Beinachsenfehlstellungen erfolgreich behandeln

EVK Mettmann

Symbolbild Beine: PublicDomainArchive/ Pixabay

Insbesondere in den Sommermonaten, wenn der Kleiderschrank auf kurze Hosen, Kleider oder Röcke umgestellt wird, wird sichtbar: nicht jeder Mensch ist mit normalen, also relativ geraden Beinen gesegnet.

Dr. med. Christos Koukos/ Foto: EVK Mettmann

Ein Teil der Bevölkerung leidet an einer Beinachsenfehlstellung, den sogenannten X-Beinen oder O-Beinen. Die Fehlstellung kann bereits im Wachstum entstehen, aber auch eine Folge von Fußfehlstellungen oder Unfällen sein. Die ungleiche Belastung des Kniegelenkes führt wiederum zu Haltungsschäden, die sich auf andere Gelenke auswirken, aber auch zum Verschleiß von Knorpel, Knochen und Menisken führen. Die Folge: Arthrose und im fortschreitenden Alter häufig auch – aufgrund der fehlbelasteten und überlasteten Gelenkstruktur – ein künstliches Kniegelenk.

Um den Austausch des Gelenkes aufzuschieben oder gar ganz zu vermeiden und um Schmerzen und Beschwerden zu lindern, hat sich die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie auch auf die sogenannte „Umstellungsosteomie“, also Beinachsenkorrektur spezialisiert. Oberarzt Dr. med. Christos Koukos führt die operativen Eingriffe durch, doch bereits die detaillierte Vorplanung der OP ist erfolgsentscheidend.

„Wir arbeiten im EVK Mettmann mit der hochmodernen Technik namens PSI Newclip. Eine sehr genaue Diagnostik und computergestützte Vorplanung ist dabei die Basis für den erfolgreichen Eingriff“, erklärt Koukos. Zunächst wird der zu korrigierende Winkel genau ausgemessen, bevor eine individuelle Schablone für die OP gefertigt wird. „Diese Schablone sind maßgefertigt – für jeden Patienten individuell exakt vermessen. Der Eingriff selbst ist damit sehr einfach durchzuführen“, erklärt der erfahrende Operateur. Er setzt für den Eingriff einen kleinen Hautschnitt, um die Schablone entsprechend am Knochen anpassen zu können, durch die wiederum die korrigierenden Pins eingesetzt werden.

Die OP dauert circa 60 Minuten, der stationäre Aufenthalt ist mit knapp 4 Tagen relativ kurz und bereits kurze Zeit nach dem Eingriff können die Patienten ihre ersten Gehversuche machen und mit der Rehabilitation starten. Eine einfache Kniearthroskopie mit Innenmeniskusteilentfernung ist zur Behebung der Beschwerden nicht zielführend, denn sie verursacht eine vermehrte Belastung auf die Gelenkfläche und führt nicht zur Entlastung.

Übrigens, es werden nicht beide Beine gleichzeitig operiert, sondern zunächst die Fehlstellung korrigiert, die das jeweilige Gelenk am stärksten belastet. In einigen Fällen, aber nicht immer, wird mit etwas Abstand dann auch das zweite Bein in den richtigen Winkel gebracht.


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