Blick hinter die Kulissen

Foto: Susann Krüll

Am 21. März hat „Big Spender – die Show“, das neuen Stück der Theatergruppe „Spot Light“ Premiere.

In Form einer Game Show, wie sie hoffentlich nie im Bezahl-TV zu sehen sein wird, kommt das Stück daher, das „Spotlight“- die zehnköpfige Theatergruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Erkrath- in diesem Jahr an drei Abenden aufführen wird. Es geht im wahrsten Sinne um ein Herz, das vier unterschiedliche Frauen für einen ihnen teuren Menschen erspielen wollen, der dringend ein Spenderherz benötigt.

Pressevertreter durften bei einer der letzten Proben einen Blick auf das Geschehen werfen

Den Anschein der Seriosität dieser Show, die Voyeurismus und Sensationslust bedient, gibt die Anwesenheit von Dr. Ruben Steinhausen, gespielt von Alexander Zacharias, der allerdings seine ganz eigenen Interessen verfolgt. Genauso auch die von Bianca Koschel gespielte Moderatorin Fiona Norden. Ihr kommt es in erster Linie darauf an, ihren männlichen Kollegen zu beweisen, dass sie der Herausforderung gewachsen ist, ein solches Fernsehformat zu meistern.

Und auch die vier Kandidatinnen verfolgen nicht allein das hehre Ziel, das Herz des klinisch toten, hinter einem Vorhang im Fernsehstudio liegenden Spenders, für den geliebten Menschen zu erstreiten. Alle vier haben ihre eigenen Leichen im Keller, die nach und nach an das Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden.

Im Laufe des Stücks, beziehungsweise der Show, bei der es gilt die meisten Punkt beim Bestehen der verschiedenen Aufgaben zu erstreiten, kommt auch die eine oder andere Wahrheit zutage, die kein allzu gutes Licht auf die vier Kontrahentinnen wirft:

Da verkörpert Laura Adolphy die Regina Diecks, die in ihrer virtuellen Pendant Agine, im Internet-Rollenspiel, das sie mit ihrem herzkranken Freund spielt, mehr zuhause ist als in der realen Welt. Daria Tigges streitet als verhuschte Justine Mertens für ihre taffe und von ihr bewunderte Zwillingsschwester. Karola Fritsch spielt die burschikose Martha Braun, die immer wieder aus ihrer Rolle als liebende Mutter, die aufopfernd für ihren Herzkranken Sohn streitet, in die einer Society-Lady fällt, deren gesellschaftliches Ansehen und wirtschaftliche Absicherung ihr wichtiger sind. Und als letzte ist da noch Fitness-Studio-Besitzerin Vicky Liass, die Gina Lenzing verkörpert. Sie vergisst bei keiner Prüfung, für ihr Studio Werbung zu machen. Alle vier Frauen geben in inneren Monologen während der Werbe- und Voting-Unterbrechungen im Verlauf der Show Einblick in ihren wahren Absichten.

Die Auslösung kommt nicht völlig unerwartet

Welche Protagonistin die meisten Prüfungen gewinnt und sich das Spenderherz erspielt, löst sich in der letzten Szene auf: Alle Schauspieler schlüpfen dabei in neue Rolle – so viel sei schon einmal verraten.

Szenenfoto: Susann Krüll

Fragen an den Regisseur Michael Kastner (MK)

Erkrath.jetzt: Wie fiel die Wahl auf diese Stück, das neben dem speziellen Thema auch an Technik und Requisiten größere Anforderungen stellt?

MK: Wir bestellen verschiedene Werke bei Verlagen, die sich auf das Verlegen von Theaterstücken spezialisiert haben. Dann lesen Karola Fritsch, Alexander Zacharias und ich die Stück und treffen eine Vorauswahl von 10 Stücken. Die lesen dann alle Mitglieder und dann stimmen wir ab. Mit den Proben zu dem, auf das die meisten Ja-Stimmen gefallen sind, beginnen wir etwa im September mit den Proben und führen es dann im März des Folgejahres auf. Neben den wöchentlichen Proben, immer Freitagabend hier im Joachim-Neander-Haus, nehmen wir uns auch Zeit für zwei Probenwochenenden.

Erkrath.jetzt: Nach welchen Kriterien treffen sie die Vorauswahl?

MK: Es müssen genügend Rollen für alle Mitglieder unserer Theatergruppe da sei. Auch ist es gut, wenn möglichst viele Rollen annähernd gleich viel Text haben. Das macht das Verteilen der Rollen leichter.

Erkath.jetzt: Bekommt jeder Schauspieler denn immer die Rolle, die er möchte?

MK: Das geht leider nicht immer auf. Denn wir müssen ja auch darauf achten, dass die Rollen zu denjenigen passen, die sich dafür interessieren. Diesmal haben zwei der vier, die die Kontrahentinnen um das Herz spielen, ihre Traumrolle bekommen. Die anderen beiden mussten ein wenig überzeugt werden, bis auch sie mit der Verteilung zufrieden waren.

Erkrath jetzt: Sie führen diesmal zusammen mit Marcel Gobiet Regie. Beim Stück im letzten Jahr haben Sie Beide mitgespielt und Alexander Zacharias hat Regie geführt. Wie regeln Sie diese Aufgabenverteilung?

MK: Auch das wird möglichst nach Lust und Interesse verteilt. Manchmal ist es auch wahrsten Sinne „anderen Umständen“ geschuldet. Zum Beispiel haben Karola (Fitsch) und Gina (Lenzing) beide die Technik übernommen, als sie gerade schwanger waren, während wir das jeweilige Stück geprobt haben.

Erkarth.jetzt: Wie lange gibt es „Spotlight“ schon und sind Sie offen für neue Mitglieder?

MK: Wir haben uns vor gut 20 Jahren aus einer Theater-AG der Kirchengemeinde heraus gegründet. Im Laufe der Jahre sind viele Mitglieder dazu gekommen, die meisten geblieben, aber es hören, wie gerade, weil sie aus Jobgründen weggezogen sind, auch immer mal welche auf. Wer mindestens 18 Jahre alt ist und Interesse am Theaterspielen hat, kann sich gern bei uns melden. Beim Vorsprechen wird auch geprüft, ob sie oder er zu uns passt. Grundsätzlich ist das das Wichtigste, alles andere lernt man bei uns im Laufe der Zeit.

Info zur Aufführung von „Big Spender – die Show mit Herz“ durch die Theatergruppe Spotlight

Es gibt noch wenige Restkarten für die Vorstellungen am 21., 22. und 28. März, die jeweils um 19 Uhr im Joachim- Neander-Haus, Bavierstraße 19., beginnen. Spieldauer: rund zweieinhalb Stunden mit einer Pause, in der Getränke und kleine Snacks zugunsten der Theatergruppe verkauft werden. Kartenbestellung unter: www.spotlight-theater.de oder telefonisch unter (02 11) 925 27 20. Kosten 10 Euro pro Karte.

Unterstützen Sie den verlagsunabhängigen Journalismus von erkrath.jetzt

erkrath.jetzt ist verlagsunabhängig und nicht gewinnorientiert. Mittel- bis langfristig kann unsere digitale Zeitung, die genossenschaftlich herausgegeben wird, nur mit vielen Unterstützern - unsere ideellen Mitherausgeber - existieren, denn nur so können wir die Arbeit mitarbeitender Journalisten fair honorieren und unsere Infrastruktur- und Fixkosten decken. Aktuell sind für erkrath.jetzt zwei Redakteure und mehrere freie Journalisten im Einsatz.

Sie lesen erkrath.jetzt gern und regelmäßig?

Dann unterstützen Sie unsere Arbeit - einmalig oder mit einem freiwilligen und freiwählbaren Betrag regelmäßig. Möglich ist das ganz einfach über Steady, Paypal oder direkt auf das Konto der Genossenschaft.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*