BmU: Kandidaten für die Kommunalwahl stehen fest

Foto: BmU Erkrath

In U-Form und in zwei Reihen hintereinander standen am Montagabend die Tische, an denen immer ein Sitzplatz freiblieb, um bei der Jahreshauptversammlung mit gleichzeitiger Kandidatenwahl der BmU den gebotenen Abstand zwischen Mitgliedern und Besuchern einzuhalten.

Foto: BmU Erkrath

„Dieses Treffen konnten wir nicht digital abhalten, wie die in den letzten Wochen. Laut Gesetz muss man persönlich anwesend sein, um wählen zu können“, so Vorsitzender Christian Ritt zu der Abweichung von der Corona-geschuldeten Umstellung auf Telefon- und Web-Konferenzen, mit denen auch die BmU in den letzten Wochen den Kontakt untereinander hält. Nachdem den Formalien genüge getan war, zwei Wahlleiterinnen sowie zwei Vertreter gesetzeskonform gefunden wurden, schritten die 17 anwesenden BmU-Mitglieder zur Wahlurne – natürlich mit Mundschutz und gebührendem Abstand zueinander.

Einstimmigkeit für Wahlkreis- und Kreistagskandidaten sowie Reserve-Liste

Nach beiden Wahlgängen, zur Kürung der Kandidaten für die 20 Erkrather Wahlkreise sowie auf der Reserveliste, konnte Wahlleiter Wolfgang Schiegel (2. Vorsitzender) nach Sichtung der durchweg gültigen Stimmzettel die Wahl aller aufgestellten Mitglieder bestätigen. Nur ein- oder zweimal hatte es eine Enthaltung anstelle des „Ja“ zu den sonstigen Kandidaten gegeben.

Somit werden in den Wahlkreisen folgende BmU Kandidaten in die Wahllisten eingetragen werden:

Alt Erkrath:

Marion Spiritus (Bez. Nr. 20), Monika Hustädt  (Bez. Nr. 40), Gerd Paulus  (Bez. Nr. 50), Lars Kramer  (Bez. Nr. 60), Elisabeth (Bez. Nr. 30), Frank Wilczynski (Bez. Nr. 10)

Unterfeldhaus:

Peter Sohn (Bez. Nr. 70 und Platz 4 RL*) und Ernst Eumann  (Bez. Nr. 80)

Hochdahl:

Angela Klinkhammer-Neufeind (Bez. Nr. 90 und Platz 2 RL), Dr. Thomas Spiritus (Bez. Nr. 100), Marcel Stritzelberger (Bez. Nr. 110 und Platz 5 RL), Christian Ritt (Bez. Nr. 120 und Platz 3 RL), Udo Samboll  (Bez. Nr. 130), Stefan Krabs  (Bez. Nr. 140), Peter Tippmann  (Bez. Nr. 150), Mathias Wille  (Bez. Nr. 160), Bernhard Osterwind (Bez. Nr. 170 und 1. Platz Reserveliste), Wolfgang Schriegel  (Bez. Nr. 180), Margit Windmann  (Bez. Nr. 190), Rainer Hufstädt  (Bez. Nr. 200)

Erklärung:
Bz. Nr. = (Wahl-) Bezirks Nummer
RL = Reserveliste

Aus dem Rechenschaftsbericht

Zu Recht mit Stolz wiesen sowohl Christian Ritt als auch Bernhard Osterwind in der punktuellen Präsentation des Rechenschaftsberichts auf den Erfolg ihres Einsatzes zur Überprüfung der Fernwärme-Gebühren hin. „Das Kartellamt überprüft gerade die Rechnungen von 2018, bei denen es saftige Preiserhöhungen gegeben hat.“ Leider konnte die im Dezember begonnene Unterschriften-Aktion aufgrund der Pandemie nicht fortgesetzte werden. Beide versicherten, dass die BmU an dem Thema dranbliebe und sich auch für eine Vereinfachung der Tarifstruktur einsetzen wolle, sowie für den Rückkauf durch die Stadt.

Selbstkritisch merkten Ritt und Osterwind an, dass die BmU für ihrer positive Haltung zur Gewebe-Bebauung auf der Neanderhöhe „den Hintern versohlt bekommen hat“. Dennoch: „Die Stadt schliddert seit zehn Jahren knapp an einem Haushaltssicherungskonzept vorbei – wir sind übrigens die einzigen, um uns freiwillig dahin zu begeben, um uns als Stadt einen gewissen Handlungsspielraum zu erhalten. Wir  brauchen dringend neue Einnahmen, nachdem wir seit langer Zeit nur noch vom Verkauf unseres Tafelsilbers leben“, so Osterwind.

Auch die Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts mit neuen umweltgerechten und nachhaltigen Akzenten bei Neubau-Vorhaben forderte er und kritisierte die geplante Bebauung des Wimmersberg, wie sie der Investor Catella plant. „Dadurch, dass er um den Bau einer Umgehungsstraße herumkommt, wird sich der Verkehr hier um täglich 3.500 Kilometer erhöhen (umrechnet darauf, wie viel neuer Verkehr aufgrund der Menge der geplanten Wohneinheiten dazukommt).“  Auch wies Osterwind darauf hin, dass „hier doppelt so viel Gewerbe-Fläche, nämlich gut 9 Hektar, aufgeben wird, wie auf der Neanderhöhe neu geschaffen wird“.

Grundsatzpapier soll mit Bürgerbeteiligung zum Wahlprogramm 2020-2025 werden

„Unser Slogan ‚Bürger (*innen) für Bürger (*innen), wie es eigentlich heißen müsste“, so Christian Ritt, der beim Vorlesen über gendermäßig nicht korrekte „Bürger für Bürger“ stolperte. „Das trifft im Kern, was wir sind, eine Wählergemeinschaft, bei der alle mittun können.“ Dies soll nun bis Ende August mit dem Entwurf geschehen, der mit Hilfe und Anregungen aller Erkrather zu einem Wahlprogramm fortgeschrieben werden soll. Vorgegeben sind bisher vier Eckpfeiler: Umweltschutz, Finanzen, Stadtentwicklung und Soziales. „Alle Punkte betrachten wir auf jeden Fall unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit“, so der Vorsitzende weiter, dessen Ausführungen Bernhard Osterwind ergänzte: „Wir wollen uns der öffentlichen Kritik und Diskussion stellen, bevor wir uns mit einem Programm, das die Grundzüge für die nächsten Jahre festlegt, zur Wahl im September stellen. Denn wir verstehen uns nicht als ‚Verkünder‘, sondern genauso als Bürger dieser Stadt wie alle anderen auch“.

Wahlkampf digital und analog

Mit Hilfe welcher Werbemittel in welcher Form der Wahlkampf geführt werden soll, war Gegenstand der abschließenden Diskussionsrunde. Plakate und Flyer werde es ebenso geben wie Informationsstände. „Das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort wird diesmal natürlich aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln ganz anders ablaufen als sonst“, ist sich Osterwind sicher, dass die Corona-Pandemie auch hier Einfluss nehmen wird. „Wir haben unseren Stand gerade elektrifizieren lassen für den leichteren Aufbau. Doch wir müssen Abstandlinien darum herumziehen, ihn ständig desinfizieren und andere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Wir können Passanten nicht wie bisher einen Flyer reichen. Vielleicht schrecken Einige auch vor der direkten Ansprache trotz Abstands auch zurück. Ins Gespräch zu kommen wird da schwierig.“ Christian Ritt bedauerte, dass auch die bei der letzten Wahl so erfolgreichen Haustür-Gespräche nicht möglich seien. Auch digital wird sich die BmU Interessierten präsentieren. Siehe dazu die Website: www.bmu-erkrath.de.

Vorschläge aus dem Plenum werden diskutiert und aufgegriffen

Diskutiert und auch als berechtigt angesehen wurde der Einwand, dass sich die BmU im Gegensatz zu den anderen Parteien in den Schaukästen vor dem Baviercenter, am Hochdahler Markt, Neuenhausplatz oder an der Bergstraße „viel zu textlastig präsentiert“. Auf Schliegels Hinweis, dass seines Wissens nach Ältere durchaus stehen „dankbar die ausführlichen Informationen lesen“, hielt Marcel Stritzelberger dagegen: „Wir wünschen uns doch auch, dass sich jüngere Menschen für uns interessieren. Für die müssen wir eine andere Form finden, sie beispielsweise mittels QR-Codes auf unsere Website lotsen, wo sie sich die Infos holen können, die sie möchten, ohne seitenlange, sicher gut geschriebene Ausführungen lesen zu müssen.“ Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss: Aussagekräftige Stichworte, versehen mit zwei bis drei vertiefende Sätze, sowie einem QR-Code, der zur Website führt, für jene, die digital affin sind. Nach mehr als zwei Stunden endete die Veranstaltung.


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