Anlagenmechaniker: Ein Beruf mit vielen Facetten

Werbung

In einem freundschaftlichen Umfeld zu arbeiten ist nur ein Vorteil einer Ausbildung bei Wagemann und Zabeli/ Foto: Tanja Bamme

Junge Menschen haben mit einer Berufsausbildung im Handwerksbereich zahlreiche Zukunftsperspektiven zur Verfügung.

Marko Balog ist im zweiten Lehrjahr zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Der heute 20-Jährige hat mit 19 Jahren seine Ausbildung begonnen und es seitdem nicht bereut. „Vorher habe ich in mehreren Handwerksbetrieben verschiedene Praktika gemacht, aber dieser Bereich hat mich am meisten interessiert“, gibt der junge Düsseldorfer wieder. Schon als Kind war Marko Balog kreativ unterwegs, hat immer wieder an den Maschinen zuhause rumgeschraubt. In der Schule verfestigte sich der Wunsch, nach dem Abschluss eine Ausbildung zu machen. „Ich habe den Hauptschulabschluss, dabei wäre ein Schulabschluss für die Ausbildung gar nicht von Nöten gewesen“, gibt er wieder. Auch sein Chef Tobias Wagemann bestätigt, dass eine Ausbildung in seinem Betrieb ohne Schulabschluss möglich wäre. „Wichtig ist jedoch, dass man ein gutes Technik- und Mathematikverständnis hat, damit man in der Berufsschule auch mitkommt und den Lerninhalt versteht“, gibt er zu bedenken.

Dynamische Berufsentwicklung

Das Berufsbild des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Obwohl noch immer handwerkliches Geschick von Nöten ist, hat der technische Anteil dieses Berufs immer mehr zugenommen. „Mittlerweile sind Heizungsanlagen wie kleine Computer, die man richtig programmieren muss, damit sie energieeffizient und gut laufen“, erklärt Marko Balog, der besonders diesen Bereich an seiner Arbeit schätzt. „Es macht Spaß, wenn die Heizungsanlage gebaut wird und die Rohre am Ende ein fertiges System ergeben. Aber auch die spätere Einstellung der Anlage ist interessant.“ Auch beschäftigt sich Marko Balog immer häufiger mit regenerativen Energien. Ein spannendes Aufgabefeld, wie der Düsseldorfer verrät: „In meiner Ausbildungszeit habe ich bisher vier Solaranlagen mit installieren dürfen. Auch Wärmepumpen werden immer häufiger nachgefragt. Das gehört mit zur Zukunft.“

Der Bau und die Inbetriebnahme einer solchen Heizungsanlage dauert mehrere Tage/ Foto: Wagemann & Zabeli

Der klassische Arbeitsalltag beginnt für den jungen Auszubildenden mit der Bestückung der Fahrzeuge. „Ich schaue zunächst nach ob wir alle Materialien im Auto haben, die wir für die Baustelle benötigen. Dann fahren wir los“, erklärt er. Im Anschluss sind es meist Privathaushalte, die der Sanitär- und Heizungsbetrieb „Wagemann und Zabeli“, bei dem Marko Balog seine Ausbildung macht, ansteuert. „Oft denkt man bei meinem Beruf daran, dass wir uns um verstopfte Toiletten kümmern. Aber das ist nicht der Fall und nur ein klassisches Klischee. Für verstopfte WC-Anlagen sind wir zum Beispiel gar nicht zuständig, das macht eine Rohrreinigungsfirma.“

Meisterschule und Studium könnten auf die Ausbildung folgen

Nach der Ausbildung, die dreieinhalb Jahre dauert, möchte Marko Balog gerne in dem Erkrather Betrieb weiterarbeiten. „Ich mache vielleicht noch meinen Meister, aber selbstständig möchte ich mich nicht machen“, gibt er wieder. In seiner Berufsschulklasse sieht das mitunter jedoch anders aus. „Einige meiner Mitschüler arbeiten darauf hin, irgendwann mal einen eigenen Betrieb zu haben. Auch wollen einige Schüler nach der Meisterprüfung noch weiter studieren, auch das ist möglich“, erklärt der Azubi und Inhaber Tobias Wagemann ergänzt: „Nach der Ausbildung und einer bestandenen Meisterprüfung hat man die Fachhochschulreife erlangt und kann an Fachhochschulen studieren.“

Obwohl die zahlreichen Zukunftsperspektiven attraktiv sind, ist die Zahl der klassischen Handwerksausbildungen trotzdem rückläufig. Immer weniger junge Menschen interessieren sich für einen solchen Werdegang. „Das ist das Problem der Akademisierung, mit der auch wir kämpfen“, ist sich Tobias Wagemann sicher. Im vergangenen Jahr hat sein Betrieb, den er gemeinsam mit seinem Kollegen Syla Zabeli gegründet hat, nicht eine Ausbildungsbewerbung erhalten. „Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Problem, denn es fehlen nicht nur die Auszubildenden, sondern am Ende auch die fertigen Fachkräfte. Zahlreiche Betriebe werden in Zukunft altersbedingt schließen müssen und es ist kein Nachwuchs in Sicht, der diese Schließungen auffangen kann. Dabei ist das Handwerk stark gefragt, die Auftragsbücher sind voll.“

Ausbildungszahlen sind rückläufig

Seine Erfahrung lässt sich auch mit den Zahlen der Kreishandwerkerschaft Mettmann in Einklang bringen. Im vierten Lehrjahr für Anlagenmechaniker sind derzeit 50 Auszubildende im gesamten Kreis Mettmann gelistet, gestartet haben einmal 87 Schüler. Die Abbruchrate ist auch in den Folgejahren deutlich spürbar. So lassen sich im dritten Lehrjahr noch 45 von vormals 88 Schüler zählen. Der bisher stärkste Jahrgang ist das aktuell zweite Lehrjahr, in dem von zunächst 110 Auszubildenden noch 77 dabei sind.

„Es ist gar kein Problem, auch einfach mal ein paar Tage bei uns reinzuschnuppern und ein Praktikum zu machen“, so Tobias Wagemann, der gerne auch in seinem Betrieb von den Vorzügen dieser Berufsbranche berichtet. Einen Vorteil, den Marko Balog an seinem Unternehmen ganz besonders schätzt, ist das freundschaftliche und fast schon familiäre Miteinander. „Wenn nicht gerade Corona ist, dann veranstalten wir auch Sommerfeste und Weihnachtsfeiern. Ich bin sehr gut aufgenommen worden und mittlerweile ein festes Mitglied des Betriebes“, freut sich der junge Mann, der erst vor sieben Jahren aus Serbien nach Deutschland kam. „Ich habe über die Arbeitsagentur Kontakt zu diesem Betrieb bekommen und bin glücklich, dass ich diesen Schritt gewagt habe.“

Wissenswertes: Im Sanitär- und Heizungstechnikbetrieb „Wagemann und Zabeli“ sind derzeit zwei Auszubildende, sowie drei Gesellen und drei Büromitarbeiter beschäftigt. Du hast Interesse an einer Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik? Dann sende deine Bewerbungsunterlagen an Wagemann & Zabeli GbR, Neanderstraße 71 in 40699 Erkrath.

Marko Balog mag den kreativen Teil seiner Arbeit/ Foto: Erkrath.jetzt
Ausbildungsvergütung:ab 01.02.2021
1. Ausbildungsjahr                  730,00 €
2. Ausbildungsjahr                  741,00 €
3. Ausbildungsjahr                  836,00 €
4. Ausbildungsjahr                  883,00 €
Tabellennachweis: Kreishandwerkerschaft Mettmann
  • Anzeige
    Anzeige

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*