass gerade die Unternehmen Hilfe erhalten, die sie dringend benötigen. Voraussetzung: Die Probleme sind durch die Corona-Krise entstanden. Aber auch für die Unternehmen, die die Kriterien nicht erfüllen, stellt Gradify eine kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Unternehmensberatungen dar.

Betroffene Unternehmen können sich per Email an den Vorstand von Gradify wenden.

Unter den studentischen Unternehmensberatungen in Deutschland gehört Gradify zu den Neugründungen. Sie sind gerade einmal seit zwei Jahren am Markt, wenn auch einige der aktiven Consultants schon ‘alte Hasen’ sind, denn sie waren vorher schon in anderen studentischen Unternehmensberatungen aktiv. Niels Kaufmann ist einer dieser ‘alten Hasen’. Er gehört zum Vereinsvorstand von Gradify, hat Jura studiert und inzwischen schon promoviert. Im Vorstand ist er vor allem für den Bereich Internes zuständig. Auch Sonja Emme gehört dazu. Sie hat BWL studiert und promoviert gerade. Die Vorsitzende des Vereins ist mit ihrem organisatorischen Talent und ihrer kommunikativen Kompetenz der kreative Kopf des Teams. Marc Teunnissen studiert Wirtschaftschemie im Masterstudium und ist im Vorstand für die Finanzen zuständig. Der Abschluss des Studiums und die Promotion sind also nicht unbedingt ein Grund aus der studentischen Unternehmensberatung auszuscheiden.

Einen Namen haben sich die Mitglieder von Gradify vor allem mit der Organisation der Campuskonferenz NextGenerationCFO gemacht, an der regelmäßig namhafte Unternehmen teilnehmen und den jungen Consultants beste Referenzen bescheinigen. Gradify ist gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Accounting der Heinrich Heine Universität Veranstalter dieser Konferenz, die seit 2015 jährlich stattfindet. Corona bedingt wird die Konferenz möglicher Weise in diesem Jahr nicht in der gleichen Art stattfinden können, wie in den vergangenen Jahren. An einem Alternativ-Konzept wird derzeit gearbeitet.

Gradify im Gespräch

Wir wollten mehr über die junge Beratung wissen. Erfahren, welche Leistungen sie für Erkrather Unternehmen bieten kann, für wen sie tätig ist und wen sie sucht. Neue Mitglieder werden eigentlich immer gesucht, denn bedingt durch Studienabschlüsse und Wechsel in die berufliche Praxis unterliegen studentische Unternehmensberatungen einer ‘natürlichen Fluktuation’. In einem Video-Chat haben wir uns mit dem Vorstand getroffen.

Wie kam es zur Gründung von Gradify?

“Ein Teil unserer Mitglieder organisiert mit dem Lehrstuhl für Accounting seit fünf Jahren die NextGenerationCFO bei der eine Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft stattfindet. Dabei sind wir immer wieder von Unternehmen mit der Frage ‘Wie würdet Ihr das machen?’ angesprochen worden und haben erste Aufgaben für Unternehmen übernommen. Erst haben sich dazu kleine Teams gebildet und mit den wachsenden Aufgaben haben wir dann Gradify gegründet”, erinnert sich Sonja Emme.

Wer sind die Kunden von Gradify und was zeichnet die Beratung aus?

Seit dem zählen die jungen Consultants Dax-Unternehmen genauso zu ihren Kunden, wie Mittelständler, KMU oder öffentliche Verwaltungen. Mit ihrer Erfahrung sind sie auch Ansprechpartner für Startups. “Bei uns gibt es keine Standardprojekte nach ‘Schema F’. Jedes Projekt sehen wir als ganz neue Aufgabe, an die wir mit viel Herzblut herangehen”, erklärt Sonja. Neben vielen Betriebs- und Volkswirtschaftlern gehören zu den Gradify-Mitgliedern auch Biologen, Chemiker, Psychologen, Informatiker und sogar Mediziner. “Das ermöglicht es interdisziplinäre Teams zu bilden und einen Blick ‘von außen’ auf bestehende Prozesse zu werfen und diese zu hinterfragen,” beschreibt Niels Kaufmann die Vorteile. Gradify ist breit aufgestellt, bietet Leistungen für ganz unterschiedliche Bereiche. Auch wenn die Consultants keinen Schwerpunkt auf den Bereich IT & Digitalisierung gesetzt haben, häufen sich die Anfragen von Kundenseite. “Hier setzen die Unternehmen einfach voraus, dass wir noch jung sind und das gerade deshalb gut können”, mutmaßt er. Häufig führen sie auch Standortanalysen durch, befassen sich mit Prozess- und Schnittstellenoptimierung oder beraten Unternehmen zu agilem Projektmanagement. “Wir arbeiten gerne für KMU’s. Die Projekte sind hier in der Regel deutlich größer, als in Dax-Unternehmen und bieten auch für uns vielfältigere Erfahrungen.” Den jungen Consultants bietet die Arbeit für KMU’s aus Niels Sicht vor allem auch die Möglichkeit vor dem Berufseinstieg zu erfahren, wo sie eigentlich einmal hin möchten.

Gradify setzt klare Maßstäbe für die Qualität ihrer Arbeit und strebt gerade die Aufnahme in den Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) und damit auch die Vernetzung und den Austausch mit anderen studentischen Unternehmensberatungen an.

Wen sucht Gradify, was müssen Bewerber erfüllen?

“Die Studienrichtung spielt keine große Rolle. Bei uns können sich Studierende von Fachhochschulen, Unis, privaten Hochschulen, aber auch junge Absolventen bewerben”, lädt Marc Teunnissen interessierte Studenten ein sich bei Gradify zu bewerben. Viel wichtiger als Studienrichtung oder Art der Hochschule sei die Motivation der Bewerber und die Identifikation mit den gemeinsamen Werten der Gradify-Consultants. Dazu gehören, Weltoffenheit, Neugier, Teamgeist, starkes Engagement, Freude an der Arbeit, die auch bis zum Ende des jeweiligen Projekts anhält und die Motivation Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden. Zu den aktuellen Consultants von Gradify zählen Studenten ab dem zweiten Semester bis hin zu Mitgliedern, die bereits promoviert haben oder sich neben der beruflichen Tätigkeit noch weiter engagieren, wie eine junge Assistenzärztin.

“Gradify bietet die einmalige Gelegenheit echte Praxiserfahrung zu sammeln und Verantwortung in Projekten zu übernehmen. Das bietet kein Praktikum”, erklärt Marc die Vorteile der Mitgliedschaft. “Außerdem wird die Arbeit in unseren Kundenprojekten besser honoriert”, setzt Niels augenzwinkernd hinzu. Was Gradify nicht bieten kann, sind Vollzeitstellen. “Es kommt aber durchaus vor, dass unsere Consultants in Kundenprojekten Kontakte knüpfen, die ihnen später den Berufseinstieg ebenen.”

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