Auswandertraum in die schottischen Highlands

Britta und René Kuster mit ihrem Landrover "Landy", der in den hügeligen Highlands dringend benötigt wird/ Foto: Kuster

Familie Kuster hat das gemacht, wovon viele andere nur träumen: Sie sind nach Schottland ausgewandert.

Willkommen in Blairgowrie/ Foto: Kuster

Britta und René Kuster haben ihren Traum Wirklichkeit werden lassen. Das Paar zog im April vergangenen Jahres in die schottischen Highlands und betreibt seitdem eine Pension inmitten der wilden Heidelandschaft. Blairgowie heißt das Städtchen, an dessen Rand sich die Kusters eine neue Heimat geschaffen haben. Ursprünglich stammt René Kuster aus Wülfrath. Und obwohl er mittlerweile zahlreiche Automeilen entfernt lebt, fühlt er sich zur Kalkstadt noch immer eng verbunden. „Gewohnt haben wir in Rohdenhaus, mit fünf Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Wuppertal gezogen. Doch am Wochenende haben wir oft meine Oma besucht, die an der Goethestraße gewohnt hat. Und mein Onkel hat viele Jahre die Pommesbude Gruschwitz betrieben, in der ich als Schüler geholfen habe.“ Das Thema Fernweh schwingt in der Ehe der Kusters gar nicht wirklich lange mit. 2018 zog es René Kuster und seine Frau Britta erstmalig in das Land der Sagen und Legenden. „Doch uns war nach dem ersten Besuch sofort klar, dass das unsere Zukunft ist. Hier wollten wir wohnen“, erinnert sich der Auswanderer.

Auf der Fähre in die neue Heimat/ Foto: Kuster

Nägel mit Köpfen

Und während er nur davon träumte, schaute seine bessere Hälfte bereits nach passenden Immobilien. „Wir tauschen uns oft nonverbal aus. So ist das bei uns“, gibt Britta Kuster lachend wieder. Noch im selben Jahr- 2018- kehrte Familie Kuster zurück nach Schottland, besiegelte einen Mietvertrag und fing an, sich auf das große Abenteuer vorzubereiten. Seit April vergangenen Jahres haben sie Deutschland dann endgültig den Rücken zugekehrt. „Und bereut haben wir es keine Minute“, ist sich René Kuster sicher, der in Wuppertal selbstständig war und Armaturen hergestellt hat. Britta Kuster hingegen war als Heilerziehungspflegerin im Schichtbetrieb tätig. Zeit für traute Zweisamkeit blieb den Kusters nicht. „Auch das war mit ein Grund, unser Leben zu ändern“, versichert das Paar. Mittlerweile haben die „Deutschen“ in Schottland ein ganzes Netzwerk an Freunden um sich geschart. Sesshaft wurden die Kusters in einem kleinen Wohnpark, der von ihren neuen Vermietern betrieben wird. Sie selbst können die Häuser ebenfalls für ihre Vermietungsagentur „Bed and Bread“ nutzen.

Internationale Nachbarschaft

International geht es in dem kleinen Feriendörfchen zu. Die Nachbarn sind britisch, amerikanisch und schottisch. Was jedoch verbindet, das ist die Geselligkeit. Und die funktioniert auch trotz Corona-Verordnungen, denn die sind in Schottland wesentlich härter als in Deutschland. „Hier hat wirklich gar nichts geöffnet. Selbst die Behörden sind geschlossen. Deshalb haben wir auch noch nicht alle nötigen Dokumente die wir brauchen, um dauerhaft in Schottland zu leben“, erklären die beiden Auswanderer, die sich aber sicher sind, dass es keine Rückkehr mehr geben wird. „Trotz des Brexits wollen die Briten, dass die EU-Bürger weiterhin im Land bleiben und auch hier arbeiten. Nur so lässt sich die Wirtschaft hier retten“, weiß René Kuster.

Mit dem Pensionsbetrieb konnte das deutsche Auswanderpaar auch noch nicht starten. Weder Gäste aus Übersee, noch die einheimischen Schotten haben aufgrund der Pandemie von dem Angebot Gebrauch machen können. „Wir leben aktuell von unserem Ersparten. Das reicht auch noch ein bisschen“, versichert René Kuster, der sich trotzdem nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umguckt.

Das “Wasser des Lebens”

Eine Lösung könnte in der Errichtung einer eigenen Whisky-Destillerie stecken. Denn Whisky-Fans, das sind die Kusters auch. Das „Wasser des Lebens“, wie der gebrannte Gerstensaft auch genannt wird, hat überhaupt erst die Liebe zu Schottland geweckt. „Vor 12 Jahren habe ich bei einem Festival erstmalig eine ganze Menge billigen Whisky getrunken. Danach wollte ich mich intensiver und seriöser mit dem Thema beschäftigen und habe 2011 ein Whiskytasting von einer Freundin geschenkt bekommen. Danach war es endgültig um mich geschehen“, erinnert sich René Kuster, der gemeinsam mit seiner Frau Britta auch ein eigenes Fass in einer Destillerie an der schottischen Westkürste gekauft hat. „Damit haben wir uns einen eigenen Traum erfüllt“, gibt der Whisky-Fan wieder. Eine eigene Destillerie, das wäre jedoch die Krönung des selbst erfüllten Lebenstraums in Schottland. „Auf die Idee dazu hat mich unser neuer Vermieter gebracht. Und ein Nachbar studiert das Getränk sogar. Wir wären hier also bestens für die Umsetzung vorbereitet.“

Bis es soweit ist, genießen die Kusters aber ihre Freizeit auf der Insel. In der näheren Umgebung lassen sich zahlreiche Freizeitaktivitäten finden, die –auch beim Corona-Lochdown- angesteuert werde können. Golfplätze, ein Skigebiet, zahlreiche Seen und natürlich Wanderwege durch das markante Heidegebiet. Gerne sind die Kusters auch bereit, für Gäste ganze Aktivangebote zusammenzustellen. „Wir waren schon immer gastfreundlich. In unserem Haus in Wuppertal haben wir mehrmals im Jahr Grillpartys mit rund 120 Gästen organisiert. Geselligkeit wird bei uns groß geschrieben. Und gerne sind wir bereit, unseren Gästen die Besonderheiten der Region- fernab der klassischen Tourismusrouten- zu zeigen“, so das Paar. „Natürlich können wir hier aber auch Ruhe und Abgeschiedenheit anbieten. Denn es eignet sich kein Ort besser zur Entspannung, als unser Fleckchen Erde.“

Wissenswertes: Das Feriendorf bietet fünf 180qm²- Häuser und nochmal  so viele 100qm²-Häuser für unterschiedliche Besuchergrößen. Die schottische Hauptstadt Edinburgh ist 90 Fahrminuten entfernt, den Flughafen erreicht man in einer guten Stunde. Auf Wunsch gibt es sogar ein deutsches Frühstück mit selbstgebackenem Brot von Britta Kuster. Nähere Informationen zur Region und zum Pensionsangebot unter bed-and-bread.scot.

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