Campus Sandheide: Einmalig in NRW

Modell: HDR GmbH Düsseldorf

„Der Campus Sandheide hat Modellcharakter und wird in NRW einzigartig sein“, dessen ist sich Bürgermeister Christoph Schultz sicher, als er gestern die Pressekonferenz zum Start der Digitale Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten eröffnet.

Interesse hat das Projekt, dass künftig die Grundschule Sandheide und das Förderzentrum des Kreises Mettmann an einem Standort bündeln soll, weit über die Bundesgrenzen hinaus geweckt. Über 40 Architekteneinsendungen wurden auf den Wettbewerbsaufruf eingesendet, 15 via Losverfahren ausgewählt. Durchsetzen konnte sich das Büro HDR aus Düsseldorf vor einem weiteren Düsseldorfer Entwurf des Büros ARGE pier7. Auf dem dritten Platz landete das Büro HHA Planung aus Aachen. Einsehbar sind ab sofort jedoch alle 15 Einsendungen. Auf Grund der Corona-Pandemie findet eine Online-Ausstellung statt, die hier aufrufbar ist. Des Weiteren werden die drei Preisträgermodelle bis zum 7. August im Quartiersbüro physisch ausgestellt.

Gelebte Inklusion

Für Bürgermeister Schultz ist die Onlineausstellung ein wichtiger, weiterer Schritt zur Realisierung des Projektes. „Die kommende erste Klasse wird die letzte Klasse sein, die komplett am Übergangsstandort unterrichtet wird“, erklärt er. Im Schuljahr 2024/25 soll der Campus Sandheide seinen Betrieb aufnehmen. Auch Landrat Thomas Hendele, der von Kreisseite für das Förderzentrum sprach, zeigte sich vom Fortschritt begeistert. „Es ist fantastisch, dass wir schon jetzt so weit sind. 2016 haben wir die Fördersituation im Kreis Mettmann neu strukturiert und vier Förderzentren errichtet, die von den Eltern gut angenommen werden.“ Die Folge dieses Erfolgs ist jedoch fehlende Platzkapazität, die besonders in Erkrath am Rathelbecker Weg dramatisch wurde. „Wir sind außerordentlich dankbar, eine solche Lösung gefunden zu haben“, so Hendele, der den Campus Sandheide als Vorbildprojekt für gelebte Inklusion empfindet. „Wir bilden kleine Klassen mit gezielter Förderung für Kinder mit Behinderungen.“

Ein Mittelpunkt fürs Quartier Sandheide

Dass der Standort gleich noch einen weiteren Vorteil hat, darauf wies der Technische Dezernent Fabian Schmidt hin. „Wir schaffen einen neuen Quartiersmittelpunkt, der auch außerhalb des Schulbetriebes für die Bürger zur Verfügung steht und auch Raum für Versammlungen schafft“, freut sich dieser.

Doch wie soll der Campus aussehen? „Prägnant ist die Holz- und Ziegelbauweise“, erklärt Regina Stottrop vom gleichnamigen Kölner Büro für Stadtplanung. Als unabhängige Expertin hat sie das europaweite Wettbewerbsverfahren initiiert. Aufgegliedert sind die Gebäude in fünf Baukörper mit einer gemeinsamen Erschließungsachse. Unterschiedliche Anordnungen der Komplexe schaffen ausreichend Platz für Schulhöfe, die wiederum gut einsehbar sind. Der Clou: Die Turnhalle soll unterirdisch mit großen Glasfronten zur Oberseite hin errichtet werden. Darauf befindlich kommt das Kleinspielfeld. „Eine platzsparende und kluge Lösung“, wie Stottrop in ihrer Präsentation anführte. Die gewonnene Fläche kommt wiederum den Kindern zu Gute. Und diese Fläche soll wiederum mit einer Vielzahl an Bäumen aufgewertet werden. „Denn wir müssen zwar 19 Bäume für die Arbeiten fällen, pflanzen aber 61 neue Bäume. Das I-Tüpfelchen, wir müssen möglichst wenig Forstfläche wegnehmen“, so Christoph Schultz.

Auch VHS und Musikschule findet Platz

Zwei Gebäude sollen für den Förderschul-, zwei für den Grundschulbetrieb errichtet werden. In der Mitte wiederum findet ein Gemeinschaftskomplex Platz, der Raum als Mensa bietet, aber auch Fachräume der Grundschule beherbergt. Eine verschiebbare Wand soll Räume miteinander verbinden und somit auch einen Aula-Charakter entstehen lassen. Die Räumlichkeiten sollen künftig auch für Angebote der VHS und der Musikschule zur Verfügung stehen. Die Gebäude werden zwei- beziehungsweise dreigeschossig errichtet und nicht die klassischen Klassenraumstrukturen vorweisen. Vielmehr sollen Cluster entstehen, die zum gemeinsamen Lernen anregen und ein neues, pädagogisches Konzept aufgreifen. „Auch die Ganztagesbetreuung wird sich in den Räumen wiederfinden, dafür entsteht kein neues Gebäude. Die Möbel sind flexibel und lassen sich schnell umfunktionieren“, erklärt Regina Stottrop.

Lichtdurchflutete Innenhöfe und Hausflure können auf Grund der quadratischen Bauweise ebenfalls entstehen, außerdem sollen die Dächer begrünt werden. Glücklich zeigten sich alle Beteiligten, dass auf das Siegertreppchen ein Düsseldorfer Büro gelandet ist. „Das schafft kurze Wege“, so Regina Stottrop. „Es war auch ein Büro aus Kopenhagen in der ausgelosten Auswahl.“ Der Baubeginn für den Campus ist für 2022 angesetzt, der Bauantrag soll im kommenden Jahr eingereicht werden.

Wissenswertes: Die Stadt Erkrath ist Eigentümer des Grundstücks, der Kreis Mettmann wird die Teilfläche in Erbpacht übernehmen.

Die Preisträger der Architektenentwürfe wurden wie folgt prämiert: 1. Platz mit 38.250 Euro, 2. Platz mit 22.950 Euro, 3. Platz mit 15.300 Euro.

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