ADFC Erkrath: Codierung gegen Langfinger

  • Anzeige
Auch Renate Rheys nutzte den Codierungsservice, re. Andrea Dzeyk vom ADFC Erkrath führt die Codierung durch/ Foto: Susann Krüll

Am vergangenen Samstag konnten Fahrrad-, Pedelec- oder Lastenrad-Besitzer durch den ADFC Erkrath ihre Zweiräder codieren zu lassen.

„Im vergangenen Jahr haben wir mit diesem Service Corona-bedingt ausgesetzt. Das ist sicher ein Grund, warum sich insgesamt 80 Personen gemeldet haben, die sich zurecht erhoffen, dass ihr Zweirad so für Langfinger weniger attraktiv wird. Auch dass Radfahren neben dem Spaziergang eines der wenigen Aktivitäten war, die man auch in Corona-Jahr hat nahezu unbeschränkt durchführen hat können, hat der Kauf neuer Räder, besonders mit E-Antrieb, überproportional gefördert“, erklärt sich der  ADFC Erkrath den Andrang, mit dem Einstanzen der so genannten „Eigentümer-Identifizierungs-Nummer“ (kurz EIN), sein Fahrrad zu individualisieren. So lässt sich  durch die Polizei zweifelsfrei der rechtmäßigen Besitzer zuordnen, sollte es entwendet und dann aufgefunden werden.

Daher waren außer dem Wochenenden noch drei Termine in der Woche am frühen Abend nötig, um die große Nachfrage erfüllen zu können. „Der Termin am 29.März ist noch nicht ausgebucht“, verrät ADFC- Mitglied Oliver von Hörster, der an einem Stehtisch vor dem Eingang zur Begegnungsstätte Gerberstraße den „Papierkram“ mit der Radbesitzern erledigt. Vorab mussten alle Anwesenden, die einen Termin erhalten haben, auf der Website des ADFC in einem Formular neben den persönlichen Daten auch solche zu dem zu codierenden Rad wie Art, Fabrikat, Seriennummer oder auch Farbe angeben. Die Angaben zu der Straße, in der die oder der Besitzer wohnt, werden nach dem Ausfüllen direkt mit Ziffern verschlüsselt. „Diese Daten erhalten wir direkt vom Katasteramt“, berichtet von Hörster weiter. Zur individuellen „EIN“-Codierungsnummer gehören auch die Anfangsbuchstaben von Vor- und Zunamen sowie das Geburtsjahr des Besitzers. Als letzte Ziffer erscheint das Jahr der Codierung. „Wenn man das Fahrrad einmal verkauft, kann der neue Besitzer das bei der Polizei entsprechend ändern lassen,“ erklärt Oliver von Hörster geduldig allen, die sich bei ihm anmelden. Bevor es samt Zweirad in den großen Raum rechts vom Eingang weiter geht, wird die Gebühr von fünf Euro für ADFC-Mitglieder und zehn Euro für Nicht-Mitglieder fällig. Bis 17 Uhr waren an diesem Nachmittag alle Termine vergeben, im zehn Minuten- für Einzelpersonen und für Familien im 15-Minuten-Takt.

Codierungs-Aufkleber in schwarz, blau, grau oder orange

Renate Rehys schiebt ihr Fahrrad auf die improvisierte „Hebebühne“, die aus zwei Holztisch besteht. Zu Auf- und Abfahrrampen umfunktionierte Holzbänke, wie man sie aus dem Schulsport kennt, dienen als Hilfe beim Herauf- und Herabrollen der Zweiräder. Andrea Dzeyk, seit einem halben Jahr im Vorstand des Erkrather Ortsvereins tätig, nimmt den Codierungsauftrag entgegen und gibt die individuelle Ziffern- und Buchstaben-Kombination in das Codier Gerät ein. Bevor sie loslegt, fragt sie, für welche Aufkleber-Farbe sich Renate Rehys entscheidet. Zur Auswahl stehen grau, blau, schwarz oder orange. Für letztere „Signal-Farbe“ entscheidet diese sich und erklärt: „Je auffälliger desto besser. Ich hoffe, das schreckt alle Langfinger ab.“ Die Pedelec-Besitzerin, die vor Renate Rehys an der Reihe war, entschied sich für den grauen Aufkleber. „Der passt farblich besser zu meinem Rad“, lächelt sie. Auch den Akku lässt sie mit Code des Rades und mit einem Aufkleber in derselben Farbe versehen. „Schließlich ist eine Neubeschaffung im Diebstahlsfall, eine teure Angelegenheit“, erklärt sie.


Mit der Bitte an Renate Rehys ihr Rad, das inzwischen oben auf der Rampe steht, festzuhalten, setzt Andrea Dzeyk zur Codierung an. „Das Gerät vibriert ganz schön und ich möchte vermeiden, dass das Rad hinunterfällt,“ erklärt Andrea Dzyek, die „ihr“ Amt von ihrem langjährigen Vorstandskollegen übernommen hat, der aus Erkrath weggezogen ist. Knapp eine Minute stanzt das Gerät und das Rad ist codiert. Renate Rehys rollt es hinunter und schiebt es durch die Terrassentür am Hintereingang hinaus. „Wir haben extra ein Einbahn-System eingerichtet, damit sich die Radbesitzer nicht begeben. Natürlich achten wir auch auf alle übrigen geltenden AHA-Regeln,“ so Oliver von Hörster, auf dessen Tisch wie auch im „Codierungsraum“ Desinfektionsmittel bereitsteht.

Kartenmaterial und Ausflugstipps für Touren in die Umgebung

Im Foyer der Begegnungsstätte konnten sich alle, die an diesem Samstag einen der bis um 17 Uhr durchgeführten Termine wahrnahmen, unterschiedliches Karten- und Reiseführer-Material kostenlos mitnehmen. Vor allem für Touren durch den Kreis Mettmann, auf dem Neanderland-Stig, den Rheinkreis Neuss oder durch und rund um die Landeshauptstadt gab es eine große Auswahl für Ausflüge mit dem frisch codierten Zweirad.

Kontakt:Für das Codieren durch die ADFC-Ortsgruppe Erkrath am 29. März sind noch einzelne Termine frei. Buchungen sind hier möglich.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*