Bahnhofskunst mit Lokalkolorit

Die Künstler: Marco, Andi, Ian, Ralf (Buchholz) und Karsten Foto: Tanja Bamme

Kunst an Bahnhöfen. Neu ist dieses Konzept in Erkrath nicht und doch ist jede Arbeit aufs Neue ein echtes Unikat.

So auch der S-Bahnhof in Alt Erkrath, der derzeit von Künstler Ralf Buchholz mit freundlicher Unterstützung von vier außergewöhnlichen Graffiti-Künstlern gestaltet wird. Der lokale Bezug ist schon im Schaffungsprozess spürbar. Vom Zugang über den Parkplatz laufen die Bahnnutzer sofort auf ein Landschaftsbild samt Neandertalerprofil zu. Gestaltet wurde das Naturbild, das seinen Betrachter nahezu in die Tiefe blicken lässt, von Karsten alias Forrest 1330. Deutschlandweit hat der Künstler schon Auftragsarbeiten angefertigt, jetzt ist er in Erkrath zu finden. „Ich habe zunächst Landschaften gemalt, bevor ich mit dem Graffiti angefangen hat“, berichtet der Künstler von seinen Anfängen.

Ein lang gehegter Wunsch

Ralf Buchholz
Foto :TB

Auch Künstler Marco ist kein unbekanntes Gesicht. Er hat schon mehrere Arbeiten gemeinsam mit dem Erkrather Künstler Ralf Buchholz realisiert, war zuletzt am S-Bahnhof in Alt Hochdahl tätig. „Marco ist für mich ein Brett. Er hat zahlreiche Kontakte zur Graffitiszene“, freut sich Buchholz, der seinen Freund immer wieder für Graffitiaufträge mit ins Boot holt. Die Bahnhöfe optisch zu verschönern und ihnen lokales Kolorit zu verleihen, ist für Buchholz ein lang gehegter Wunsch. „Seit drei Jahren setze ich mich für die künstlerische Umgestaltung ein“, verrät er. Vor einem Jahr hat sich dann die Stadt bei ihm gemeldet und die Arbeiten in Auftrag gegeben. Kostengünstig sind diese schließlich nicht. „Mit vorheriger Reinigung, Grundierung im Anschluss und der Bereitstellung von Farben kommt ein fünfstelliger Betrag pro Bahnhof zusammen“, schätzt Buchholz. „Wir benötigen sicher 150 Sprühdosen für diesen Bahnhof. Jede Dose kostet rund vier Euro.“

Marco bei der Arbeit
Foto: TB

In Erkrath gibt es keine legale Fläche

Karsten und Andi
Foto: TB

Auch Andi von der „Hood Company“ aus Düsseldorf Bilk (einem reinen Graffiti- Fachgeschäft) beteiligt sich an der Aktion. Er selbst hat 20 Farbdosen gespendet und gestaltet den Durchgangsraum zum Bahnsteig. Dort dürfen sich die Künstler mit ihren Künstlernamen verewigen. „Das macht den Reiz für uns Graffitikünstler aus, freie legale Flächen gibt es nämlich in Erkrath nicht eine einzige“, ist sich Andy sicher. Davon kann auch der 18-jährige Ian ein Lied singen. Er selbst ist noch Graffiti-Neuling, lernt bei den Profis aktuell aber eine Menge dazu und darf auch selbst mithelfen. „Es ist schwer für uns junge Sprayer, Flächen zum Sprayen zu finden. In Düsseldorf gibt es zwei legale Wände. Dort sind die eigenen Werke aber schnell wieder übermalt.“ Und so darf sich auch Ian mit seinem Künstlernamen am Bahnhof verewigen.

Ian
Foto: TB

Willkommen in Erkrath

Bis der Bahnhof fertig ist, werden sicher noch zwei Wochen ins Land gehen. „Immerhin stehen 450 Quadratmeter Wandfläche zur Verfügung“, so Andi. Auf der anderen Zugangsseite sollen Kirche, Rathaus und die Düssel Platz finden. Am Parkplatzzugang hingegen prangt noch der große Schriftzug „Willkommen in Erkrath“ in verschiedenen Sprachen. Umrandet von Blumenornamenten. Und überall mittendrin- wie könnte es anders sein- zieren Höhlenmalereien die Zwischenräume. Ein echtes „Erkrather“ Originalkunstwerk eben.

Foto: TB

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2 Kommentare

  1. Tolles Projekt, so schnell wird ein seit Jahren häßlicher S-Bahnhof direkt wieder ansehnlich und freundlich. Weiter so und bitte gerne mehr davon an allen grauen Schmuddelecken der Stadt coole Motive dran, zeigt mal was Ihr noch so draufhabt! 🙂

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