Bürgerbus übernimmt keine Fahrten zum Impfzentrum

Foto: Bürgerbusverein / Uli Schimschock

Die Entscheidung hat sich der Bürgerbusverein nicht leicht gemacht, letztlich sprachen zu wenig Argumente für die Beförderung der zu impfenden Senioren.

Ab dem 8. Februar können sich Senioren ab dem 80. Lebensjahr im Impfzentrum impfen lassen. Für einige ältere Menschen könnte der Weg dorthin aber bereits die größte Hürde darstellen. Immer wieder wurde in den vergangenen Tagen über das Beförderungsproblem in den Sozialen Medien diskutiert. Auch der Bürgerbus Erkrath wurde als Transortidee immer wieder ins Spiel gebracht.

Grund für die Mitglieder des Bürgerbusvereins, sich in einer gemeinsamen Videokonferenz über die Pros und Contras auszutauschen. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir diesem Wunsch aus verschiedenen Gründen nicht nachkommen können“, erklärt Bürgerbusfahrer Uli Schimschock. „Obwohl wir von der Rheinbahn noch keine Antwort erhalten haben, ob es sich um Parallelverkehr für die Strecke zwischen Alt Erkrath und Hochdahl handelt, deckt eigentlich die Ortsbuslinie 5 den Großteil der Verbindung ab. Die Bushaltestelle Neanderweg befindet sich nur 150 Meter vom Timocom-Gebäude, in dem geimpft wird, entfernt.“

Des Weiteren werden für die Impfungen feste Termine vereinbart, die der ÖPNV nicht komplett bedienen kann. „Dann reden wir vom Bedarfsverkehr, der von den Taxen abgedeckt wird“, ergänzt Uli Schimschock, der auch auf die logistischen Hürden hinweist. „Die Senioren müssten sich an ein festes Mitglied des Vereins wenden, der die Wünsche wiederum weitergeben muss. Fahren könnten wir aber nur von montags bis mittwochs, weil unser zweiter Bürgerbus- der überhaupt nur für solche Fahrten in Frage kommt- Donnerstag und Freitag ab 9.53 Uhr zur Taktverdichtung unserer Fahrten beiträgt. Unser älterer Bügerbus hat zudem rund 400.000 Kilometer auf dem Tacho und muss pfleglich behandelt werden. Wir benötigen ihn als Ersatzfahrzeug, wenn der erste Bus ausfällt.“

Abschließend waren sich die Fahrer sicher, dass Nutzen und Aufwand in keinem Verhältnis zueinander stehen. Dankbar, dass die Anregung aus der Bürgerschaft kam, sind die Vereinsmitglieder trotzdem. „Wir finden es gut, wenn sich Bürger Gedanken über Lösungen machen. Schwieriger wird es sicher für die Menschen, die aus weiter entfernten Städten wie Monheim und Langenfeld kommen“, so Schimschock.

Wissenswertes: Seit dem 1. September 2020 fährt der Bürgerbus Erkrath wieder seine bekannten Routen durch Erkrath. Eine zweite Corona-bedingte Zwangspause musste nicht eingelegt werden, weil das Hygienekonzept des Vereins greift. Zwischen Fahrer und Fahrgäste ist eine Trennwand errichtet wurden. Zudem wurden die Fahrgastplätze von acht auf fünf Sitze reduziert. Ein Desinfektionsspender steht am Einstiegt bereits, es besteht Maskenpflicht.

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